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Studie: MalleoTrain in der frühfunktionellen Therapie  Die Stabilität ist entscheidend 

Ausgabe 02/2021

Welchen Nutzen haben die Bandagen der MalleoTrain-Familie in der Sprunggelenktherapie bei Patienten mit einem akuten, unilateralen Supinationstrauma? Die Bewegungswissen­schaftlerin Laura Niklaus hat in einer wissenschaftlichen Studie der TU Chemnitz Antworten auf diese Frage gesucht. Ihre Erkenntnis: Gleichgewicht, Gangbild und Patientenzufriedenheit werden signifikant besser.

Bewegungswissenschaftlerin und Sportthera­peutin Laura Niklaus von der Technischen Universität (TU) Chemnitz.

Die hohen Fallzahlen für Sprunggelenktraumata und die teilweise langen Krankheitsverläufe unterstreichen die Wichtigkeit evidenzbasierter Erkenntnisse zur Wirksamkeit von Bandagen im Rahmen einer konservativen Therapie. Auch aus Patientensicht ist diese Fragestellung von Bedeutung, ist eine wirksame und auch schnelle Behandlung doch entscheidend für die baldige Rückkehr zu einer uneingeschränkten Alltagsmobilität. Die Stabilität des Gelenks, die Gleichgewichtsfähigkeiten des Patienten und seine Feinkoordination definieren den Heilungserfolg von konservativ behandelten Distorsionen. Hieraus formulierte Laura Niklaus, Bewegungswissenschaftlerin und Sporttherapeutin, die Forschungsfragen für eine wissenschaftliche Studie der TU Chemnitz unter der Leitung von Professor Dr. Thomas Milani: Welche akuten Effekte hat die MalleoTrain auf Gleichgewicht, Koordination und Gang, wie schätzen die Patienten ihre Gelenkstabilität, das Schmerzempfinden, aber auch den Tragekomfort ein? Wie verbreitet rezidivierende Supinationstraumata sind, wurde Laura Niklaus und ihren forschenden Partnern schon bei der Zusammenstellung der Probandengruppe deutlich. Nur zehn Prozent der Patienten am Klinikum Chemnitz erfüllten das Einschlusskriterium einer akuten Erstverletzung, der Rest der Patienten erwies sich als bereits chronisch instabil, hatte ein Rezidiv oder waren im Zeitraum von zwölf Monaten bereits einmal oder mehrmals umgeknickt. Auch dies ist ein Hinweis darauf, dass die Sprunggelenktherapien nicht immer alle Möglichkeiten ausschöpfen. Hinzu kommt der häufig langwierige Verlauf. Studienleiterin Laura Niklaus fasst hier ihre Eindrücke zusammen: „Uns hat die Anzahl der erstverletzten Patienten überrascht, die auch sieben Wochen posttraumatisch noch gravierende Beschwerden angegeben haben. Das zeigt deutlich, dass das vermeintlich einfache Umknicktrauma eine nicht zu vernachlässigende Diagnose ist.“ 

Nutzen von Bandagen im frühen Heilungszeitraum

Bereits vorliegende Bandagenstudien wurden meist an Patienten mit chronischer Sprunggelenkinstabilität durchgeführt. Der Fokus der Chemnitzer Untersuchung richtete sich auf Patienten mit einer Erstverletzung. „Mit den Ergebnissen können wir einen wertvollen Beitrag zum Nutzen einer Bandage im frühen Heilungszeitraum der Sprunggelenkdistorsion liefern“, erklärt Bewegungswissenschaftlerin Niklaus. „Das frühe Tragen der MalleoTrain hat eindeutige Unterschiede aufzeigen können – und diese sind statistisch signifikant. Die Deutlichkeit dieser Ergebnisse hat auch uns überrascht.“

Visualisierung des Center-of-Pressure (CoP)-Tests mit Druck­messplatte zur statischen Gleichgewichtsfähigkeit.

