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Sprunggelenkorthese MalleoLoc „Die richtige Versorgung bahnt den Weg“

Ausgabe 02/2016

Eine Sprunggelenkverletzung ist keine Bagatelle – daran lässt der Orthopäde Dr. med. Sven Authorsen keinen Zweifel. Er betont die Wichtigkeit , bei einer Distorsion schnell , suffizient und somit auch präventiv zu handeln. Orthesen sieht er als Wegbereiter.

Was ist entscheidend bei der Behandlung einer Distorsion?
Dr. Authorsen: Ob es eine schwere Verletzung wird, hat man als Therapeut selbst in der Hand. Die hohe Rezidivrate beweist , dass viele Verletzungen nur unbefriedigend ausgeheilt sind. Deshalb müssen wir von Anfang an stabilisierend denken. Wenn ich gleich die richtige Versorgung wähle, bahne ich auch gleich den richtigen Weg. So ein Wegbereiter ist beispielweise die MalleoLoc.

Dr. Authorsen in seiner orthopäischen Praxis in Heiligenhaus bei Essen.
Dr. Authorsen in seiner orthopäischen Praxis in Heiligenhaus bei Essen.

Wie wirkt die Sprunggelenkorthese?
Dr. Authorsen: Durch ihre anatomische Anformung gewährleistet sie einen guten Sitz, eine Grundvoraussetzung, um ein erneutes Umknicken zu verhindern. Ich achte streng auf den richtigen Sitz. Wichtig ist , dass die Orthese mir die Möglichkeit gibt , frühfunktionell zu arbeiten und auch dosiert zu belasten. Das kann man auch mit einem Tapeverband machen, ist aber wesentlich schwieriger zu erreichen. Ich verordne die MalleoLoc meist für drei Wochen. Zudem regt die Orthese in dieser Zeit über ihre starre Sohle die Sensomotorik der Plantarflexion an, eine wichtige präventive Eigenschaft. Danach empfehle ich die MalleoTrain für sechs Wochen. Sie unterstützt die Propriozeption in der Bewegung. Am Ende steht ein abschließender Kontrolltermin.

Die Zeit zwischen Verletzung und ärztlicher Versorgung ist oft sehr lang. Was kann man dagegen tun?
Dr. Authorsen: Nicht immer liegt das am arglosen Patienten, der glaubt , eine harmlose Verletzung schnell auskurieren zu können. Häufig ist das berühmte Wochenende das Problem. In den Notfallambulanzen ist das Kind oft schon in den Brunnen gefallen. Die Kliniken sind für solche Fälle selten richtig ausgestattet , sowohl personell als auch materiell nicht. Ein Schmerzsalbenverband, verordnet vom Assistenzarzt im ersten Jahr, kann nicht als adäquate Versorgung bezeichnet werden. Und ein funktionelles Hilfsmittel gibt es dort erst recht nicht. Die Folge ist eine unnötige Verzögerung der Heilungsphase durch die anhaltende Schwellung. Das große Problem dabei: Drei Tage später mit einer angemessenen Versorgung zu beginnen, bedeutet , drei Wochen länger zu behandeln.

Wie wichtig ist die Prävention?
Dr. Authorsen: Sie spielt die Schlüsselrolle. Bei den Kindern geht es los. Das hat der Berufsverband der Orthopäden erkannt. Ärzte, wie ich, gehen in Schulen und sehen sich die Füße sehr genau an. Bei Fuß- oder Sprunggelenkschwächen können etwa auch propriozeptiv wirkende Einlagen eine gesunde Grundlage gegen das Umknicken schaffen.

Bilder: Stefan Durstewitz