Fußbeschwerden/ Neuigkeiten

Wege durch die Corona-Pandemie

Covid-19

Von Bauerfeind Life Magazin

Kurz & knapp Die Corona-Pandemie hat nicht nur die Intensivmedizin vor große Herausforderungen gestellt.

  • Eine Lehre aus der Pandemie ist für Prof. Dr. med. Bernhard Greitemann, Ärztlicher Leiter der Klinik Münsterland, eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Reha- und Akutkliniken.
  • Der Leiter des Venenzentrums der Ruhr-Universität Bochum Prof. Dr. med. Markus Stücker bemerkt, dass viele Patienten während der Pandemie zu lange warten bis sie sich beim Arzt vorstellen.
  • Mit stets neuen Konzepten und Partnern wie Bauerfeind an der Seite setzt Geschäftsführer André Schikora bei „Pudel Orthopädie-Technik“ auf beste Qualität und gesundes Wachstum. Auch in der Corona-Pandemie.

Die Corona-Pandemie hat nicht nur die Intensivmedizin vor große Herausforderungen gestellt.

[bauerfeind_spoiler title=“Prof. Dr. med. Bernhard Greitemann: „Bandagenversorgung ist conditio sine qua non““]
Eine der Lehren, die Prof. Dr. med. Bernhard Greitemann, Ärztlicher Direktor der Klinik Münsterland und Initiator erfolgreicher Rehabilitationsprojekte, aus der Pandemie zieht, ist eine noch engere Verzahnung von Reha- und Akuteinrichtungen. Und: Hilfsmittelversorgungen müssten unbedingt aufrechterhalten werden.

 

life: Wie erleben Sie die Krise in Ihrer Reha-Klinik?

Prof. Greitemann: Von der Belegung der Klinik her sehr wechselhaft. Planbare Operationen wurden ja während der ersten Welle abgesetzt, die Anschlussheilbehandlungen aus den Akutkrankenhäusern kamen somit zahlenmäßig weniger. Die Deutsche Rentenversicherung hatte zudem alle Heilverfahren, etwa Kuren, ausgesetzt. Das führte natürlich nicht nur bei uns zu einem massiven Belegungseinbruch. Anfang Juni 2020 haben wir die Klinik wieder strukturiert hochgefahren. Mit einem klaren Hygiene- und Pandemiekonzept. Bei sämtlichen Personen, die ins Haus kamen, wurden die Temperatur gemessen und die kürzerfristige Vorgeschichte abgefragt. Zeigten sie Auffälligkeiten, erfolgte ein PCR-Test. Ab August wurden dann Schnelltests durchgeführt – aktuell bei Patienten, Mitarbeitern und externen Versorgern zweimal wöchentlich. Selbst Zulieferer, die zu uns kommen, testen wir – auf unsere Kosten. Sie werden zudem auch in unserem Impfkonzept berücksichtigt. Wir haben spezielle Besuchs- und Speisesaalregelungen getroffen, Gruppengrößen bei den Therapien reduziert und flächendeckend Desinfektionsmöglichkeiten angeboten. Sogar eine eigene Isolierstation mit Reinraumschleuse wurde personal- und kostenintensiv aufgebaut. So konnten wir Covid-19-positive Patienten adäquat weiterbehandeln. Und wir hielten Kurs, indem wir Patienten entlassen haben, die wiederholt gegen Hygieneregeln verstießen. Seit Juni vorigen Jahres konnten wir wieder nahezu normal belegen. In der Orthopädie hat das gut funktioniert, von Schwesterkliniken weiß ich, dass es längere Belegungsprobleme gab.

Auf was muss im orthopädischen Reha-Bereich besonders geachtet werden?

Prof. Greitemann: Es gibt Berichte, wonach Covid-19-Patienten, die lange auf Intensivstation beatmet wurden, Verkalkungen in der Skelettmuskulatur entwickelten. Ähnlich, wie wir das von schweren Schädel-Hirn-Traumata kennen. Diese Muskelverknöcherungen führen zu sekundären Funktionsstörungen, die behandelt werden müssen. Zudem haben wir jetzt die ersten Patienten nach Gliedmaßenverlusten in der Folge einer COVID-Infektion. Was uns andererseits beschäftigt, sind die Folgen von ausgesetzten oder verschobenen Rehabilitationsmaßnahmen. Bei schweren neuroorthopädischen Fällen konnten auch ambulante Therapien nicht erbracht werden. Krankengymnastikpraxen waren zu, sozialpädagogische Zentren zeitweise geschlossen. Das führte bei den Betroffenen zu gravierenden Funktionsstörungen. Dann kommen auf einmal viele Patienten mit einem sehr auffälligen Gangbild, wenig Kraft, einer schlechten Gelenksituation und extrem eingeschränkter Beweglichkeit.

