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Spinova: Postoperative Anwendungsbeobachtung „Die individuelle Anpassung ist einzigartig“

Ausgabe 02/2013

Patienten der Orthopädischen Klinik des St. Vincenz-Hospitals in Brakel wurden nach Wirbelsäulenoperation mit den neuen Spinova-Orthesen versorgt, als eine der ersten überhaupt. Der Leiter der Einrichtung, Prof. Dr. med. Rolf Haaker, sieht sich bestätigt – als Kliniker und als Spinova-Mitentwickler.

Kann man von einer geglückten Premiere in Ihrem Haus sprechen?
Prof. Haaker: Ziel war, die neue Rückenplatt­form schon in der Entwicklungsphase auf eine solide Basis zu stellen. Das ist uns mit einem hohen Aufwand gut gelungen, auch was die Indikationsstellung betrifft. Da gab es in der Vergangenheit einige Überschneidungen und Unklarheiten. Auch in der Fachliteratur. Wann Lordosieren, wann Entlordosieren? Mit Spinova ist beides möglich. Wenn das Produkt dann im praktischen Einsatz überzeugt, wie bei uns im Haus, fühlt man sich bestätigt. Die Mühen haben sich gelohnt.

Welche Patienten haben Sie im Zuge der Anwendungsbeobachtung mit Spinova behandelt?
Prof. Haaker: Durch unser überregionales Einzugsgebiet sehen wir ein großes Wirbelsäulen-Patientengut. Das Spektrum reicht von Versteifungsoperationen über Wirbelkörperaufrichtungen bei osteoporotischen Frakturen bis hin zu bandscheibenoperierten Patienten. Alle wurden postoperativ mit einem Spinova-Produkt versorgt, in rund 70 Prozent mit Spinova Immo Plus.

Prof. Dr. med. Rolf Haaker
Prof. Dr. med. Rolf Haaker

Die Spinova Immo Plus ist modular aufgebaut, wie alle Spinova-Orthesen, und abrüstbar. Was können die neuen Orthesen noch, was andere Rückenorthesen nicht können?
Prof. Haaker: In den meisten Fällen haben wir bei Wirbelsäulenpatienten stabilisierende sowie entlordosierende Anforderungen. Die neuen Orthesen entfalten durch ein spezielles Zuggurtsystem, das variabel an der Rückenkassette ansetzt , zielgenau ihre Wirkung. Das System ist individuell einstellbar, das ist einzigartig. Die neue Zuggurtung ermöglicht eine hohe und segmentbezogene Krafteinleitung, und zwar reproduzierbar. Eine Korrektur ist nur in den seltensten Fällen notwendig, die Therapiesicherheit hoch.

Was ist bei Versteifungsoperationen wichtig?
Prof. Haaker: Ich möchte nicht, dass sich postoperativ sofort alles auf das eingesetzte Metall konzentriert. Da sind riesige mechanische Kräfte im Spiel, die auf die frische Operationskonstruktion einwirken. Gerade bei den immer älter werdenden Patienten hat man Sorge, ob die Knochen halten. Wenn ich dann eine Orthese aus der Spinova-Serie zur Verfügung habe, die schädliche Drehbewegungen verhindern kann, guten Tragekomfort bietet und zudem nicht aufträgt, sind der Patient und ich zufrieden. Nach sechs Wochen kann die Orthese abgerüstet und der Patient mobilisiert werden, weil das Operationsergebnis knöchern durchbaut ist. Nach drei Monaten hat der Patient mit der Orthese eine gute Stabilität erreicht.

Wie behandeln Sie die große Gruppe der Bandscheibenpatienten?
Prof. Haaker: Auch sie wurden und werden bei uns postoperativ mit Orthesen versorgt. Wir haben aber immer noch ein 15-prozentiges Patientengut , das rein konservativ behandelt wird. Wobei man sagen muss, dass sich bei uns in der Regel diejenigen drei bis fünf Prozent der Bandscheibenpatienten vorstellen, bei denen eine Operation indiziert erscheint, also vor allem diejenigen mit neurologischen Ausfallerscheinungen. Aber erst wenn alle multimodalen Therapieansätze, zu denen auch Orthesen gehören, ausgereizt sind, operieren wir. Generell sehe ich aber die konservative Therapie immer vor der operativen, und gerade in diesen Fällen erscheinen mir die Spinova-Orthesen als gute Wahl.

Bilder: Bauerfeind, Stefan Durstewitz