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VenoTrain soft S Faltenfreier Sitz

Ausgabe 03/2011

Bei eingeschränkter Gehfähigkeit ist die Durchblutung der unteren Extremitäten erschwert. Der VenoTrain soft S regt den venösen Rückfluss an und berücksichtigt die speziellen Bedürfnisse überwiegend sitzender Menschen. life besuchte einen Arzt, der den Strumpf bei der Versorgung geriatrischer Patienten einsetzt, sowie das Orthopädietechnik-Team an der BG Unfallklinik Murnau.

„Können Sie sich das Ulcus cruris von Frau Meyer ansehen?“ Es sind meist chronische Wunden, aufgrund derer Dr. med. Karl-Heinrich Gerling, niedergelassener Facharzt für Chirurgie in Velbert-Langenberg, in die Alten- und Pflegeheime der Region gerufen wird. Bei den Bewohnern hat er es jedoch auch immer wieder mit Krampfaderleiden zu tun. Seit gut einem Jahr steht daher häufiger der VenoTrain soft S auf seinem Rezeptblock. „Die eingeschränkte Mobilität der Patienten begünstigt bzw. verstärkt die Venenerkrankung“, so Dr. Karl-Heinrich Gerling. „Durch eine gezielte Kompression können wir hier entgegenwirken.“ Den VenoTrain soft S hat er bislang hauptsächlich bei älteren, teilweise im Rollstuhl sitzenden Patienten eingesetzt – in den meisten Fällen bei varikös veränderten Venen, aber auch zur Thromboseprophylaxe.

 

Besondere Fersen- und Spannkonstruktion

Dr. med. Karl-Heinrich Gerling, niedergelassener Facharzt für Chirurgie in Velbert-Langenberg.
Dr. med. Karl-Heinrich Gerling, niedergelassener Facharzt für Chirurgie in Velbert-Langenberg.

VenoTrain soft S berücksichtigt im Gegensatz zu anderen Kompressionsstrümpfen die besonderen Bedürfnisse sitzender Menschen. Der Fersenbereich ist großzügig ausgearbeitet, bietet so dem angewinkelten Fuß entsprechend Platz und erleichtert das An- und Ablegen. Gleichzeitig hat der Strumpf weniger Gestrick am Spann, so dass der im 90-Grad-Winkel ruhende Fuß optimal umfasst wird, sich beim Sitzen keine Falten legen können und die Bildung eventueller Druckstellen und Einschnürungen vermieden wird. „Zudem ist der Strumpf angenehm zu tragen und übrigens auch gut anzulegen“, erklärt der Facharzt.
Gerade die einfache Handhabung sei ein wichtiger Aspekt, sowohl für diejenigen Patienten, die die Strümpfe noch selbst anlegen könnten, als auch für das Pflege­personal, das diese Aufgabe häufig übernehmen müsste.

 

 

 

Der Strumpf ist angenehm zu tragen und übrigens auch gut anzulegen.“ (Dr. Karl-Heinrich Gerling)

„Die Rückmeldungen, die ich von Patienten und Pflegenden bekomme, sind sehr gut“, bestätigt Dr. Karl-Heinrich Gerling und betont: „Der VenoTrain soft S erfüllt nicht nur die erforderlichen Kriterien der Kompressionstherapie. Bei überwiegend sitzenden Patienten ist er anderen Strümpfen in Material, Tragekomfort und nicht zuletzt im guten Handling überlegen.“ Aus Gründen der besseren Handhabung verschreibt er, wo medizinisch ausreichend, gerne Wadenstrümpfe. „Am Unterschenkel ist das Risiko für Ulzerationen viel größer und eine Bestrumpfung dort oft ausreichend. Mit einem Oberschenkelstrumpf kämen die wenigsten meiner geriatrischen Patienten zurecht“, führt er aus. Als Tipp empfiehlt er die Handschuhe aus der VenoTrain-Zubehörserie: „Sie erleichtern das Anlegen und schützen den Strumpf vor Laufmaschen.“

 

Bei Querschnitt ausschließlich VenoTrain soft S

Marille Gurschler mit Patient Tobias Pauckner beim Anziehen des VenoTrain soft S.
Marille Gurschler mit Patient Tobias Pauckner beim Anziehen des VenoTrain soft S.

