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Sportmedizinische Betreuung im österreichischen Spitzen-Ski Für die Weltklasse auf Schnee und Eis

Ausgabe 03/2020

Kreuzbandrisse nehmen bei Hobbyfahrern, aber auch bei Profisportlern wie den Skispringern und nordischen Kombinierern des Österreichischen Skiverbands (ÖSV) kontinuierlich zu. Um die Athleten wieder in Topform zu bringen, setzt ÖSV-Mannschaftsarzt Dr. med. Jürgen Barthofer in der Therapie unter anderem auf Orthesen und Bandagen von Bauerfeind.

Dr. med. Jürgen Barthofer ist seit 2008 offizieller ÖSV-Mannschaftsarzt. Der Sport- und Allgemeinmediziner sowie Unfallchirurg hat sich auf Kreuzbandverletzungen spezialisiert und leitet eine eigene Praxis in Linz.
Dr. med. Jürgen Barthofer ist seit 2008 offizieller ÖSV-Mannschaftsarzt. Der Sport- und Allgemeinmediziner sowie Unfallchirurg hat sich auf Kreuzbandverletzungen spezialisiert und leitet eine eigene Praxis in Linz.

Die nächste Wintersportsaison wird von vielen Skifahrern bereits freudig erwartet. Seit Jahren aber nehmen wintersportbedingte Verletzungen kontinuierlich zu. Das liegt einerseits an der gestiegenen Fahrerdichte auf der Piste in Kombination mit Selbstüberschätzung und ungenügender Trainingsvorbereitung. Andererseits ist dafür auch die technische Ausrüstung verantwortlich. „Carving-Ski beispielsweise erlauben immer höhere Geschwindigkeiten bei gleichzeitig abnehmenden Radien. Die Folge sind besonders hohe Drehmomente, die vermehrt zu Kreuzbandrissen und Schienbeinkopfbrüchen führen“, erklärt Dr. Jürgen Barthofer, Arzt für Allgemeinmedizin, Sportmedizin und Sporttraumatologie sowie Facharzt für Unfallchirurgie. In seiner Linzer Praxis behandelt der Kreuzbandspezialist in der Wintersaison rund 70 Patienten pro Woche. Dazu zählen neben Hobbyfahrern auch viele Profisportler, insbesondere die Spitzenathleten des Österreichischen Skiverbands (ÖSV). Schließlich ist Dr. Barthofer seit 2008 der offizielle ÖSV-Mannschaftsarzt der österreichischen Skispringer und nordischen Kombinierer. Auch dort haben Verletzungen des Kreuzbands deutlich zugenommen, bedingt durch flachere und schnellere Flugbahnen und entsprechend höheren Druck bei der Landung. Dazu kommen veränderte Ski-Bindungen, die zwar mehr Auftrieb in der Luft ermöglichen, landebedingte Kreuzbandrisse aber begünstigen.