„Wir sollten die Pandemiefolgen nicht nur im Akut-Bereich sehen. Auch der Reha-Bedarf ist erheblich gestiegen.“
Prof. Dr. med. Bernhard Greitemann

Was können Hilfsmittel in dieser besonderen Situation leisten?

Prof. Greitemann: Das liegt eigentlich auf der Hand. Denken Sie an einen Patienten mit schwerer Gonarthrose. Der ist schmerzmäßig kaum zu führen. Weil er den Gelenkersatz hinausschieben wollte, hat er sich über Jahre an der Operation vorbeigehangelt. Irgendwann geht es nicht mehr. Nun hat er seinen Operationstermin bekommen. Und dann: alles abgesagt. Schmerztherapeutisch und funktionell kann ich jetzt mit einer Kniebandage unterstützen. Ich könnte ihm auch eine Osteoarthroseorthese verordnen, die den Gelenkspalt entlastet. Das bringt bis zu 30 Prozent Druckreduktion im betroffenen Gelenk. Für die Mobilität des Patienten kann dies entscheidend sein. Hinzu kommt die Minderung seiner Beschwerden. Er muss in seinem Beruf weitermachen, er muss einkaufen gehen – trotz aufgeschobener Operation. Und selbst nach einer durchgeführten Operation wird eine Reha oftmals nicht gleich angeschlossen. Unter dem Aspekt einer fehlenden Nachsorge ist eine Bandagenversorgung oder Orthesenversorgung aus meiner Sicht jetzt eine conditio sine qua non.

Welche Schwierigkeiten ergeben sich daraus für die Versorgung im Alltag?

Prof. Greitemann: Wir dürfen nicht vergessen: Zu Beginn der Pandemie wurden die Hilfsmittelversorger mancherorts gar nicht in die Kliniken gelassen. Anders herum wurde von manchen Firmen der Außendienst eingestellt oder der Betrieb hatte Kurzarbeit angeordnet. Das war eine Kata­strophe für bestimmte Patientengruppen. Was macht das etwa mit einem Kind mit einer Tetraspastik? Deshalb hat der Bundesinnungsverband Orthopädietechnik darauf hingewiesen, dass die Hilfsmittelhersteller eine systemrelevante Branche sind, die in Öffnungskonzepte einbezogen werden müssen. Umso wichtiger ist es jetzt, aus der Pandemie die richtigen Lehren zu ziehen, um das System zu stärken.

Welche Erkenntnisse brachte die Krise?

Prof. Greitemann: Wir sollten nicht so kurzsichtig sein, nur im Akut-Bereich die Pandemiefolgen zu sehen. Rehabilitation hat gerade bei Corona eine hohe Bedeutung, der Reha-Bedarf ist erheblich gestiegen. Es gibt viele Patienten, die aufgrund ihres Lungenbefalls längerfristig eine pneumologische Reha benötigen, viele Betroffene zeigen Kreislaufbeeinträchtigungen, viele haben psychische Verarbeitungsprobleme. Pro­bleme am Bewegungsapparat müssen durch entsprechende Hilfsmittelversorgungen und Training in der Reha behoben werden. Zwischenzeitlich sind Reha-Kliniken als Ablaufkliniken für weniger stark betroffene Covid-19-Patienten aus Akut-Kliniken diskutiert worden. Das geht, ja. Da kann moderne Rehabilitation sich sicher engagieren. Man muss sehen, welche Reha-Kliniken das leisten können. Wie sind dort die Abläufe? Das ist auch eine Kostenfrage. Eine engere Vernetzung zwischen Akut- und Reha-Bereich ist die klare Quintessenz, die wir aus der Pandemie ziehen sollten. Die nächste kommt bestimmt.