Stück für Stück setzte die Forschungsgruppe um Laura Niklaus das Bild zusammen: Klinische Merkmale wie Schmerz, Hämatome, Schwellungen wurden aufgenommen, dazu kamen Bewegungstests, um aussagekräftige Daten zu Gleichgewichtsfähigkeit, zum Gangbild sowie zu Stabilität und Feinkoordination zu gewinnen. Ergänzend wurde die Einschätzung der Probanden abgefragt. „Subjektiv bewerteten die Patienten die MalleoTrain überwiegend als sehr gut“, erläutert Doktorandin Niklaus. „Die Patienten empfinden Halt und Schutz durch das Produkt und haben das Gefühl, bei allen Bewegungstests mit der Bandage um das verletzte Gelenk besser abzuschneiden als ohne. Das Gefühl der Instabilität ist deutlich verringert.“ Dieses Gefühl lässt sich an den Fragebögen der Patienten ablesen: Beachtliche 86 Prozent der teilnehmenden Patienten stuften ihr Gleichgewichtsgefühl als „besser“ oder „viel besser“ ein und 70 Prozent empfanden die Stabilität des Gelenks als verbessert. Insgesamt waren 81 Prozent nach zwei Wochen Tragezeit mit ihrer MalleoTrain-Bandage „zufrieden“ bis „sehr zufrieden“.

Schnell wieder mobil

Aus medizinischer Sicht ist es wichtig, dass die Patienten schnell wieder auf die Stabilität ihres Fußes vertrauen, denn nur dann finden sie zu ihrer gewohnten Mobilität zurück. Ein beeinträchtigter Gang ist ein asymmetrischer Gang, beispielsweise mit wahrnehmbaren Unterschieden in Schrittlänge, Schrittdauer, aber auch in den Gelenkwinkeln von Fuß, Knie oder Becken. „In unserer Studie verbesserte das frühe Tragen der MalleoTrain die Gangsymmetrie signifikant“, sagt Laura Niklaus, „und die Patienten konnten beim Gehen mit der Bandage länger auf dem verletzten Fuß stehen.“ Hieraus ergeben sich klare Schlussfolgerungen für die Sprunggelenktherapie, so die Bewegungswissenschaftlerin: „Um Patienten mit persistierenden Beschwerden adäquat behandeln zu können, muss das Nachbehandlungsschema von Distorsionen überdacht werden, und zwar dahingehend, dass therapeutische Maßnahmen wie propriozeptives Training fest in den Heilungsverlauf implementiert werden. Und dabei können Bandagen wunderbar unterstützen.“ Dieses Ergebnis wirkt sich auch konkret auf den Alltag der Patienten aus, berichtet Laura Niklaus: „Die Bandage normalisiert den Gang und verbessert die Gleichgewichtsfähigkeit der Patienten signifikant. Dies vermittelt zugleich einem Großteil der Patienten ein sicheres Stabilitätsgefühl. Da auch durch ein längerfristiges Tragen der Bandage keine negativen Effekte auftraten, spricht aus bewegungswissenschaftlicher Sicht nichts gegen eine länger andauernde Nutzung.“

 

 

Die Ganganalyse mit Druckmessplatte und Inertialsensoren misst Druckverteilung und Rückfußbewegung.

Mehr über die Studie?

Bauerfeind stellt Interessierten eine Zusammenfassung ausgewählter Ergebnisse im Whitepaper „Wirkung einer Kompressionsbandage auf Gang, Gleichgewicht, Feinkoordination und das subjektive Empfinden von Patienten mit frischen Sprunggelenkdistorsionen“ kostenfrei zur Verfügung. Die PDF-Dateien sind auf Deutsch und auf Englisch erhältlich, geben Sie bitte die gewünschte Sprachfassung an. 

Eine kurze Mail an medical.affairs@bauerfeind.com genügt.

Bilder: Frank Steinhorst


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