Für Ärzte und Partner im Gesundheitswesen Informationen für Patienten finden Sie hier.

TRIactive mit PowerWave-Technologie Puzzle für den Fuß

Ausgabe 01/2010

Wie lassen sich für eine Sport­einlage verschiedene Härtegrade ideal miteinander verbinden? Wie kann man beim Aufeinandertreffen der einzelnen Komponenten spürbare Kanten vermeiden? Und wie lässt sich die Funktion der Einlage veran­schaulichen? Antworten darauf gibt Bauerfeind mit der TRIactive.

2004 trafen sich die Mitarbeiter der Bauerfeind-Entwicklungsabteilung mit Ärzten und Orthopädie(schuh)technikern mit dem Ziel, einen Standardrohling für eine Sporteinlage zu entwickeln. Dabei sollten drei verschiedene Härtegrade eines Weichschaums für eine optimale Dämpfung, Unterstützung und Führung bei unterschiedlichen Sportarten sorgen. Diese Idee war nicht neu, hatte jedoch bisher zu keinem überzeugenden Produkt geführt. „Meist wurden die verschiedenen Materialschichten lediglich horizontal aufeinandergeschichtet und miteinander verklebt. Dabei traten jedoch immer die Eigenschaften der fußsohlenseitigen, obersten Schicht in den Vordergrund: Eine harte Deckschicht bietet nur geringe Polsterung, auf einer weichen Deckschicht kommt der Sportler schnell ins ,Schwim­men‘“, erklärt Olaf Glindemann, Produktspezialist bei Bauerfeind. Für die neue Einlage musste also eine aufwendigere, vertikale Anordnung der verschiedenen Härtegrade her, um optimal auf die Belastungen und Bewegungsmuster verschiedener Sportarten reagieren zu können.

Olaf Glindemann, Produktspezialist bei Bauerfeind.
Olaf Glindemann, Produktspezialist bei Bauerfeind.

Die intelligente Verbindung

Doch wie lassen sich die einzelnen, vertikal angeordneten Elemente stabil verbinden – und noch dazu ohne spürbare, störende Kanten zu bilden? Orthopädie­schuhtechniker-Meister Olaf Glindemann erläutert die innovative Lösung: „Die verschiedenen Elemente werden vertikal wie bei einem Puzzle miteinander ver­-zahnt. Greifen zwei Härtegrade auf diese Weise ineinander, lassen sich irritierende harte Kanten vermeiden.“ Dabei galt es, für die Form der Verzahnung die perfekte Balance zwischen gutem Formschluss und praktikabler Handhabung bei der Herstellung zu finden. Das Entwicklungsteam experimentierte mit zahlreichen Puzzle-Varianten und -Prototypen. „Die schließlich gefundene Form der Hinterschneidungen ermöglicht es, dass man die Bauteile zusammenschieben kann und nicht – wie bei einem gewöhnlichen Puzzle – von oben zusammenstecken muss“, so Ralf Lang, Betriebsleiter Einlagenfertigung. „Bei der Verklebung wird kein Klebstoff verdrängt, der nach außen austreten könnte. Zudem lassen sich mit dieser Lösung störende Kanten an den Übergängen verschiedener Härtegrade völlig vermeiden.“ Zusätzlich sichert ein dreidimensionaler Aufbau mit einer mittig in der Einlage integrierten Faserschicht die Verzahnung der einzelnen Puzzleteile. Dieses intelligente, drei­dimensionale Ver­bindungs­prinzip der TRIactive, genannt PowerWave-Technologie, wurde 2005 patentiert.

