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Tübinger Studie zu orthopädischen Einlagen Studie bestätigt Wirkweise der ErgoPad weightflex 2

Ausgabe 01/2015

Wie beeinflusst die orthopädische Einlage ErgoPad weightflex 2 in den drei verschiedenen Härtegraden „soft“, „medium“ und „strong“ das Komfortempfinden und den Bewegungsablauf von Fuß und Unterschenkel? Das untersucht eine aktuelle Studie der Abteilung Sportmedizin der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen.

Bedingt durch die heutige Lebensweise kommt es bei fast zwei Dritteln aller erwachsenen Deutschen zu degenerativen Prozessen in den Füßen. Um hieraus resultierende Fußfehlstellungen zu korrigieren und damit auch die Fußwurzelgelenke zu entlasten, werden orthopädische Einlagen mit einer Längs- und Quergewölbestütze eingesetzt. Beispielsweise die ErgoPad weightflex 2 von Bauerfeind, deren Herzstück ein mit hochwertigem Polyurethan (PU) umschäumter Kunststoffkern mit variabler Stützkraft ist. Entsprechend dem Insuffizienzgrad der Fußgewölbestrukturen, dem Therapieziel und Körpergewicht unterstützt er die Füße in den Festigkeiten „soft“, „medium“ oder „strong“. Der Kern stabilisiert die Fußlängs- und -querwölbungen und verbessert so das freie Gelenkspiel in der Fußwurzel. Die Kombination von festen und flexiblen Elementen im Einlagenkern lässt die natürliche Verwringbewegung des Fußes zu und fördert damit die Fähigkeit zur aktiven Bewegung. Die Ummantelung mit Polyurethan weist trotz geringer Bauhöhe beste, lang anhaltende Dämpfungseigenschaften auf.
Allgemein noch wenig erforscht ist allerdings, inwieweit Einlagen das Komfortempfinden durch eine möglicherweise veränderte Passform beeinflussen und ob sich mit den Einlagen der Bewegungsablauf messbar verbessern lässt.

Evaluation von Tragekomfort und Bewegungsablauf

Responder-Analyse: Obere Grafik: Reduzierte Eversion. Je nach Einlagentyp wird die maximale Eversion bei bis zu 39 % klinisch relevant reduziert (> 2°). Untere Grafik: Bessere Führung des Bewegungsablaufs. Das Gesamtbewegungsausmaß des Fußes in der Frontalebene konnte durch die Einlage „soft“ (E1) bei 27 %, bei der Kondition „medium“ (E2) bei 34 % und bei der Version „strong“ (E3) bei 36 % relevant reduziert werden.
Responder-Analyse: Obere Grafik: Reduzierte Eversion. Je nach Einlagentyp wird die maximale Eversion bei bis zu 39 % klinisch relevant reduziert (> 2°). Untere Grafik: Bessere Führung des Bewegungsablaufs. Das Gesamtbewegungsausmaß des Fußes in der Frontalebene konnte durch die Einlage „soft“ (E1) bei 27 %, bei der Kondition „medium“ (E2) bei 34 % und bei der Version „strong“ (E3) bei 36 % relevant reduziert werden.

Um hierzu Erkenntnisse zu gewinnen, führten Prof. Dr. Stefan Grau, PD Dr. Inga Krauß und Dr. Bettina Barisch-Fritz an der Abteilung Sportmedizin der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen eine Studie zur Evaluation des Tragekomforts und des Bewegungsablaufs mit orthopädischen Einlagen durch. Als Testeinlage kam die ErgoPad weightflex 2 in allen drei Festigkeiten zum Einsatz. Im Rahmen der Studie wurden 52 Teilnehmer, davon 25 weiblich und 27 männlich, gebeten, mittels eines Fragebogens jeden der drei Einlagentypen hinsichtlich Fersenhalt, Gewölbestütze, Flexibilität, Passung, Komfort und Stabilität zu beurteilen. Zudem wurde bei einer kinematischen Ganganalyse der Gelenkwinkel zwischen Unterschenkel und Rückfuß sowie zwischen Rückfuß und Vorfuß geprüft. Um Aussagen dazu treffen zu können, ob auch die Passung zwischen Fuß und Schuh einen Einfluss auf die Wirkung der Einlagen hat, wurde die dreidimensionale Fuß- und Leistenform per Scannersystem erfasst und anhand der gewonnenen Daten die Passung als „weit“, „gut“ oder „eng“ bewertet. Eine Responder-Analyse ermöglichte zudem eine differenzierte Betrachtung der Antworten. Die jeweils betrachteten Messgrößen wurden also danach unterteilt, ob der Proband selbst die Einlage im Sinne der Zielsetzung als positiv, negativ oder neutral gegenüber der Neutralkondition ohne Einlage bewertet.