Bilder: Andreas Wetzel, istockphoto.com/tatianazaets
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[bauerfeind_spoiler title=“Prof. Dr. med. Markus Stücker: „Der Wert der konservativen Therapie ist ein anderer geworden““]

Ein bedarfsorientiertes Versorgungsangebot zeichnet das Venenzentrum der Kliniken für Dermatologie und Gefäßchirurgie der Ruhr-Universität im St. Maria-Hilf-Krankenhaus in Bochum aus. Wie ist das Haus, wie sind sein Leiter und die Patienten bisher durch die Pandemie gekommen? Für Prof. Dr. med. Markus Stücker, geschäftsführender Direktor der Klinik und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie, zeigt sich eines klar: Mit dem ganzen Spektrum der therapeutischen Möglichkeiten kommt man den Sorgen und Ängsten der Patienten am besten entgegen.


life: Wie verläuft unter Corona-Bedingungen ein Behandlungstag in Ihrer Venenambulanz?

Prof. Stücker: Wir messen bei jedem Patienten die Temperatur, er wird nach Krankheitssymptomen und nach Corona- Kontakten befragt. Wird alles verneint, platzieren wir ihn unter strengen Hygiene­maßnahmen im Wartebereich. Dort sitzen weniger Patienten als sonst. Die Untersuchungen und Behandlungen gehen unverändert weiter. Alles ist aufwendiger geworden, phlebologische Diagnostik und Therapie funktionieren jedoch wie zuvor. Seit Beginn der Pandemie hatten wir keine Infektion. Die Patienten kommen normal zu den ambulanten Behandlungen. Bei Operationen mit Vollnarkose sind die Patienten zurückhaltender. Multimorbide Patienten mit ausgedehnten Befunden, die man eigentlich stationär behandeln müsste, fragen: Hand aufs Herz, muss das zwingend sein oder kann ich nicht bis zur Impfung warten? Meine Antwort lautet in manchen Fällen: Wenn Sie über den Sommer einen Kompressionsstrumpf tragen, können Sie auch im Herbst kommen. Insofern hat sich etwas geändert. Was sich klar vermindert hat, sind stationäre Krampfaderoperationen. Hier liegen wir bei 30 Prozent verglichen mit den Vorjahren.

Welche besonderen Herausforderungen bestehen in der Phlebologie?

Prof. Stücker: Ein Problem sind die Ulcus-cruris-Patienten. In Vor-Corona-Zeiten kamen sie in einem relativ frühen Stadium zu uns. Im ersten Halbjahr nach Pandemiebeginn ist ihre Zahl dramatisch zurückgegangen. Wir sehen größere Unterschenkelulzerationen, wir sehen häufiger Wundinfekte. Es tauchen plötzlich wieder Riesenthrombosen auf. Viele Patienten haben oft zu lange gewartet. Das wissen wir auch von den Hausärzten. Als Behandler sind wir frustriert, aber es ist der Patient, der zurückgeworfen wird. Wenn er statt nach vier Wochen nach einem halben Jahr bei uns erscheint, sind fünf Monate verloren. Das Bein ist nicht nur länger auf, sondern in aller Regel auch größenprogredient. Die Kompressionstherapie wird nicht ausreichend praktiziert, die Bandage oft nur angelegt, ohne eine Entstauungstherapie durchführen zu lassen. Die Behandlung der Varizen wird aufgeschoben. Wir verlieren wertvolle Zeit. Der Patient nimmt eine oft emotionale Risikoeinschätzung vor: verschleppte phlebologische Erkrankung versus zugezogene Corona-Infektion. Die Angst, an einer Corona-Infektion zu sterben, wird abgewogen gegen das offene Bein. Sepsis- und Thrombosegefahr spielen aber auch eine Rolle. Schwierig zu rechnen, auch für mich.

„Wir sehen häufiger Wundinfekte. Es tauchen plötzlich wieder Riesenthrombosen auf.
Viele Patienten haben oft zu lange gewartet.“
Prof. Dr. med. Markus Stücker

Was können medizinische Hilfsmittel in dieser besonderen Situation leisten?

Prof. Stücker: Es gibt gute Studien, die zeigen, dass Mittel zur Kompressionstherapie zum Schutz vor Thrombosen oder bei ihrer Heilung positive Effekte haben. Die Abheilung von offenen Beinen ist beschleunigt, die Symptome bei Varizenleiden wie Schwellungen, Schweregefühl oder Hautveränderungen mit Ekzemen werden verbessert. Die Kompression ist keine Notlösung, sondern eine konservative Alternative, bis die Sanierung der Varizen erfolgen kann. Ich merke, dass die Patienten das zunehmend verstehen. Sie sind froh, einen gangbaren Weg zu haben für die nächsten fünf, sechs Monate. Manche sagen sogar, dass sie schon viel früher Kompressionsstrümpfe getragen hätten, wenn sie gewusst hätten, wie angenehm diese am Bein sein können.

