Bandagen/ Rückenschmerzen

Präventive Offensive

Zwei Spielfelder, eine Taktik

Von Bauerfeind Life Magazin

Kurz & knapp Er weiß, was Spitzensportler bewegt und überträgt seine Erkenntnisse auf die Behandlung alltäglicher Patienten. Als Orthopäde am Dortmunder Prävent Centrum und als Teamarzt der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft setzt Carsten Lueg vor allem auf eines: Prävention.

  • Rückenpatienten behandelt der Orthopäde im Rahmen einer multimodalen Schmerztherapie individuell mit Bandagen und Orthesen
  • Beispielsweise kann die LumboTrain-Rückenbandage eine externe Unterstützung ausüben, die SacroLoc-Beckenorthese zur Stabilisierung der LWS beitragen, so der Arzt.
  • Als einer von zwei Teamärzten der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft sieht Carsten Lueg die medizinische Prävention als wichtigen Bestandteil der Betreuungsarbeit.
  • Sowohl in der Betreuung von Spitzensportlern als auch bei der individuellen Versorgung unterschiedlichster Patientengruppen, sieht sich Carsten Lueg als Teamplayer.

Das Dortmunder Prävent Centrum ist durch ein interprofessionelles Umfeld gut aufgestellt. Gleiches gilt für die Frauenfußball-Nationalmannschaft. Auf beiden Feldern agiert der Orthopäde und Sportmediziner Carsten Lueg. Ein Besuch bei einem Teamplayer.

Erst auf der Treppe in die oberen Flure zu den Untersuchungszimmern und Therapieräumen, entlang signierter Sportlerinnentrikots, wird klar: Es ist tatsächlich ein ganzes Haus, das Prävent Centrum in Dortmund, freistehend, im grüneren Süden der Stadt. Gut geplant, denn der Platz ist nötig. In dem Ärztehaus für Privatpatienten arbeitet ein eingespieltes Team von Internisten, Kardiologen sowie dem Orthopäden Carsten Lueg nebst Mitarbeitern. Check-up-Untersuchungen und Therapieverfahren, die dem Spektrum einer Klinik nicht nachstehen, zählen zu den Angeboten des Prävent Centrums.

LumboTrain und SacroLoc zur Unterstützung

„Wir haben zwar einen internistischen Fokus, aber zu den Check-ups bringen viele Patienten auch ihre orthopädischen Zivilisationskrankheiten mit“, sagt Carsten Lueg. „Dann komme ich ins Spiel.“ Wie bei der Rückenschmerzpatientin Sanja Pigl. Die medizinische Fachangestellte leidet an einem Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich. Carsten Lueg legt ihr eine LumboTrain-Rückenbandage an. „Als Teil einer multimodalen Schmerztherapie erhält sie so eine externe Unterstützung, die eine höhere Belastungsfähigkeit ermöglicht“, so der Arzt. „Auch die Beckenorthese SacroLoc ist zur Stabilisierung der unteren Lendenwirbelsäule ein von mir gerne angewandtes Hilfsmittel wegen der zirkulären Kompression. Über Hautrezeptoren aufgenommene Reize vermitteln dem Gehirn eine 3D-Information über die Lage des Körpers. So können unerwünschte Mikrobewegungen im Facettenbereich vermieden werden.“

Als Teil einer multimodalen Schmerztherapie setzt Carsten Lueg Bandagen und Orthesen zur Stabilisierung des Rückens ein.

