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Orthesen kombiniert mit Einlagen in der Gonarthrose-Therapie „Wir erzielen deutliche Erfolge“

Ausgabe 03/2021

Bei Gonarthrose lohnt sich der Blick auf die gesamte Beinachse, betont Achim Oberle. Als Leistungserbringer setzt er auf eine ganzheitliche Versorgung mit Einlagen und Orthesen. In Zusammenarbeit mit Arzt und Physiotherapeut lässt sich so eine Operation des Knies oftmals sehr lange hinausschieben. 

„Die Leute werden nicht nur immer älter, sie haben auch den Anspruch, viel länger aktiv zu bleiben. Heute will man auch im Alter noch größere Touren machen“, sagt Achim Oberle, Geschäftsführer von der Oberle GmbH & Co. KG im baden-württembergischen Ettenheim. Korrespondierend dazu nimmt die Zahl der Gonarthrose-Fälle kontinuierlich zu.1
„Das Problem ist: Gonarthrose ist nicht heilbar. Man kann aber konservativ viel tun. Durch eine geeignete, leitliniengerechte  Versorgung2 gelingt es in den überwiegenden Fällen, Schmerzen zu lindern, bestenfalls sogar Schmerzfreiheit zu erreichen. Das hält mobil und kann eine weitere Verschlechterung der Situation deutlich hinauszögern“, erläutert er seine Erfahrungen, die er seit 15 Jahren in der Versorgung von Arthrose-Patienten gesammelt hat. Bei seiner Arbeit am Patienten verfolgt der Orthopädie-Schuhmachermeister und -Techniker einen ganzheitlichen Ansatz, der die gesamte Beinachse berücksichtigt. Von der Fußstellung bis zur Position des Kniegelenks soll eine Achsbegradigung die einwirkenden Kräfte entlang des gesamten Beins so lenken, dass eine Entlastung entsteht. „Mit Einlagen und Orthesen erzielen wir deutliche Erfolge. Eine Operation wird dadurch oft erst wesentlich später unumgänglich. Das sorgt für glückliche Patienten“, so der 52-jährige Praktiker – ein starker Ansatz für mehr Lebensqualität, der darüber hinaus in Zeiten der Corona-Pandemie seinen Teil dazu beitrug, die OP-Engpässe abzufedern. „Vor allem die mediale Gonarthrose lässt sich hervorragend versorgen. Der Varusstellung der Beine, die ja die überwiegende Zahl der Patienten betrifft, kann sehr gut entgegengewirkt werden.“

Die aus verschiedenen Materialien bei Bauerfeind vorgefertigte TRIactive OA wird in der Oberle-Werkstatt individuell in die Schuhe der Kunden eingepasst.
Die aus verschiedenen Materialien bei Bauerfeind vorgefertigte TRIactive OA wird in der Oberle-Werkstatt individuell in die Schuhe der Kunden eingepasst.

Beraten, testen, vernetzen

Am Anfang jeder Versorgung steht die Dia­gnose des Arztes. „Das gilt umso mehr, wenn der Kunde im Laden über Knieprobleme klagt und eine Gonarthrose augenscheinlich anzunehmen, aber noch nicht bestätigt ist“, erklärt Achim Oberle. „Insofern empfehlen wir immer den Praxisbesuch und je nach Stadium der Degeneration neben Einlagen auch Orthesen als Möglichkeiten anzusprechen, damit sie in die Therapieüberlegungen mit einbezogen werden können.“ Oberle „Gesunde Schuhe“ hat sich über die letzten Jahre einen Namen bei der Gonarthrose-­Versorgung in der Region gemacht – bei den Fach- und Hausärzten, bei den Physiotherapeuten und durch Mund-zu-Mund-­Propaganda bei den Patienten. Die umfassende Beratung der Kunden steht im Mittelpunkt. Eine Besonderheit stellt das Oberle-Testcenter dar. Hier können Patienten den Effekt einer Orthese auf ihr Knie und ihre Beweglichkeit direkt ausprobieren – eine Erfahrung, die dem Patienten und dem verschreibenden Arzt die nötige Compliance der danach angewandten Maßnahme garantiert. Generell ist Achim Oberle das Einbeziehen aller Beteiligten im Sinne des größtmöglichen Therapieerfolgs sehr wichtig: „Vernetzung ist die Devise. Mit einer zentralen Ansprechpartnerin im Haus wollen wir den interdisziplinären Austausch mit Ärzten und Physiotherapeuten intensivieren und weiter ausbauen – zum Nutzen der Patienten“, so Achim Oberle. 

