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Venenscreening mit Bodytronic 200 „Eine gute Orientierung“

Ausgabe 03/2017

Liegt eine leichte Venenschwäche vor? Wie zeigt sich die venöse Wiederauffüllzeit sechs Monate nach der Krampfaderbehandlung? Dr. med. Peter Kunz vom Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Kirchheim nutzt bei vielen phlebologischen Fragestellungen das Licht-­Reflexions-Rheografie-System Bodytronic 200. „Schnell, einfach und patientenfreundlich“, lautet sein Fazit.

„Herr Doktor, ich habe abends immer so dicke Beine. Sind das die Venen?“ Mit dieser Frage kommen viele Patienten in die Venensprechstunde von Dr. Peter Kunz im baden-württembergischen Kirchheim unter Teck. Seit 2010 ist der Facharzt für Chirurgie und Gefäßchirurgie am dortigen MVZ tätig, das vor kurzem von der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie und dem Berufsverband der Phlebologen e. V. als „Venen-Kompetenz-Zentrum“ zertifiziert wurde. „Nach der Anamnese und einer klinischen Untersuchung setze ich dann häufig die Licht-Reflexions-Rheografie (LRR) als erste apparative Untersuchung ein, um für mich und die Patienten eine erste Aussage über die generelle Venenfunktion der Beine zu bekommen. Die Messung gibt schnell und einfach eine Orientierung und lässt sich sehr gut in den Praxisablauf integrieren“, sagt der Facharzt.

Das Gerät kommt zum Patienten

Praktisch: Bei der Messung stören keine Kabel.
Praktisch: Bei der Messung stören keine Kabel.

LRR-Messungen werden am MVZ Kirchheim schon lange durchgeführt, seit etwa drei Jahren mit Bodytronic 200 von Bauerfeind. „Uns gefällt daran sehr, dass das Messsystem so kompakt und dank Bluetoothverbindung kabellos ist. Im Gegensatz zu unserem früheren Gerät schleift nichts auf dem Boden rum“, freut sich Dr. Kunz. Wenn er mit seiner Anamnese und Untersuchung des Patienten fertig ist, führt eine medizinische Fachangestellte die LRR-Messung durch. „Wir haben Bodytronic 200 auf einem kleinen Rollwagen stehen. Das Gerät kommt also zu den Patienten. Dass sich diese nicht extra umsetzen und dafür wieder an- und gegebenenfalls wieder ausziehen müssen, spart viel Zeit.“ Ein Nebeneffekt: „Der Patient hat , während ich die Messung erkläre und er dann auf die Mitarbeiterin wartet, schon ein paar Minuten in der richtigen Position gesessen. Die ruhige Praxisatmosphäre ist für die Messung sehr hilfreich.“
Wichtig sei es, die Messsensoren des Systems fachgemäß zu platzieren, betont Dr. Kunz. „Sitzt der Sensor genau auf einem Besenreiser oder über einer Perforansvene, kommt gleich ein dramatischerer Wert raus.“ Bei einem auffälligen Wert sollte man daher die Sensoren lieber noch einmal versetzen und die Messung wiederholen.1 Positiv an der Untersuchungsmethode findet der Gefäßchirurg, dass der Patient mit eingebunden ist und aktiv an der Messung teilnimmt.

Anschaulich visualisiertes Messergebnis

Den Messvorgang selbst delegiert Dr. Kunz, das Erklären des Ergebnisses ist dann aber wieder Chefsache. Schließlich sei das Messergebnis immer im Zusammenhang mit den geschilderten Beschwerden und dem klinischen Befund zu sehen. „Bei der Erläuterung der Werte hilft natürlich die grafische Darstellung ungemein. Anhand des Kurvenverlaufs kann ich dem Patienten genau zeigen, wie die Messung abgelaufen ist, und erklären, was die Werte bedeuten“, so der 46-Jährige. Das erleichtere es einerseits, diejenigen Patienten zu beruhigen, die keine Auffälligkeiten haben – „sie sehen, das ist nicht allein die subjektive Einschätzung des Arztes, sondern wird durch einen Messwert untermauert“. Andererseits helfe es Patienten, bei denen wirklich eine Venenschwäche vorliege, sich eher dazu durchzuringen, Kompressionsstrümpfe zu tragen oder, falls angezeigt, eine Varizenoperation durchführen zu lassen.
„Patienten mit einer leichtgradigen venösen Insuffizienz oder einer leichten Schwellneigung, die noch nie eine Kompressionstherapie erhalten haben, empfehle ich, die Strümpfe einige Tage wohlwollend zu testen. Die Patienten müssen selbst spüren, was und wie viel ihnen die Kompression bringt. In schwerwiegenden Fällen bin ich hingegen ganz deutlich und sage: ,Sie müssen den Strumpf tragen, Punkt!‘ Ein Indikator dafür ist für mich unter anderem das LRR-Ergebnis.“ Bei einem Befund, den Dr. Kunz für potenziell gesundheitsgefährdend hält, wird in der Regel mit einer Duplexsonografie weitergeforscht. „Diese erfolgt meist zu einem separaten späteren Termin und bis dahin soll der Patient schon mit dem Kompressionsstrumpf experimentieren. Je nach sonografischem Befund bieten wir dann eine operative Versorgung an, um das Problem ursächlich zu beseitigen.“
Die einfache, schnelle und beliebig oft reproduzierbare Messung mache Bodytronic 200 auch für Langzeitbeurteilungen attraktiv. Die Software ermöglicht eine Verlaufsdarstellung über mehrere zeitlich unabhängige Vermessungen. „Das ist bei uns zwar kein Routinevorgang, aber es kann schon interessant sein, einen Patienten vor einer geplanten Krampfaderoperation zu vermessen und dann nach Abschluss der Heilungsphase, vielleicht sechs Monate nach der Operation. Dann natürlich mit einem hoffentlich deutlich besseren Ergebnis“, betont der Arzt. „Und wir nutzen Bodytronic 200 beispielsweise auch zur Langzeitbeobachtung nach einer tiefen Beinvenenthrombose. Die LRR misst zwar nur den Blutrückfluss in den oberflächlichen Venen, aber wenn das tiefe Beinvenensystem chronisch überlastet ist, hat das auch Auswirkungen auf die oberflächlichen Venen.“

Ideal für die Arztpraxis

Auch wenn Bodytronic 200 bislang vorwiegend im Sanitätshaus eingesetzt wird, macht das mobile, kabellose System nach Ansicht von Dr. Kunz geradeauch in Arztpraxen Sinn: „Es ist einfach, schnell anwendbar und delegierbar. Die Patienten reagieren sehr positiv auf die Messung und das System liefert mir gleich einen Orientierungswert für beide Beine. Wir im MVZ haben uns übrigens für ein Rundum-sorglos-Paket entschieden und das System einfach gemietet.“

Weitere Informationen

Abrechnungstipp:
Die LRR-Messung mit Bodytronic 200 wird über den EBM, Ziffer 30500 (Phlebologischer Basiskomplex), vergütet.
Bei Privatpatienten kommt Ziffer 634 der GOÄ zum Tragen.

Weitere Informationen zum Messsystem Bodytronic 200 im Internet unter
www.bauerfeind.de/bodytronic200

 

1 Der Hersteller empfiehlt, eine Wiederholungsmessung erst nach 30 Minuten durchzuführen.

Bilder: Conny Kurz