Bandagen/ Orthesen/ Rückenschmerzen

„Wir sollten unserer Sinneswahr­nehmung mehr vertrauen“

Rückenschmerztherapie

Von Bauerfeind Life Magazin

Kurz & knapp Hat Susanne Gramatté eine akute Erkrankung ausgeschlossen, verfolgt sie bei der Behandlung von Rückenschmerzen einen multimodalen Therapieansatz. Um schmerzfrei zu werden und ihre Bewegungsfähigkeit wiederzuerlangen, empfiehlt die Berliner Orthopädin ihren Patienten unter anderem:

  • Stabilisierende Bandagen und Orthesen wie die SacroLoc und LumboTrain, um Fehlhaltungen zu vermeiden – auch bei der Physiotherapie.
  • Die Bauerfeind Therapie-App mit Übungen zum gezielten Muskelaufbau und Trainieren der Beweglichkeit.
Die aktive Freizeitsportlerin möchte ihren Patienten mehr Eigenverantwortung im Rahmen der konservativen Therapie übertragen. „Mein Anliegen ist Hilfe zur Selbsthilfe“, sagt die Schmerz- und Chirotherapeutin. „Es gibt für jeden etwas, was er individuell tun kann.“

Wenn es um nicht-spezifische Rückenschmerzen geht, empfiehlt die Orthopädin Susanne Gramatté eine individuelle, multimodale Therapie. Bandagen und Orthesen spielen dabei eine tragende Rolle – ebenso wie die aktive Compliance ihrer Patienten.

„Niemand sollte Schmerzen haben.“ So beschreibt Susanne Gramatté ihren Ansporn als Orthopädin. Nicht umsonst hat sie sich auf Schmerztherapie spezialisiert. Patienten, die ihre Praxisräume im Berliner Sana Gesundheitszentrum mit Rückenschmerzen betreten, bietet sie einen „bunten Strauß an Therapiemöglichkeiten“, der auch Bandagen und Orthesen umfasst. Zuvor jedoch steht eine ausführliche Untersuchung an. Und die beginnt bereits mit der Bewegung vom Wartezimmer zum Behandlungsraum, den Susanne Gramatté ebenso genau beobachtet wie alle weiteren Bewegungen des Patienten. „Dann muss ich zunächst bestimmte Red Flags abchecken“, erläutert die gebürtige Brandenburgerin. Also: Ist der Schmerz lokal, strahlt er aus, ist Darm oder Blase beeinträchtigt, liegen neurologische Ausfälle an Armen oder Beinen vor? Gab es eine Erkrankung, einen Sturz? Hinzu kommen Funktionstests und Untersuchungen, für die sich ihre Patienten entkleiden müssen. „Das ist für mich erst einmal wichtiger als ein MRT“, betont Susanne Gramatté, auch wenn viele Patienten danach fragen.

Doch die Orthopädin vertraut auf ihr „wunderbares Handwerkszeug“: den Menschen genau anzusehen, anzufassen, Schmerzursachen regelrecht zu erspüren. „Manchmal reicht es, jemandem die Hände auf die Schultern zu legen, um die Körperspannung zu ertasten.“ Hat sie dann noch Informationen zur Lebens- und Arbeitsplatzsituation sowie Bewegung und Sport erfragt, ist Susanne Gramatté schon mitten in der multimodalen Therapie. „Dazu versuche ich auch, die Psyche abzuklopfen“, erklärt sie. Nicht nur die hat übrigens durch die Coronamaßnahmen bei vielen Patienten sehr gelitten. „Ich beobachte seitdem eine deutliche Zunahme an Rückenschmerzen.“

Susanne Gramatté ist Fachärztin für Orthopädie, Chirotherapie und spezielle Schmerztherapie im Sana Gesundheitszentrum Berlin-Brandenburg. Um ihren Rückenschmerzpatienten das Tragen einer Bandage oder Orthese näherzubringen, hat Susanne Gramatté Muster zum Anfassen und Ausprobieren in der Praxis bereitliegen.