Stufenweise Therapie

„In Art und Schwere ihrer Ski-Verletzungen unterscheiden sich die Profifahrer nicht von den Freizeitsportlern“, berichtet der Sportmediziner. „Sie gehen damit aber professioneller um und konzentrieren sich sofort darauf, möglichst schnell wieder zu maximaler Leistungsfähigkeit zurückzukehren.“ Dabei profitieren Athleten natürlich von ihrer sportlichen Grundkonstitution und ihren Kapazitäten für umfangreiche Trainingseinheiten. Die Intensität der Therapie ist dadurch besonders hoch. Das zeigt sich beispielsweise bei Mario Seidl vom ÖSV-­Nationalkader Nordische Kombination: Er riss sich im September 2019 das vordere Kreuzband im linken Knie, wurde von Dr. Barthofer erfolgreich operiert und steht nun kurz vor seinem Comeback.
„Orthesen und Bandagen spielen in der Therapie eine große Rolle“, betont sein Mannschaftsarzt, der erste positive Erfahrungen mit entsprechenden Hilfsmitteln von ­Bauerfeind bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver machte. „Speziell die Knieorthese SecuTec Genu eignet sich sehr gut zur Primärversorgung, beispielsweise in der Frühphase von Seitenbandverletzungen oder in der Nachsorge von Meniskus­verletzungen. Sie kann den Patienten enorm stützen und stabilisieren und bietet ihm dabei auch unter Compliance-Aspekten mehr Vorteile als beispielsweise ein Gips.“ In der nachfolgenden Therapiephase ver­ordnet Dr. Barthofer dann unter anderem Bauerfeind-Kompressionsbandagen wie die GenuTrain oder GenuTrain P3 zur Stabilisierung bei Kniescheibenproblemen: „Die propriozeptiv und muskulär stimulierende Wirkung der Kniebandagen führt zu einer positiven Vorspannung im Gelenk und zentriert das Knie. Das bringt ein Gefühl von Stabilität und Sicherheit für den Anwender, wenn er wieder Ski fährt.“
Bei Sprunggelenkverletzungen kommt oft zuerst die stabilisierende Orthese MalleoLoc zum Einsatz, die asymmetrisch vor und hinter den Malleolen verläuft. Bewährt habe sich auch die Bandage MalleoTrain bei der abschließenden Behandlung von Supinationstraumen im Sprunggelenkbereich: Sie gibt Spannung auf das Gelenk, erlaubt aber auch die nötige Bewegung und Dynamik, die zur Genesung wichtig sind. „Neben ihrer Wirksamkeit punkten die Bauerfeind-Produkte mit besonders hohem Tragekomfort“, so Dr. Barthofer. „Die MalleoLoc beispielsweise verbessert die Stabilität, drückt aber beim Gehen nicht auf den Knöchel.“

„In Art und Schwere ihrer Ski-Verletzungen unterscheiden sich die Profifahrer nicht von den Freizeitsportlern.“

Dr. med. Jürgen Barthofer

Langjährige Partnerschaft mit Olympia-Support

ÖSV-Teammitglieder bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi.
ÖSV-Teammitglieder bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi.

Seit 2010 ist Bauerfeind Österreich Partner des ÖSV und unterstützt Athleten im Bedarfsfall mit Bandagen, Orthesen, Kompressionsstrümpfen und orthopädischen Einlagen. So kann Dr. Barthofer bei Verletzungen gezielt und mehrstufig versorgen. Auch bei den Olympischen Spielen 2018 im südkoreanischen Pyeongchang musste er darauf nicht verzichten. Dort war er als Chief Medical Officer für die Gesundheit der gesamten österreichischen Delegation zuständig und Bauerfeind Teil des medizinischen Versorgungsteams im olympischen Dorf. „Zu den besonderen Herausforderungen zählten hier unter anderem die extrem anspruchsvollen Streckenführungen, die sehr viele Verletzungen bei den Fahrern zur Folge hatten“, erzählt der Arzt. So waren Wirbelkörperfrakturen ebenso zu verzeichnen wie etliche Kreuzbandrisse. „Bauerfeind hat jedoch mit seinen Produkten und dem Versorgungsservice gute Unterstützung geboten und wir konnten jeden unserer Athleten erfolgreich mit den passenden Hilfsmitteln versorgen.“

Saison mit erhöhtem Verletzungsrisiko

Auch wenn die nächsten Top-Events wie die Olympischen Winterspiele 2022 noch in ferner Zukunft liegen – die Arbeit geht dem Sportmediziner auch in der gerade beginnenden Saison nicht aus. „Ich befürchte, dass die COVID-19-Situa­tion das Verletzungsrisiko gerade bei den Amateursportlern deutlich erhöht hat, weil viele Menschen im Trainingsrückstand sind, während gleichzeitig ein möglicherweise übertriebener Ehrgeiz vorliegt, wieder Ski zu fahren“, so Dr. Barthofer. Insofern wird sich die wöchentliche Arbeitszeit des 45-jährigen Familienvaters zur Hauptsaison wieder auf die üblichen 80 Stunden ausweiten. Bleibt zu hoffen, dass er trotzdem etwas Zeit findet, um selbst Ski zu fahren – selbstverständlich unfallfrei.

 

Weitere Informationen:

Der Österreichische Skiverband (ÖSV) ist einer der international erfolgreichsten Wintersport-Fachverbände. In den verschiedenen Sportarten, unter anderem im Ski Alpin, Nordische Kombination, Biathlon, Freestyle, Snowboard und Behindertensport, stehen die Kader für die Weltklasse.

Bilder: Mesic, picture alliance/Rolf Kosecki, privat


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