Bewirkt corona-bedingter Bewegungsmangel eine erhöhte Thrombosegefahr?

Prof. Stücker: Wir haben noch keine Zahlen dazu. Dass langes Sitzen und Bewegungsmangel – Stichwort Homeoffice – zu einem erhöhten Thromboserisiko führt, ist bekannt. Bei älteren Patienten sahen wir im vergangenen Jahr viele Fälle mit starker Gewichtszunahme. 20 Kilogramm waren keine Seltenheit. Oft wurden die Kontaktbeschränkungen als Grund genannt. Joggen, Spazierengehen oder Fahrradfahren wären aber möglich gewesen. In komplette Inaktivität zu verfallen, ist natürlich die falsche Konsequenz aus den Beschränkungen.

Welche fachspezifischen Erkenntnisse gewinnen Sie aus der Krise?

Prof. Stücker: Venenleiden können heute mit einem ganzen Spektrum verschiedener therapeutischer Maßnahmen behandelt werden. Das hat sich klar bewährt. Wenn man Patienten in solchen Krisensituationen gut versorgen kann, von der Kompressionstherapie über Verödung und Thrombosemedikation bis hin zu Laserbehandlung und Operationen, kommt man ihren Sorgen und Ängsten entgegen und kann durchaus Zeiträume überbrücken. Der Wert der konservativen Therapie ist ein anderer geworden. Das muss man schon so sehen: Die konservative, die interventionelle und die ambulante Venentherapie insgesamt gehen aus der Krise gestärkt hervor.

Bilder: Kliniken der Ruhr-Universität, shutterstock.com/Evgeniy Kalinovskiy, istockphoto.com/tatianazaets
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[bauerfeind_spoiler title=“Sanitätsfachhandel in Corona-Zeiten: „Immer innovativ bleiben!““]
Agieren statt reagieren. So lässt sich die Geschäftsidee der Pudel Orthopädie-Schuhtechnik auf den Punkt bringen. Vorausschauende Konzepte halten den Ludwigsburger Familienbetrieb seit über 30 Jahren auf Wachstumskurs – und
haben ihn erfolgreich durch die Corona-Krise getragen.

Neueröffnung in Corona-Zeiten – seit April 2020 begrüßen André Schikora und seine Mitarbeiter Kunden dank eines umfassenden Hygienekonzepts in der neuen Filiale in Freiberg.

Als das Virus im März 2020 Deutschland in den Lockdown schickt, hält André Schikora nur kurz inne. Dann dreht er richtig auf. „Am Anfang mussten wir natürlich erst mal lernen, damit umzugehen“, sagt der Geschäftsführer der Pudel Orthopädie-Schuhtechnik in Ludwigsburg. Weil der Einzelhandel schließen muss, zieht er zwischen Verkaufs- und Orthopädiebereich ein Absperrband. Informiert seine Kunden. Entwickelt ein Hygienekonzept. Und: Eröffnet in Freiberg eine neue Filiale.

Ein gutes Jahr später im Stammhaus in Ludwigsburg. Ganz selbstverständlich hält die Kundin, die an diesem Vormittag ins Geschäft kommt, ihre Hände unter den Desinfektionsspender neben der Eingangstür. Geschützt durch eine Plexiglasscheibe fragt Empfangsmitarbeiterin Margret Burk sie nach ihren Wünschen – trotz Maske mit einem überzeugend freundlichen Lächeln. Laufschuhe? Gern! Ein Verkaufsberater begleitet die Kundin ins Obergeschoss in die Sportabteilung. Damit man sich auf der schmalen Treppe nicht zu nahe kommt, bleibt André Schikora, der gerade durchs Haus eilt, oben stehen und wartet, bis die beiden vorbei sind. Desinfizieren, Spuckschutz, Maske, Abstand. Alles ganz normal mittlerweile. Das Ergebnis guter Organisation. Und: „Unsere Mitarbeiter haben von Anfang an mitgeholfen, dass sich die Kunden hier sicher vor Ansteckung fühlen“, sagt der agile Geschäftsführer, der sich schnell bemüht hatte, ein corona-konformes Umfeld zu schaffen.

