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Studiendesign „SofTec Genu 2.0“ „Hohe Aussagekraft“

Ausgabe 03/2014

Dr. Anne Focke ist überzeugt: Die aktuelle Untersuchung am KIT wird eine hohe Aussagekraft besitzen.
Ein stringentes Design sowie sauberes wissenschaftliches Arbeiten seien das A und O jeder belastbaren Studie, schwingt in allen Antworten der stellvertretenden Leiterin des BioMotion Centers mit.

Bei anspruchsvollen Bewegungen hat die SofTec Genu in der ersten Studie hervorragend abgeschnitten. Rechnen Sie mit einem ähnlichen Ergebnis?
Dr. Focke: Wir gehen nicht mit einer Prämisse im Kopf in die Studie. Natürlich haben wir die erste Studie analysiert und Hinweise bekommen, wie wir unser Design entwerfen müssen. Evident war, dass die rein mechanische Stabilisierung der SofTec Genu ähnlich der einer Hartrahmenorthese ist. Bei bestimmten Bewegungen mit hoher Kraftanstiegsrate schnitt die SofTec Genu sogar besser ab. Bei diesen sportlichen Bewegungen liegt der Ansatz unserer Studie.

Dr. med. Anne Focke, Studienleiterin.
Dr. med. Anne Focke, Studienleiterin.

Wie weit sind Sie?
Dr. Focke: Wir haben jetzt die Hälfte der Probanden gemessen, jeder war dreimal bei uns im Institut: zur Patienteninformation, zur Orthesenanpassung und zur eigentlichen Messung. Bei 120 Versuchen pro Proband erfassen wir eine Vielzahl von Werten, sehr valide Werte übrigens. Parallel arbeiten wir schon an der Auswertung. Mit anderen Worten: Wir sind in der heißen Phase der Studie.

Was ist das Ziel des aktuellen Vergleichs der SofTec Genu mit einer Hartrahmenorthese?
Dr. Focke: Wir untersuchen Probanden mit nicht operierter Kreuzbandruptur auf ihre Leistungsfähigkeit bei längerem Tragen der Knieorthese. Welche therapeutischen Effekte hat die SofTec Genu im Vergleich zu einer Hartrahmenorthese? Im Mittelpunkt stehen komplexe Bewegungsabläufe. Während die Vorgängerstudie einfache alltagsferne Bewegungen (Gleichgewichts- und Sprungtests) untersucht hat , prüfen wir komplexere alltagsnahe Bewegungen (z. B. Richtungswechsel , Treppensteigen), die eine höhere Instabilität provozieren.

Welche Kompetenzen bringt das IfSS in das aktuelle Studiendesign ein?
Dr. Focke: Die biomechanische Analyse von (Sport-)Bewegungen ist ein Schwerpunkt unserer Tätigkeiten am Institut. Wir können durch den Einsatz unseres 3D-Kamerasystems in Kombination mit den Kraftmessplatten eine zahlreiche Anzahl an Parametern erheben, mit deren Hilfe wir die menschliche Bewegung beschreiben und beurteilen können. Dabei profitieren wir bei der aktuellen Studie vor allem von der jahrelangen Erfahrung in der Analyse menschlicher Bewegung und der daraus resultierenden Methodenkompetenz. Nur so konnten wir ein wirklich umfangreiches Studiendesign ausarbeiten.

Es wird diskutiert , ob die konzentrische Kraftfähigkeit durch den Einfluss des Gestricks der SofTec Genu gefördert wird …
Dr. Focke: … was nicht unwahrscheinlich ist. Wir kennen solche sensomotorischen Aktivierungen auch aus anderen Bereichen. Wir müssen jetzt abwarten, was unsere Ergebnisse sagen. Wenn es dazu Hinweise gibt , müsste man ein neues Studiendesign kreieren. Vielleicht kommt ja nach „SofTec Genu 2.0“ noch „SofTec Genu 3.0“.

 

Bilder: Patrick Seeger