Sichtbar gemachte Funktionalität

Um die Funktion der Einlage auch für ihren Träger nachvollziehbar werden zu lassen, bediente sich Bauerfeind einer der wesentlichen Herangehensweisen des Designs der Moderne: Verbindungen offen sichtbar zu machen und nicht zu kaschieren. Hierzu ein Exkurs zum „Ulmer Hocker“ von 1954, einer Design-Ikone des Funktionalismus: Für diesen einfachen Hocker verband der Architekt, Künstler und Designer Max Bill drei Fichtenholzbretter per Fingerzinken miteinander. Früher hätte ein klassisch arbeitender Schreiner diese Verbindung unter Holzfurnier verborgen. Max Bill aber ließ die Verzinkung offen sichtbar und zeigte damit die Herstellungsweise. Gleichzeitig wurden die Zinken zum Symbol für Stabi­lität, ja fast schon zu einem funk­tionalen Ornament für die Verbindungs­konstruktion.
Auch die TRIactive verbirgt die ineinander greifenden Elemente nicht, sondern zeigt sie mit ihrem PowerWave-Design bewusst offen. „Anders als etwa bei einer Matratze sind die ver­schiedenen Härtegrade, die im Produkt kombiniert werden, sichtbar und erlauben es dem Benutzer sofort, die Funktionalität des Produktes zu erfassen“, sagt Olaf Glindemann. „Die Puzzleverbindung zeigt deutlich, dass hier verschiedene Elemente ineinandergreifen und mit anspruchsvoller Technologie verbunden werden. Gleichzeitig gibt sie dem Produkt aber auch etwas Spielerisches und Dynamisches.“ Um das Verständnis der Härtegrade zusätzlich zu betonen, tragen diese ty­pische Bauerfeind-Farben: Das helle Blau steht für den weichsten, das dunkle Blau für einen ­mittleren und das Titan-Grau für den festesten Härtegrad.

Der Dreierpack von TRIactive.
Der Dreierpack von TRIactive.

Auszeichnung für die TRIactive

Diese Anschaulichkeit des Produkts ist es auch, die zum gestalterischen Wesens­merkmal der TRIactive geworden ist und damit auch den Fach­handel beim Verkauf unterstützt. Für ihr innovatives und ungewohnt frisches Design erhielt sie bereits letztes Jahr den „Rehacare Design Award 2008/2009“ – eine Auszeichnung der Messe Düsseldorf und des RED DOT Projects. Ein Preis der Medizinbranche, der intelligente Designlösungen honoriert, die sich durch klare, moderne und ästhe­tische Formsprache abheben und den Alltag erleichtern im Sinne des Universal Designs. Anfang des Jahres folgte dann der zweite renommierte Designpreis: Der „iF material award 2010“. Für die Ver­-leihung der branchenübergeifenden Auszeichnung sind die richtige Materialwahl und der intelligente und effiziente Materialeinsatz entscheidend. Beides vereint die TRIactive auf optimale Weise in ihrer patentierten PowerWave-Tech­nologie. Ihre Funktionalität und ihre selbsterklärende Optik haben die TRIactive seit ihrer internationalen Markteinführung 2006 zu einem Erfolgsmodell gemacht, das – wie jedes gute Produkt – laufend weiterent­wickelt wird. Heute ist bereits die dritte Generation der TRIactive auf dem Markt, die hinsichtlich der Fußanatomie und der Biomechanik weiter optimiert wurde. „Zudem kommen jetzt noch höherwertigere Materialien zum Einsatz, mit denen wir die Rückstellfähigkeit und Verklebung noch einmal verbessern konnten“, berichtet Produktspezialist Olaf Glindemann. Und auch die Maße wurden an die Anforderungen moderner Sport- und Wanderschuhe angepasst. Die Entwicklungen der PowerWave-Technologie werden mittlerweile auf weitere Einlagentypen übertragen. So ist in den Deckschichten der neuen Kunststoffeinlagen GloboTec comfort sports und GloboTec comfort business die PowerWave-Technologie enthalten. Die überzeugende Puzzle-Verbindung, die mit ihrem PowerWave-Design den Aufbau und die Funktion einer intelligenten Lösung sichtbar und erlebbar werden lässt, kommt in Zukunft also noch häufiger zum Einsatz.

Bilder: Bauerfeind