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Therapie des Ulcus cruris venosum Kompression ist die Basis

Ausgabe 02/2012

Das Ulcus cruris venosum ist eine der häufigsten chronischen Wunden. Aufgrund des verzögerten Heilungsverlaufs, der oft sehr hohen Therapiekosten und des Leidensdrucks der Patienten stellt es den Arzt vor besondere Herausforderungen. Der medizinische Kompressionsstrumpf ist und bleibt die effektivste Therapieform – wie die vorliegende Kasuistik von PD Dr. med. Birgit Kahle zeigt.

Der Bonner Venenstudie zufolge leiden circa 0,7 Prozent der Erwachsenen in Deutschland an einem Ulcus cruris venosum (aktiv oder abgeheilt bzw. Stadium C5 und C6 nach CEAP-Klassifikation). Dabei entstehen pro Ulcus-cruris-Patienten und Jahr Krankheitskosten von ca. 10.000 Euro. Neben der hohen ökonomischen Belastung führt ein „offenes Bein“ auch zu gravierenden Einbußen in der Lebensqualität der Patienten.
Hauptursache ist eine chronisch venöse Insuffizienz. „Da es aber auch zahlreiche weitere Entstehungsgründe gibt , ist es für einen dauerhaften Therapieerfolg von Bedeutung, die genaue Ursache zu diagnostizieren und eine daraufhin abgestimmte Therapie einzuleiten“, betont PD Dr. Birgit Kahle, Oberärztin an der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck.

Kompressionstherapie als ­Behandlungsgrundlage

„Beim Ulcus cruris venosum ist die Reduktion der Drucküberlastung im venösen System am wichtigsten“, so PD Dr. Kahle. Diese wird erreicht u. a. durch das chirurgische Entfernen oder Veröden von insuffizienten oberflächlichen Venen oder Perforansvenen sowie durch eine lokale stadiengerechte Wundtherapie – vorzugsweise mit modernen, feuchten Wundverbänden. Begleitend gilt die medizinische Kompressionstherapie als therapeutische Basismaßnahme. „Sie ist in der Lage, den venösen Rückstrom zu beschleunigen und so die Druckbelastung entscheidend zu verringern“, sagt PD Dr. Kahle. In der Kompressionstherapie besteht die Wahl zwischen einem phlebologischen Kompressionsverband und einem medizinischen Kompressionsstrumpf. Die wissenschaftlichen Studien der letzten Jahre weisen dabei den Strumpf als effektivere Variante aus aufgrund seines stabilen Arbeits- und Ruhedrucks. In der Praxis sind Strumpfsysteme wie der VenoTrain ulcertec als Therapieform bei der Behandlung von venösen Ulcera etabliert.

Nach acht Wochen schmerzfrei

Mit dem VenoTrain ulcertec hat auch PD Dr. Kahle bereits gute Erfahrungen gemacht. Sie schildert den Fallbericht eines 74-Jährigen, der seit mehreren Jahren an rezidivierenden Ulcera infolge eines postthrombotischen Syndroms leidet. Der Patient hatte ein seit 2001 bestehendes Ulcus cruris venosum am linken inneren Knöchel , chronische Ödeme und ein lokalisiertes Lymphödem. „Trotz einer Kompressionstherapie mit VenoTrain ulcertec 39 (= Kompressionsstärke 34–39 mmHg, die Red.) waren zunächst keine Fortschritte sichtbar“, erläutert PD Dr. Kahle die Ausgangslage. Sie stellte den Patienten auf den VenoTrain ulcertec 46 (Kompressionsstärke 40–46 mmHg) um. Als begleitende Maßnahme im Rahmen der Entstauungstherapie wurde eine intermittierende pneumatische Kompression durchgeführt. „Durch die Umstellung auf den VenoTrain ulcertec 46 mit höherem Fesseldruck konnten wir die Ausdehnung des Ulcus und die damit verbundenen Beschwerden nach Jahren endlich nachhaltig reduzieren“, freut sich die Oberärztin. Unter der achtwöchigen Behandlung verkleinerte sich die Wundfläche von einem Quadratzentimeter auf eine Größe von 0,5 x 0,3 x 0,2 Zentimeter. Die bestehende Dermatosklerose ging zurück und der Hautzustand im und um den Wundbereich verbesserte sich merklich. Der für den Patienten größte Wunsch ging laut PD Dr. Kahle ebenfalls in Erfüllung: „Beim Abschlussbefund war er schmerzfrei.“ Die Passform und den Tragekomfort des VenoTrain ulcertec 46 beurteilt der Patient mit sehr gut. Zudem sei der Strumpf gut an- und auszuziehen.

Fortschritte in der Therapie des Ulcus cruris venosum.
Fortschritte in der Therapie des Ulcus cruris venosum.

Überlegenheit des Kompressionsstrumpfs

Bereits in der repräsentativen Studie von Jünger et al. (2004)1 zeigte der VenoTrain ulcertec deutlich seine therapeutische Leistungsfähigkeit und bewies die Überlegenheit des medizinischen Kompressionsstrumpfs (MKS) im Vergleich zum phlebologischen Kompressionsverband (PKV). In der MKS-­Pa­tientengruppe war eine vollständige Abheilung des venösen Ulcus signifikant häufiger als bei der PKV-Gruppe (47,5 Prozent vs. 31,7 Prozent). Denn der VenoTrain ulcertec hielt den angestrebten Druckverlauf (hoher Arbeitsdruck, niedriger Ruhedruck) über mindestens acht Stunden konstant bei. Dagegen zeigen PKV – selbst bei erfahrenen Bandagierern – meist bereits zwei bis drei Stunden nach dem Anlegen einen geringeren Kompressionsdruck. Und auch die Behandlungskosten sprechen für den MKS, wie eine betriebswirtschaftliche Untersuchung auf Grundlage der Daten der Ulcertec-Studie ergab.2 Diese zeigte, dass mit dem VenoTrain ulcertec gegenüber der PKV-Behandlung bis zu 34 Prozent3 der Therapiekosten pro geheiltem Fall eingespart werden konnten.

VenoTrain ulcertec: Der weiße Unterstrumpf fixiert die Wundauflage und hat einen niedrigen Ruhedruck. Der hautfarbene Oberstrumpf aus patentiertem Spezialgestrick übt einen hohen Arbeitsdruck aus. Zusammen gewährleisten sie dauerhaft den für die Therapie notwendigen Anpressdruck.
VenoTrain ulcertec: Der weiße Unterstrumpf fixiert die Wundauflage und hat einen niedrigen Ruhedruck. Der hautfarbene Oberstrumpf aus patentiertem Spezialgestrick übt einen hohen Arbeitsdruck aus. Zusammen gewährleisten sie dauerhaft den für die Therapie notwendigen Anpressdruck.

 


1. Jünger M., Wollina U., Kohnen R. et al., Efficacy and tolerability of an ulcer compression stocking for therapy of chronic venous ulcer compared with a below-knee compression bandage; results from a prospective, randomized, multicenter trial , Curr Med Res Opin 20 (10): 1613–1624, 2004.
2. Prof. Dr. Hans-Werner Stahl , Betriebswirtschaftlicher Vergleich unterschiedlicher Therapieverfahren zur Behandlung des Ulcus cruris venosum im Rahmen der Ulcertec-Studie, Euro-Management-Institut Reutlingen, Juli 2004.
3. Kosten der Behandlung mit VenoTrain ulcertec gleich 100 Prozent gesetzt.


Bilder: UKSH, Dr. Kahle, Bauerfeind


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