Leitliniengerechte Therapie mit Einlagen und Orthesen

„Ich möchte, dass die Leute zurechtkommen. Der Erfolg einer Versorgung hängt davon ab, wie der Kunde sie annimmt und einsetzt. Oft muss man erst die Zusammenhänge verdeutlichen. Bei Knieschmerzen ist eine Knieorthese für den Betroffenen gut nachvollziehbar. Eine Einlage, die dagegen am Fuß ansetzt, ist schon erklärungsbedürftiger. Versteht der Kunde jedoch Sinn und Wirkweise seiner Versorgung, trägt das maßgeblich zur Compliance und damit letztlich zum Therapieerfolg bei“, erklärt Achim Oberle. Beim Einsatz der Hilfsmittel orientiert er sich an den DGOOC-Leitlinien, die bei der konservativen Therapie für verschiedene Gonarthrose-Stadien unterschiedliche Versorgungen als geeignet betrachten. Während im Anfangsstadium und bei Fußfehlstellungen zunächst Einlagen das Mittel der Wahl sind, sollten ab einem mittleren Schweregrad auch Orthesen eingesetzt werden, um Entlastungsmomente zu schaffen, da die Wirkung einer Außen-/Innenranderhöhung auf die Beinachse limitiert ist. Achim Oberle verwendet dabei von Bauerfeind speziell für die Gonarthrose-Therapie entwickelte Lösungen: die neue stützende Einlage TRIactive OA sowie die entlastende Knieorthese GenuTrain OA. Je nach Fersen- und Achssituation bilden sie – einzeln, in Folge oder kombiniert getragen – ein Therapiekonzept für die frühzeitige Muskelkräftigung und Mobilisierung. 

„Mit TRIactive OA und GenuTrain OA sind wir für die Gonarthrose-Versorgung sehr gut aufgestellt. Und wenn der Patient mitmacht, lässt sich viel erreichen.“
Achim Oberle

Einsteigen und wohlfühlen

Orthopädische Einlagen verändern die Stellung der Füße und Gelenke und wirken damit korrigierend auf die gesamte Körperhaltung. So kann durch die Erhöhung des Außen- oder Innenrands der mediale oder laterale Teil des Kniegelenks entlastet werden. Achim Oberle versorgt viel mit Einlagen bei der medialen Gonarthrose: „In der Regel erfolgt nach Vorgabe des Arztes eine Außenranderhöhung um drei bis vier Millimeter. Wichtig ist mir dabei, gleichzeitig auch den mittleren und innenliegenden Teil des Fußes abzustützen, um den Patienten nicht in eine Knickfußstellung zu pressen. Dabei sollte die Einlage für die optimale Passform im Schuh trotzdem möglichst niedrig bleiben.“ Bei der TRIactive OA lobt der Experte: „Dank ihres verstärkenden Kerns und der PowerWave-Technologie, also der Verzahnung verschiedener Materialien, ist sie nicht nur sehr flach. Sie sorgt vor allem für eine Fußführung, was für mich in frühen Stadien der Gonarthrose viel wichtiger ist als die Dämpfung.“ Überhaupt findet er den Einstieg in eine Arthrose-Behandlung mit Einlagen durchweg empfehlenswert: „Sie sind eine tragekomfortable Lösung. Sie liegen einfach im Schuh und los geht’s.“ Entscheidend sind für ihn aber insbesondere die möglichen Erfolge, die mit Einlagen bei leichten Formen von Gonarthrose erzielt werden können. „TRIactive OA bringt Konstanz – eine Basis, von der aus wir bei Bedarf weitere Maßnahmen einleiten können.“

