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SecuTec OA bei Gonarthrose Viel Spielraum für Konsens

Ausgabe 02/2019

Ob beim Deichbau oder in der Medizin: Niederländer schätzen Technik, die mit Lebensqualität einhergeht. Auf ehemaligem Meeresgrund versorgt ein Orthopäde seine Gonarthrosepatienten mit der beidseitig entlastenden SecuTec OA.

SecuTec OA entlastet lateral oder medial durch Varus-/Valguseinstellung in einem Produkt.
SecuTec OA entlastet lateral oder medial durch Varus-/Valguseinstellung in einem Produkt.

Von seinem Aussichtspunkt blickt Cornelis Lely dorthin, wo die Gefahr lauerte: zum Meer. Dem niederländischen Wasserbauingenieur wurde in Lelystad, dem Ort , der seinen Namen trägt , östlich von Amsterdam eine Säule gesetzt. Sein eigentliches Denkmal aber steht weit draußen an der Nordsee: der riesige Afssluitsdiek. Erst dieses Bollwerk von einem Deich schützt die Menschen im Nordwesten des Landes sicher vor den ständig anlaufenden Fluten und bereitete zudem den Boden, auf dem sein Erbauer heute wacht. Nur 300 Meter hinter der Säule, landeinwärts, blickt Dr. Jasper Zwiers ebenfalls auf ein Produkt schützender Technik. Auf dem Schreibtisch des Orthopäden im Orthoparc Flevoland in Lelystad liegt die Knieorthese SecuTec OA.

Alternative zur Operation

Rund ein Drittel aller Patienten von Dr. Zwiers sind Kniepatienten, ein Großteil mit Gonarthrose unterschiedlichen Grades. Wie das Wasser kann man die verschleißbedingte Knorpelerkrankung zwar auch nicht für immer fernhalten, aber eindämmen lässt sie sich schon: Die SecuTec OA kann bei mittelschwerer bis schwerer lateraler oder medialer Gonarthrose durch ihre entlastende Wirkung Schmerzen lindern und die Mobilität verbessern. „Mit der neuen Orthese mache ich den Patienten ein Angebot , das sie nur schwer ablehnen können“, bemerkt Dr. Zwiers augenzwinkernd. „Natürlich steht bei stärkeren Fehlstellungen oder Achsabweichungen immer Osteotomie oder Gelenkersatz im Raum“, konzediert der junge Arzt. „Die SecuTec OA kann jedoch eine Alternative sein – eine bessere als andere Orthesen.“

Wasserbauingenieur Cornelis Lely, Namensgeber von Lelystad, Standort von Orthoparc Flevoland.

Entlastung ohne Umwege

Während viele andere Orthesen lediglich eine Entlastungsrichtung bieten, ist die SecuTec OA in der Lage, Varus- und Valguskorrekturen vorzunehmen. „Die entlastenden Kräfte beidseitig einleiten zu können, je nach betroffenem Kniekompartiment , ist für mich die wichtigste Option der Orthese“, bekräftigt Dr. Zwiers. „Durch die speziellen Einstellmöglichkeiten wirken die Kräfte auch dort , wo sie wirken sollen – direkt am Gelenk.“ Mit diesen Möglichkeiten eröffnet sich für den Arzt ein entscheidender Spielraum. Denn viele seiner Patienten sind unsicher, ob es konservativ oder operativ weitergeht , und benötigen Argumente. „Die SecuTec OA dient der Entscheidungsfindung“, erklärt er. „Ich kann beispielsweise bei einer leichten Fehlstellung von drei bis vier Grad problemlos eine Überkorrektur in die andere Richtung mit der gleichen Gradzahl vornehmen. Diesen Spielraum tolerieren die Patienten oft so gut , dass sie mit der Orthese glücklich sind. Physio- und medikamentöse Therapie können hinzukommen. Von einer Operation wollen sie dann erst einmal nichts mehr wissen.“ Die SecuTec OA als Brückenbauer.

Für Dr. Jasper Zwiers ist die SecuTec OA ein wichtiges Hilfsmittel , um im Konsens mit dem Patienten eine Lösung für seine Kniebeschwerden zu finden.

Entscheidung mit dem Patienten

Um aus einer Brücke einen gangbaren Weg zu machen, bedarf es überzeugender Eigenschaften. „Die SecuTec OA trägt nicht auf, sie ist leicht , schlank und individuell einstellbar“, beschreibt Dr. Zwiers. „Das System rutscht nicht , die Kondylenpolster wirken an der richtigen Stelle. Ihre Oberflächenvergrößerung mit den einsetzbaren Keilen ist wichtig, um eine ausreichend große Kontaktfläche zu erhalten“, so der Arzt. Zufall oder Notwendigkeit , dass er, obwohl orthopädischer Chirurg, nur in 10 bis 15 Prozent seiner Fälle operiert? Die Entscheidung fällt in aller Regel gemeinsam mit dem Patienten. „Das kann zwar dauern, aber der Konsens ist mir wichtig“, betont der Orthopäde. „Beide sind zufriedener.“
Argumente für den konservativen Weg bei Gonarthrose liefert die SecuTec OA umgehend durch die sofort spürbare Entlastung am Knie. Vom schnellen Anlegen und problemlosen Tragen der Orthese konnten sich schon zahlreiche Patienten unterschiedlichen Alters einen Eindruck verschaffen. Keiner habe die Therapie abgebrochen, berichtet der Arzt. Auch nicht die jungen Frauen mit Knorpelschäden, denen Dr. Zwiers die SecuTec OA zum Schutz beim Sport verschrieben hat. Eine individuelle Anpassung bei schwierigen anatomischen Verhältnissen am Bein sei gut möglich. Auch postoperativ ist die SecuTec OA zur Unterstützung des Heilungsprozesses nach einer Tibiafraktur bereits zum Einsatz gekommen.

„Die entlastenden Kräfte beidseitig einleiten zu können, je nach betroffenem Kniekompartiment ,
ist für mich die wichtigste Option der ­Orthese.“

Dr. Jasper Zwiers

Gonarthrose stoppen?

Das „Rennen“ gegen die fortschreitende Gonarthrose sei aber für jede Therapie, ob operativ oder konservativ, nur schwer zu gewinnen. „Die Entzündungsprozesse in den Griff zu bekommen, scheint mir nach Stand der Forschung das erfolgversprechendste Nahziel zu sein“, meint der niederländische Arzt. Und bis dahin? „Haben wir eine gute Orthese.“

Bilder: Jasper Pluim/City Marketing Lelystad, Stefan Durstewitz, Bauerfeind


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