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SacroLoc-Studie Klinisch relevant

Ausgabe 01/2019

Bewegungswissenschaftler der TU Chemnitz konnten in einer kontrollierten Laborstudie zeigen, wie die Beckenorthese SacroLoc Patienten mit chronischem ISG-Syndrom im Alltag konkret hilft: durch Schmerzreduktion, Stabilitätsgewinn und ein verbessertes Gleichgewichtsvermögen.

Bei tiefen Rückenschmerzen ist eine Dysfunktion der Iliosakralgelenke (ISG) häufig Ursache chronischer Beschwerden. In diesem Kontext hat sich die konservative Behandlung mit Orthesen wie der SacroLoc als vorteilhaft erwiesen: Ihre zirkuläre Kompression des Beckens stabilisiert und entlastet die ISG-Strukturen und verbessert die sensomotorische Kontrolle. In Vorgängerstudien, an denen die Chemnitzer Arbeitsgruppe ebenfalls maßgeblich beteiligt war, konnte mit der Beckenorthese SacroLoc eine mehrheitliche Entlastung der Bandstrukturen der ISG gezeigt werden1. Zudem zeigten ISG-Patienten ein verändertes Gangbild mit erhöhter Kadenz und Schrittgeschwindigkeit2. Die jetzigen Untersuchungen zeigen, dass die Orthese neuromuskuläre Steuerungskreise positiv beeinflussen kann, die zur Stabilisierung des Beckens beitragen. Bei ISG-Patienten wird nach aktuellen Theoriemodellen von einer Beeinträchtigung der sensomotorischen Kontrolle ausgegangen, welche Gleichgewichtsstörungen zur Folge haben kann. Vor diesem Hintergrund wurden in der vorliegenden Studie neben der subjektiven Schmerzreduktion und Stabilisierung auch quantifizierbare und funktionale Tests (CoP-Test , Y-Balance-Test) zum Gleichgewichtsvermögen aufgenommen. Ziel der Studie war es, Effekte der SacroLoc anhand dieser unterschiedlichen Parameter aufzuzeigen. Bisher gibt es nur wenige Untersuchungen, die Veränderungen der Biomechanik des Beckens durch Orthesen in den Fokus rücken.

 

Verbesserung der Beschwerden

Aussage der Interventionsgruppe zur Verbesserung ihrer chronischen Beschwerden nach sechswöchigem Tragen der SacroLoc.

Die Ergebnisse der Studie zeigten deutlich die klinische Relevanz der Therapie mit SacroLoc: 19 der 22 Probanden empfanden insgesamt eine Verbesserung ihrer ISG-Beschwerden während der Interventionszeit mit der Orthese. Der wahrgenommene Rückenschmerz zwischen Prä- und Post-Untersuchung hatte sich nach sechswöchigem Tragen der SacroLoc auf der NRS-Skala signifikant und stärker als in der Kontrollgruppe verringert (Langzeiteffekt). Das Stabilitätsempfinden verbesserte sich in der Patientengruppe mit Orthesen beim ersten Anlegen signifikant (Akuteffekt) und blieb zum Untersuchungsende auf einem hohen Niveau. Bei den Probanden, die sechs Wochen keine Orthese getragen hatten, gab es hingegen keine großen Veränderungen. Jedoch waren beim punktuellen Einsatz der SacroLoc auch bei dieser Gruppe eine signifikante Schmerzreduktion und höhere Rückenstabilität zu beobachten. Die funktionalen Tests stützen die wahrgenommenen Akuteffekte mit einer durch das Tragen der SacroLoc verbesserten Gleichgewichtsfähigkeit der Probanden. So verringerte sich zum Beispiel die Center-of-Pressure-Wegstrecke bei punktueller Anwendung. Nach einer plötzlichen Störung der Balance, misst sie den Stabilisierungsaufwand und gibt Hinweise zur posturalen Stabilität.

Mit Orthese weniger eingeschränkt

Weniger Schmerz und erhöhte Rückenstabilität lautete das Fazit der subjektiven Bewertung durch die Träger der Orthese. Diese klinische Relevanz zeigte sich auch in einem weiteren wichtigen Ergebnis der Studie: Im privaten und beruflichen Alltag fühlen sich Patienten mit Orthese deutlich weniger eingeschränkt als Patienten ohne Orthese.

1 Sichting, F., et al.; Pelvic Belt Effects on Sacroiliac Joint Ligaments: A Computational Approach to Understand Therapeutic Effects of Pelvic Belts; Pain Physician 2014; 17: 43–51, ISSN 1533-3159.
2 Hammer, N., et al.; Pelvic Belt Effects on Health Outcomes and Functional Parameters of Patients with Sacroiliac Joint Pain; PLoS ONE 10(8): e0136375.doi: 10.1371/journal. pone.0136375; 2015.

Bilder: TU Chemnitz, Bauerfeind, privat


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