Wenn es um neue Konzepte geht, ist André Schikora in seinem Element. Damit verfolgt er eine Philosophie, für die sein Schwiegervater, der Orthopädie-Schuhmacher Helmut Pudel, vor über 30 Jahren den Grundstein legte. Ein „Innovator und Visionär“, wie ihn André Schikora heute nennt.
Er selbst nahm sich beim Einstieg ins Geschäft den Ausbau der Sparte Profisport vor und eröffnete 2007 eine Filiale in der VfB-Reha-Welt in Stuttgart. „Die Zusammenarbeit mit dem VfB war damals mein Kind“, erzählt der studierte Diplom-Kaufmann, der sich zum technischen Sportorthopäden und Bewegungsanalytiker weitergebildet hat. „Angefangen haben wir mit einer Kamera und einem Laufband“, erinnert sich der sportbegeisterte 47-Jährige. Heute stehen im Lauflabor der Reha-Welt modernste Diagnostik und Bewegungsanalysen zur Verfügung, ein Orthopädiebereich mit Einlagen- und Bandagenversorgung sowie einige Regalmeter Sportschuhe. Hobby- und Profisportler gehen hier ein und aus – außer dem VfB Stuttgart arbeitet die Firma Pudel mit mehreren Sportmannschaften zusammen.

Mittlerweile ist André Schikora neben seinem Schwiegervater und dessen Sohn Tim einer von drei Geschäftsführern. Sie setzen auf gesundes Wachstum, Qualität und optimale Beratung. Mit Erfolg: Kunden bedanken sich in begeisterten E-Mails, Ärzte empfehlen ihren Patienten Pudel Orthopädie-Schuhtechnik weiter. Das macht dem Trio Mut: Als im vergangenen Jahr eine Großbaustelle mit geänderter Verkehrsführung zahlreichen Kunden die Anfahrt erschwert, entscheiden sie, am Marktplatz in Freiberg eine weitere Filiale zu eröffnen.

Herausforderung Lockdown

Arbeiten während der Pandemie: Die Vermessung mit Bodytronic 610 …

Dann kommt Corona. Doch das bringt André Schikora nicht aus der Ruhe. Zunächst wird der Vertrieb über den Online-Shop verstärkt, mit dem Pudel kooperiert. „Außerdem haben wir telefonisch Bestellungen aufgenommen und die Schuhe kostenfrei verschickt. Vermessungen im Laden waren auch mit Termin möglich, um keine Wartezeiten zu haben.“ Parallel setzt das Team aber auch weiter auf Kundennähe. So begrüßen im April 2020 die Mitarbeiter in der kleinen, modernen Freiberger Filiale erste Besucher – unter strikter Einhaltung des Hygienekonzepts. André Schikoras Rechnung ist aufgegangen: Alte Kunden kehren aufgrund der guten Verkehrsanbindung und Parkplatzsituation zurück.

Unschätzbare Dienste leistet in dieser Situation an beiden Standorten das kontaktlose digitale Messsystem Bodytronic 610 von Bauerfeind. Während der Kunde auf einer selbstdrehenden Plattform steht, vermisst BT 610 mit Hilfe von Infrarot-Lichtstrahlen den gesamten Körper – ohne jegliche Berührung. Anhand der Bildinformationen erstellt die Software eine exakte 3D-Modellberechnung – die Grundlage für eine optimale Größen- und Produktauswahl. „So konnten wir unsere Versorgungsqualität auch in Corona-Zeiten garantieren“, sagt André Schikora, dessen Unternehmen seit 13 Jahren auf die Produkte und den uneingeschränkten Service von Bauerfeind setzt. Zum Beispiel nimmt das Pudel-Team die während der Pandemie ausgebaute Online-Betreuung sowie die digitalen Weiterbildungsmöglichkeiten gerne wahr. Denn die Ludwigsburger sind stolz auf die überdurchschnittliche Qualifikation und das Engagement ihrer 38 Mitarbeiter. Darunter sind auch drei Sportwissenschaftler und Expertinnen für Phlebologie und Lymphologie. Das Prinzip Familienunternehmen funktioniert noch immer: Nicht nur André Schikoras Frau Nadine ist in Marketing, Einkauf und Vertrieb mit an Bord, auch tragen mehrere Mitarbeiter den Nachnamen Pudel – und alle anderen werden vom Chef gern als „Großfamilie“ bezeichnet.