Versorgung mit Aha-Effekt

Ist die Gonarthrose weiter fortgeschritten, empfiehlt die Leitlinie den Einsatz einer Orthese. Im Testcenter beobachtet der Orthopädie-Techniker nicht selten einen Aha-Effekt bei seinen Patienten: Sie erleben beim Anprobieren unmittelbar eine merkliche Verbesserung im Knie. Dank des mechanischen Drei-Punkt-Prinzips wird das Knie derart fixiert, dass die Kräfteverteilung gezielt den medialen oder lateralen Kniebereich entlastet. „Vor allem das Feedback auf die flexible GenuTrain OA ist sehr positiv. Die Patienten fühlen sich nicht nur besser eingepackt, sondern spüren auch keine Druckstellen, wie etwa bei Hartrahmenorthesen.“ Das leichte, elastische Gestrick ist atmungsaktiv und angenehm zu tragen. GenuTrain OA kann unauffällig unter der Hose zum Einsatz kommen und der Drehverschluss bei Bedarf bequem durch den Stoff nachjustiert werden. Beim Anpassen achtet Oberle auf die Struktur des Bindegewebes und die anatomischen Gegebenheiten des Patienten, nimmt Maß und weist bei der Anprobe darauf hin, die Orthese zunächst nicht zu straffzuziehen. „Viel hilft viel, stimmt hier nicht. Wir wollen ein Stauungsproblem unbedingt vermeiden.“ Für die richtige Einstellung sei immer zu überlegen: Was ist verträglich? Was bringt den gewünschten Effekt? Womit kommt der Patient zurecht? „Dank ihrer hervorragenden Passform lässt sich GenuTrain OA sehr leicht anziehen und positionieren. Sie funktioniert sehr einfach und ist daher auch gut für Ältere geeignet. Die Patienten entwickeln schnell Vertrauen zu ihrer Orthese. So macht Versorgen Spaß“, berichtet Achim Oberle.

Die Kombination für schwerere Fälle

Je nach Fußfehlstellung sehen die Leitlinien ab einem mittelschweren Stadium die Kombination von Einlage und Orthese vor. Zusammen verstärken sie den gewünschten Effekt: die Entlastung des betroffenen Gelenkbereichs. Die Achskorrektur am Fuß und die Lenkung der auf das Knie einwirkenden Kräfte sorgen gemeinsam für eine verbesserte Statik entlang des gesamten Beins. „Dabei sollte aber stets darauf geachtet werden, dass die eingesetzten Lösungen auch zur Persönlichkeit des Patienten passen“, so die Erfahrung des Fachmanns. „Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient seine Orthese tatsächlich trägt? Hat er vielleicht aus früheren Erfahrungen eine Aversion gegen Einlagen? Solche Fragen müssen berücksichtigt werden, um die bestmögliche Versorgung zu finden. Nur so erreichen wir, dass der Patient mitmacht und sich wieder besser bewegen kann.“ 

Gonarthrose-Therapie braucht Zeit 

Achim Oberle versteht sich und sein Team als Partner der Kunden. Damit das Fachpersonal dafür stets auf dem neuesten Stand der Technik ist, liegt dem Geschäftsführer die Ausbildung seiner Belegschaft sehr am Herzen. Die Versorgung von Gonarthrose-Patienten beschränkt sich hier nicht auf die Ladentheke. Kunden werden ausschließlich in Terminen versorgt, für die sie mindestens 20 Minuten Zeit einrechnen sollten, denn intensive Beratung ist wichtig. „Dafür muss man schon einen Erfahrungsschatz aufbauen. Kontinuierliche Schulungen sind dafür essenziell. In meinen Augen lohnt sich das aber gleich doppelt: Einerseits ist das die Grundlage, um Patienten besser zu helfen, andererseits eröffnet man sich damit ein wachsendes Markt­segment.“
Oberle und sein Team wollen keine Wunderheilung versprechen, können aber optimistisch auf die Potenziale verweisen, die alle Beteiligten in den Therapieprozess einbringen können. Ein wichtiger Faktor ist für ihn die kontinuierliche Nachsorge. Gegenwärtig erfolgt sie nach einem halben Jahr im Zuge des Einlagenwechsels. Aktuell plant er jedoch schon einen ersten Termin zwei bis vier Wochen nach der Erstversorgung einzuführen, um gerade im Anfangsstadium besser einwirken zu können. „Mit TRIactive OA und GenuTrain OA sind wir für die Gonarthrose-Versorgung sehr gut aufgestellt. Und wenn der Patient mitmacht, lässt sich viel erreichen.“





1 Laut Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) geben etwa vier Prozent der Erwachsenen in Deutschland die ärztliche Behandlung einer Kniearthrose an. Die Zahl der Knieoperationen steigt seit 2013 stetig an und lag 2019 bundesweit etwa bei 194.000 Implantationen (www.iqwig.de/projekte/p20-03.html).
2 Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) hat evidenzbasierte Leitlinien für die Gonarthrose-Therapie erstellt. Ein Abschnitt widmet sich der konservativen Therapie und geht auf mögliche Hilfsmittel ein. Mehr unter: https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/033-004.html

Bilder: Udo Schönewald, Bauerfeind


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