Positive Bewertung durch die Probanden

Für die Analyse wurden neun Marker auf Fuß und Unterschenkel angebracht.
Für die Analyse wurden neun Marker auf Fuß und Unterschenkel angebracht.

Die Auswertung der Fragebögen mittels Varianzanalyse zeigte, dass die Mehrheit der Probanden die durch den weightflex-Kern und die Architektur der drei Einlagentypen erreichte Gewölbeunterstützung gegenüber der Situation ohne Einlage als positiv wahrnimmt und bewertet. Unabhängig davon, welchen der drei Einlagentypen sie im Schuh hatten, empfanden die Probanden, dass sich die Flexibilität des Fußes nur leicht verringert und die Einlage den Tragekomfort nicht beeinträchtigt. Daraus lässt sich schließen, dass die Einlage tatsächlich eine stützende und führende Funktion hat, dabei aber nicht als starr und unangenehm wahrgenommen wird. Wie die Responder-Analyse ergab, konnte das Gesamtbewegungsausmaß des Fußes durch die Einlagen in der Frontalebene bei der Einlagenkondition „soft“ bei 27 Prozent, bei der Kondition „medium“ bei 34 Prozent und bei der Version „strong“ bei 36 Prozent relevant reduziert werden. Aus der Responder-Analyse geht weiterhin deutlich hervor, dass die Einlagen die maximale Eversion bei 34 bis 39 Prozent der Probanden (je nach Einlagenkondition) klinisch relevant reduzierten. Von den Probanden wird das als verbesserte Unterstützung des Längsgewölbes bewertet. Die Probanden, bei denen die Passung zwischen Fuß und Schuh als „eng“ beschrieben wurde, nahmen das Vorhandensein einer Gewölbestützung am stärksten wahr. Ansonsten war die durch die Studie festgestellte Wirkung der Einlagen von der Passung der Schuhe offensichtlich unabhängig und konnte durch eine gute Übereinstimmung von Fuß und Schuh nicht verstärkt werden.
Die Ergebnisse der Studie weisen darauf hin, dass die ErgoPad weightflex 2 die Führung des Fußes verbessert, wobei der physiologische Bewegungsablauf erhalten bleibt. Zwischen den drei Einlagentypen „soft“, „medium“ und „strong“ ließ sich hingegen hinsichtlich Kinematik und Komfortempfinden kein wesentlicher Unterschied feststellen. Dementsprechend ist es sinnvoll, bei der Auswahl des Einlagentyps neben Indikation, Schuhtyp und Körpergewicht auch die persönlichen Wünsche des Patienten hinsichtlich des Ausmaßes der gewünschten Stützkraft zu berücksichtigen, um seiner Fußfehlstellung optimal und komfortabel zu begegnen und so sein Bewegungs- und Laufverhalten verbessern zu können.

Das Tübinger Team (von links): Lisa Heller, PD Dr. Inga Krauß, Dr. Bettina Barisch-Fritz und Celine Schwaiger.
Das Tübinger Team (von links): Lisa Heller, PD Dr. Inga Krauß, Dr. Bettina Barisch-Fritz und Celine Schwaiger.


Bilder: Udo Schönewald, Bauerfeind