Sportler haben „Rücken“

Bei einer anderen Klientel Carsten Luegs dürfte die Zivilisationskrankheit Bewegungsmangel weniger ausgeprägt sein, dennoch ist oft der Rücken betroffen. „Anhaltende Fehlbelastungen beim Fußballspielen, etwa mit der typischen Beckenbewegung beim Schießen, können zu Rückenschmerzen führen. Hier lautet die Frage: Welcher Fuß wird mehr belastet? Mit welchen Auswirkungen auf die Muskulatur? Auch Bandscheibenprobleme treten bei Sportlern auf, allerdings häufiger bei Handballern oder Turnerinnen als bei Fußballern“, weiß der Sportmediziner. „Überall dort, wo die Bewegungen in die Hyperlordose gehen, kann es kritisch werden. Wurfsportler haben ebenfalls oft Probleme mit dem Rücken. Wirbelgleiten wäre bei dieser Gruppe noch ein gesondertes Kapitel.“

Mit Rat und Tat

Ein weiterer Patient hat sich angemeldet. André Scholz gehört ebenfalls zur großen sportlichen Klientel, die sich beim früheren Handballbundesligaspieler im Prävent Centrum die Klinke in die Hand gibt. Man kennt sich. Heute soll eine AchilloTrain-Bandage der gerissenen und operierten Achillessehne des Sportlehrers auf die Sprünge helfen. Carsten Lueg erklärt ihm das Wirkprinzip der Bandage. Ein Anruf: Der Junge sei da, mit seinem Vater. Ohne Eile verabschiedet sich der Arzt von André Scholz. „Die AchilloTrain wird dir guttun. Gruß an die Familie.“ Carsten Lueg wechselt in einen Nebenraum. „Morbus Osgood-Schlatter“, berichtet er später und meint die Knieerkrankung des zwölfjährigen Jungen, den er im Beisein des Vaters untersuchte. Der Vater, auch ein Handballer und Patient bei ihm, bat um seinen Rat. Als Therapiemaßnahme empfiehlt Carsten Lueg dem behandelnden Kinderarzt, eine Kniebandage in Betracht zu ziehen.

Neuroathletikexperten und Schlafhygieniker

Seine Expertise in der individuellen Versorgung unterschiedlichster Patientengruppen, oft in Absprache mit vor- oder nachbehandelnden Kollegen, kann Carsten Lueg noch auf einem zweiten großen Spielfeld einbringen: Gemeinsam mit Dr. med. Tobias Schmenn betreut er als Teamarzt die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft. Vor einem großen Turnier wechseln sich die beiden Ärzte an circa 90 Tagen im Jahr ab. Ein hoher zeitlicher Aufwand. Neben ihrer orthopädischen Qualifikation sind vor allem die eines Teamplayers und eines Kommunikators gefragt. In der Koordination zwischen Trainerin, Spielerinnen, Vereinsärzten, Physiotherapeuten, Neuroathletikexperten, Schlafhygienikern oder Ernährungswissenschaftlerinnen sieht Carsten Lueg einen Großteil seiner Arbeit. „Entsprechend der Leistungssteigerung im Frauenfußball, die fast exponentiell eingetreten ist, hat sich der DFB auch im Betreuungsbereich interprofessionell aufgestellt. Das eine bedingte das andere und umgekehrt.“

„Ob Profi-Sportler oder normaler Patient – sie alle erhalten Spitzenmedizin.“

Carsten Lueg

Spitzensport fördert Spitzenmedizin

Trotzdem wird die Europameisterschaft in England im Juli dieses Jahres für den achtmaligen Meister aus Deutschland zu einer großen Herausforderung. „Ein knallhartes Starterfeld wartet auf uns“, sagt der Mannschaftsarzt, der spätestens im dritten Vorrundenspiel am 16. Juli gegen die starken Finninnen zum Team stoßen wird. Die Taktik der Trainerin Martina Voss-Tecklenburg könnte heißen: kontrollierte Offensive. Carsten Luegs Taktik hingegen steht schon fest und kann ohne Vorteil für die Gegnerinnen verraten werden: präventive Offensive. Bleibt noch die Frage, inwiefern seine Patienten im „normalen“ Praxisalltag im Prävent Centrum von seinen Erfahrungen im Spitzensport profitieren können? Klare Fußballer-Antwort: „Eins zu eins. Sie erhalten Spitzenmedizin!“

Bilder: Michael Bause, Thomas Boecker/DFB

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