Einkaufserlebnis, aber sicher!

… sowie die Laufanalyse erfolgen im Sanitätshaus Pudel kontaktfrei.

Als Ende 2020 der zweite Lockdown das Land lahmlegt, baut das Team der Pudel Orthopädie-Schuhtechnik auf Erfahrung. Im Gegensatz zur ersten Welle gilt diesmal: Stammt in einem Fachgeschäft über die Hälfte des Umsatzes aus dem Orthopädiebereich, darf der angeschlossene Einzelhandel geöffnet bleiben. Eine Erleichterung, denn das Unternehmen lebt unter anderem von Querverkäufen. Wer mit einem Rezept in den Laden kommt, bummelt vielleicht noch durch den Sportbereich. Wer eine Laufanalyse anfertigen lässt, bekommt eventuell Einlagen oder eine Kniebandage empfohlen. „Schon mein Schwiegervater hat die Chancen in der Verbindung von Orthopädie und Sport erkannt“, sagt André Schikora.
Als weiteres Geschäftsfeld hat der begeisterte Hobbyläufer das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) erschlossen. „Wir halten zum Beispiel Vorträge oder bieten in Kooperation regelmäßige Fuß- und Schuhsprechstunden sowie Trainings an“, berichtet André Schikora. „Man muss aber dranbleiben, Folgetermine und -betreuung anbieten.“ In Sachen BGM arbeitet er zum Teil mit Partnern zusammen, etwa mit einem Hersteller von Sicherheitsschuhen. Die BGM-Beratungen finden entweder vor Ort oder bei größerer Entfernung online statt – eine Erfahrung, die sich in der Corona-Krise bewährt hat.

Beste Beratung verspricht André Schikora seinen Kunden. Sie sollen sich im wahrsten Sinne Pudel-wohlfühlen.

Digitalisierung als Ergänzung

Wie die Digitalisierung überhaupt. „Es geht gar nicht mehr ohne, aber man muss genau sehen, was digital darstellbar ist“, erklärt André Schikora. Natürlich laufen zum Beispiel sämtliche Datentransfers im Unternehmen und zwischen den Filialen digital. Er könnte sich aber noch mehr vorstellen. Trotzdem will er die Kunden in den Laden zurückholen, die in der Pandemie auf Mausklickkontakte ausgewichen sind. Nicht nur in diesem Bereich profitiert das Pudel-Team von seiner gemischten Altersstruktur. Während die erfahrenen Firmengründer mit solider Handarbeit Kunden überzeugen, erzählen die jüngsten Angestellten in Instagram-Storys vom frisch angelieferten Sportschuh. Eine Symbiose aus fundiertem Handwerk und spontaner Medienpräsenz. Bewährtes weiterentwickeln, in Neues investieren. Agieren statt reagieren: die Pudel-Philosophie. Daran konnte auch Corona nichts ändern, im Gegenteil. Die Ausnahmesituation hat André Schikora bestätigt und ihn angespornt: „Man muss sich an die Gegebenheiten anpassen und dorthin gehen, wo die Massen sind.“ Für ihn ist es ein Fehler, in der Krise stehen zu bleiben. „Man sollte auch in schweren Zeiten innovativ sein!“
Aus diesem Ansatz heraus ist es längst wieder Zeit für Veränderungen – trotz oder gerade wegen der Pandemie. Nun investiert der zweifache Vater in ein ambitioniertes Sportkonzept, will weitere Zielgruppen gewinnen, das „Bike-Fitting“ ausbauen. Einen attraktiven Aufenthaltsbereich einrichten – auch, um Wartezeiten angenehmer zu gestalten, falls die Kundenanzahl im Geschäft die Corona-Regeln überschreitet. So entsteht im Ludwigsburger Haupthaus in den nächsten Monaten ein völlig neues Einkaufserlebnis. Da ist André Schikora ganz Visionär, ganz Schwiegersohn von Helmut Pudel. „Der Kunde soll reinkommen und sich wohlfühlen. Und er soll eine Beratungsexplosion erleben“, sagt er und registriert zufrieden, dass die Kundin aus der Sportabteilung mittlerweile zur Fußvermessung ins Lauflabor gebeten wurde.

Bilder: Udo Schönewald, istockphoto.com/tatianazaets
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