Auch rund 500 Kilometer weiter südlich, bei der Schlierseer Mödl Orthopädie-Technik GmbH, genießt der VenoTrain soft S einen guten Ruf. Das Unternehmen hat eine Zweigstelle in der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Murnau, einer der führenden Adressen für die Behandlung von frisch Querschnittgelähmten in Deutschland. Zirka 350 Kompressionsstrumpfversorgungen bei Querschnittpatienten fallen im Haus pro Jahr an – sowohl zur Thromboseprophylaxe und Ödemprävention als auch zur Kreislaufstabilisierung. „Hierfür setzen wir inzwischen ausschließlich den VenoTrain soft S ein. Seitdem haben wir keine Probleme mehr mit Dekubiti“, berichtet Bandagist Ernst Baumgartl, der seit 20 Jahren bei Mödl Orthopädie-Technik am Standort Murnau tätig ist. „Auch nicht im besonders gefährdeten Fersenbereich“, ergänzt seine Kollegin, Bandagistin und Orthopädiemechanikerin Marille Gurschler.
Querschnittgelähmte sind in mehrfacher Hinsicht eine besondere Patientengruppe. „Aufgrund der fehlenden Sensitivität merken die Betroffenen oft erst zu spät, wenn Einschnürungen und Falten Druckstellen verursacht haben. Darüber hinaus wird ihre Haut mit der Zeit sehr dünn und empfindlich. Ein passgenauer Sitz des Strumpfs ist bei ihnen daher besonders wichtig“, so Marille Gurschler. Und diesen ermöglicht der VenoTrain soft S dank der speziellen Fersen-Spann-Konstruktion. „Hier im Haus werden die Trittbretter der Rollstühle auf 80 statt 90 Grad eingestellt, um dem Spasmus besser entgegenzuwirken“, berichtet Ernst Baumgartl. „Auch bei einer Fußposition im 80-Grad-Winkel wirft der Strumpf keine Falten.“ Die Voraussetzung dafür sei natürlich die richtige Anziehtechnik, betont der Bandagist. Daher wird in Murnau auch auf eine intensive Schulung der Patienten und ihrer Angehörigen Wert gelegt.

 

Regelmäßige Kontrolle

Rechts wurde mit dem VenoTrain soft S versorgt, links mit einem herkömmlichen Kompressionsstrumpf, der Falten am Spann warf.
Rechts wurde mit dem VenoTrain soft S versorgt, links mit einem herkömmlichen Kompressionsstrumpf, der Falten am Spann warf.

Die Erstversorgung in der Unfallklinik Murnau erfolgt – nach ärztlicher Anordnung – vorrangig mit Oberschenkelstrümpfen in Kompressionsklasse 2. „Angemessen wird nach Möglichkeit in der Früh am noch entstauten Bein. Im Vorfeld gilt es auch abzuklären, ob eventuell eine Sprunggelenkverletzung vorliegt – der Patient spürt ja nichts“, macht Ernst Baumgartl deutlich.
Bei frisch verletzten Patienten reduzieren sich die Muskulatur und damit das Beinvolumen in der ersten Zeit sehr rasch. „Alle drei Wochen kontrollieren wir daher routinemäßig die Versorgung und halten bei starken Veränderungen Rücksprache mit dem Arzt“, so Ernst Baumgartl. „Dann kriegen wir eigentlich immer grünes Licht für eine neue Versorgung. Das Vertrauen der Ärzte in unsere Erfahrung ist da.“ Neben dem faltenfreien Sitz schätzen die Bandagisten, ebenso wie Dr. Gerling, das angenehme, atmungsaktive Material und das gute Handling. „Der Strumpf lässt sich wesentlich leichter anziehen als andere Modelle. Die meisten unserer Patienten schaffen das allein“, freut sich Marille Gurschler.

Bilder: Stefan Durstewitz, Conny Kurz