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SacroLoc Rückenorthese und amerikanische Chirotherapie Justierung der zentralen Achse

Ausgabe 01/2011

Alles dreht sich um sie: die Wirbelsäule. Osteopathisch orientierte Chiropraktiker betrachten die Wirbelsäule in Kombination mit dem Kreuzbein, den Kopfgelenken und dem Schädel als funktionelle Einheit (craniosacrales System). Mit sanfter chiropraktischer Technik und mit der Unterstützung der SacroLoc werden nicht nur die untere Wirbelsäule und das Becken, sondern indirekt auch Funktionsstörungen im Bereich der gesamten Wirbelsäule und des Körpers behandelt.

Wenn Dr. med. Ludger Mackenschins das Funktionieren des craniosacralen Systems erklärt, spielen das Kreuzbein und der Atlas eine wesentliche Rolle. Der Krefelder Facharzt für Orthopädie und Schmerzmedizin behandelt nach den Prinzipien der amerikanischen Chiropraktik, einer speziellen Manualtechnik, die in den Wurzeln erheb­liche Übereinstimmungen mit der Osteopathie aufweist (Erstentwicklung durch D. D. Palmer 1895). Wesentlich ist das Leitbild, dass Störungen des Nervensystems ausgelöst werden von Fehlstellungen der Wirbelgelenke, den sogenannten Subluxa­tionen. Eine fehlerfreie Funktion der Wirbelgelenke, insbesondere des Atlaswirbels und der wichtigen angrenzenden Strukturen, dem Hinterhauptbein (Occiput) und dem Kreuzbein und Darmbein (Sacrum und Ileum) mit dem von beiden Knochen eingeschlossenen Kreuzdarmbeingelenken, garantiert eine regelhafte Funktion der Statik des Körpers und des Nervensystems.

Fehlstellungen strahlen aus

Generell wird das Nervensystem als grundlegendes Steuerorgan für alle körperlichen Prozesse (mechanische und biochemische) betrachtet. „Wirbelfehlstellungen, sogenannte Subluxationen, sowie Becken- und Kopffehlstellungen führen oft zu erheb­lichem nervalen Stress und stören die funktionelle Einheit vieler Körperfunktionen“, erklärt Dr. Mackenschins. Mit der Folge, dass die Beschwerden unerwartet vielfältig und oft entfernt von der Funktionsstörung zu finden sind. „Am Wirbelkörper austretende Nerven versorgen nicht nur benachbarte Muskelgruppen, sondern auch die inneren Organe wie den Darm und viele Drüsen“, so der Arzt. Länger bestehende Fehlstellungen führen über Freisetzung von ­Botenstoffen und Genexpression zu chronischen Schmerzen. So führt eine Fehlstellung der Kreuzdarmbeingelenke häufig zu seitlichen Kopfschmerzen und Nackenschmerzen, aber auch zu unterem Rückenschmerz und Schmerzausstrahlung in das Gesäß und die Beine.

Sacrum als Basis der Haltung

Ziel der speziellen Chirotherapie, die Dr. Mackenschins in der gemeinsamen Praxis mit seinem Kollegen Dr. Lange anbietet, ist die Beseitigung der Gelenk- und Knochenfehlstellungen. In den Mittelpunkt der Therapie rückt dabei das Sacrum als „Basis der Haltung“, wie der Orthopäde es bezeichnet. Gerade im Bereich des Kreuzbeins und im Iliosacralgelenk (ISG) können Fehlstellungen, vor allem Beckenschiefstellungen, starke Schmerzen hervorrufen. Auch die Last des Körpers hinterlässt am ISG Spuren. „Im Bereich des Kreuzdarmbeingelenks werden zwei Zonen unterschieden. Der vordere Teil ist der synoviale Anteil des ISG, der hintere der faserreiche, gewichttragende Teil mit hoher Bandunterstützung“, zeigt Dr. Mackenschins. „Bei jeder Anamnese muss der natürliche Verschleiß des Kreuzdarmbeingelenks berücksichtigt werden. Am Ileum setzt er ungefähr ab dem vierzigsten Lebensjahr ein, auf der sacralen Oberfläche bereits ab dem zwanzigsten. In der Jugend überwiegt eine mehr gleitende Bewegung (Nutation), später eine eher wippende Bewegung.“ Detailkenntnisse, wie man sie nicht überall hört!

Am Ende der Justierung setze ich zur Sicherung des Ergebnisses
in vielen Fällen die SacroLoc ein.“
 (Dr. Ludger Mackenschins)

Bevor die SacroLoc zum Einsatz kommt, wendet Dr. Mackenschins zur Therapie von Subluxationen ein ganz bestimmtes Hilfsmittel an: seine Hände.
Bevor die SacroLoc zum Einsatz kommt, wendet Dr. Mackenschins zur Therapie von Subluxationen ein ganz bestimmtes Hilfsmittel an: seine Hände.

Die Fehlstellung gibt die Richtung der Mobilisation vor

Typische ISG-Blockierungen treten nach den Erfahrungen des Chiropraktikers nie isoliert auf: „Genau wie das Sacrum immer mit dem Occiput gekoppelt ist, sind ISG-Probleme fast immer mit einem LWS-Syndrom gekoppelt.“ Nach einer umfassenden Diagnostik (Fußdruckmessung, Haltungsanalyse, Arm-Fossa-Test [AFT]) „justiert“ Dr. Mackenschins Patienten mit ISG-Instabilitäten (Kat. II n. SOT [Sacro-Occipital-Therapie]) und deren Begleitbeschwerden mit „Impulsen“ an bestimmten Schlüsselstellen, beispielsweise am Sacrum oder Ileum. Im Ergebnis wird eine regelgerechte Stellung von Becken und ISG erreicht, so dass kein Stress mehr auf das Nervensystem ausgeübt wird. Danach übernimmt der Körper die Heilung selbst, ohne Gabe von Medikamenten (Vitalismus). Dabei bedarf die Hilfe zur Selbsthilfe manchmal selbst einer Unterstützung: „Am Ende der Justierung setze ich zur Sicherung des Ergebnisses bei vielen Patienten die SacroLoc ein“, berichtet Dr. Mackenschins. In diesen Fällen liegt ursächlich eine Lockerung der Kreuzdarmbeinfugen vor (Kat. II SOT). Das sind häufig die Patienten, die bei vielen Therapeuten oft und erfolglos mobilisiert wurden und oft auch „bandlocker“ (hypermobil) sind sowie Probleme mit dem Kiefergelenk und der HWS haben. „Die Kompression des Beckens durch die Rückenorthese hat eine stabilisierende und muskelentspannende Wirkung. Schmerzen werden zusätzlich über das Biofeedback durch die Pelotte gemindert.“ Sehr viele Patienten wurden bereits in der orthopädischen Praxis erfolgreich mit der Orthese stabilisiert und sind erstmalig seit langer Zeit beschwerdefrei. Der Krefelder Arzt ist überzeugt: „Der Grund, warum so viele meiner Patienten der sacro-occipitalen Therapie vertrauen, sind die gesamtheitliche Betrachtung und Untersuchung, die sanfte Therapie, u. a. über sogenannte Blöcke, und die Erkenntnis aus der SOT, dass die häufig nicht festgestellten Instabilitäten der Kreuzdarmbeinfugen durch Kompression und Stabilisierung insbesondere auch mittels SacroLoc erfolgreich behandelt werden ­können.“

Bilder: Bauerfeind, Stefan Durstewitz