Bandagen und Orthesen erleichtern die Bewegung

Sind akute Erkrankungen ausgeschlossen, bespricht die Fachärztin mit ihren Patienten den individuellen Weg zur Schmerzreduzierung und -freiheit. Manchmal ist die Ursache nicht sofort klar zu identifizieren. Gleichwohl ist Schmerz schnell zu reduzieren. Manche bevorzugen eine Injektion, andere lehnen sie bewusst ab. Die wichtigste Säule der nicht-medikamentösen Therapie sieht Susanne Gramatté in körperlicher Aktivität, und zwar „nicht nur einmal die Woche unter Anleitung beim Physiotherapeuten, sondern täglich zu Hause“. Wichtig seien alle Maßnahmen, die ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Hier kommen Bandagen und Orthesen ins Spiel, die die Ärztin seit über zehn Jahren einsetzt. Bei sämtlichen Schmerzen im unteren Lendenbereich, nicht nur im Iliosakralgelenk, empfiehlt sie die SacroLoc zur Stabilisierung und beobachtet eine großartige Compliance: „98 Prozent der Patienten sind glücklich damit und nutzen sie.“ Sitzt der Schmerz weiter oben, rät Susanne Gramatté zur LumboTrain, die mit ihren massierenden Noppen von vielen wie eine stützende Hand im Rücken empfunden wird.

Seltener kommt die LordoLoc zum Einsatz. Susanne Gramatté verordnet sie nach Fraktur oder OP der Wirbelsäule. Hier ist eine Mobilisation unter Reduzierung von gewissen Bewegungsmöglichkeiten Ziel der Therapie. Für die Akzeptanz – und Wirksamkeit – der Orthesen ist wichtig, dass sie richtig sitzen, nicht kneifen und regelmäßig getragen werden. Auch bei Bewegung und, ja, selbst bei der Krankengymnastik und beim Wiedereinstieg in den Sport. Leider glaubten noch immer viele – auch Physiotherapeuten –, eine Bandage behindere den Muskelaufbau, bedauert die ausgebildete Schmerztherapeutin. Dabei sei das Gegenteil der Fall: „Sie verhindert durch die Stabilisierung, in Ausweichbewegungen zu verfallen und reduziert einseitige Überlastung, sie fördert die Durchblutung, massiert und aktiviert die Muskulatur.“

„Was gibt es Schöneres, als eine Bandage anzulegen und dafür auf eine Schmerztablette zu verzichten?“

Susanne Gramatté

Weniger Medikamente, mehr Eigenverantwortung

Einen weiteren großen Vorteil bieten Bandagen und Orthesen älteren Patienten, die oftmals zahlreiche Medikamente einnehmen. Susanne Gramatté: „Mit der Bewegung lösen sich Verspannungen, die den Schmerz hervorrufen. Die Bandagen fördern und erleichtern wieder die Bewegung. Das ist Lebensqualität!“ Mit der SacroLoc oder LumboTrain im lumbosakralen Bereich der Wirbelsäule gekräftigt, können sie ihre Übungen machen und entspannter einkaufen oder spazieren gehen. Die frische Luft tut gleichzeitig der Psyche gut. „Die Bandagen und Orthesen geben dem Patienten ein Stück Eigenverantwortung zurück“, resümiert Susanne Gramatté. „Wir sollten ruhig wieder mehr auf unsere Sinneswahrnehmung und die Selbstheilungskräfte der Natur vertrauen.“

Die Eigenverantwortung unterstützt auch die Bauerfeind Therapie-App mit Übungen für zu Hause, die man ausführt, wann es am besten passt. „Wichtig ist, die Übungszeiten in den Kalender einzutragen“, empfiehlt Susanne Gramatté, selbst aktive Freizeitsportlerin. „Sich diese ,Ich-Zeit‘ für sich persönlich zu reservieren, hat auch etwas mit Achtsamkeit zu tun.“ Zu einem multimodalen Ansatz zählt neben Medikamenten, Physiotherapie und Lebensstil eben auch die aktive Mitarbeit des Patienten. Konnte sie ihn davon überzeugen, hat sich Susanne Gramattés Ansporn ausgezahlt.

Bei sämtlichen Schmerzen im unteren Lendenbereich empfiehlt Susanne Gramatté die SacroLoc zur Stabilisierung – nicht nur bei Beschwerden des ISG.

Schmerztherapie mit Bandagen und Orthesen

Die Bandage LumboTrain aktiviert die Rumpfmuskulatur und lindert Schmerzen im unteren Rücken. Sie stabilisiert und richtet die Lendenwirbelsäule auf. Ein Massage-Pad löst bei Bewegung gezielt Verspannungen. Die Orthese SacroLoc komprimiert mit zwei Zuggurten das Becken und verringert die Nutationsbewegung in den Iliosakralgelenken (ISG). Dies stabilisiert und entlastet. Zwei Pelotten massieren die Rückenmuskeln, was nachweislich Schmerzen im gesamten unteren Lendenbereich lindert. Studien der Universität Leipzig und der Technischen Universität Chemnitz haben die Wirkung der SacroLoc untermauert. Whitepaper mit Zusammenfassungen ausgewählter Studienergebnisse sind erhältlich über medical.affairs@bauerfeind.com.

Bilder: Bauerfeind, Thomas Lebie

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