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Neue Stabilorthese für die Hand Freiheit in der Nachversorgung

Ausgabe 02/2011

Lange Stabilorthesen für das HandgelenkVerletzungen der Hand müssen oft lange und aufwendig therapiert werden. Früher sicherte Dr. med. Hubert Klauser, Leiter des Hand- und Fußzentrums Berlin, das Ergebnis fast durchgängig mit Gipsverbänden. Heute arbeitet er flexibel – gerne mit einer neuen, abrüstbaren Stabilorthese.

Auch bei Erkrankungen und Verletzungen der Hand sind die Zeiten der starren Immobilisation abgelaufen. „Den Mittelweg zwischen Stabilisieren und Mobilisieren zu finden, lautet die Herausforderung.“ Der dynamische Handchirurg trauert den alten Zeiten nicht nach: „Zwölfwöchiges Ruhigstellen vom Daumen bis zum Oberarm, etwa beim Kahnbeinbruch, ist schon lange passé“, bekräftigt Dr. Klauser. Wie beim Fuß oder am Knie gilt bei der Hand gleichermaßen das Ziel einer frühzeitigen funktionellen Therapie mit indikationsgerechten Einschränkungen. Genau für diese Einschränkungen ist das überarbeitete Bauerfeind Handportfolio konzipiert.
ManuLoc, RhizoLoc sowie ManuLoc Rhizo – was sich wie eine Wiederholung liest , stellt nichts anderes dar als eine aufsteigende Reihe von Optionen. Für Dr. Klauser eröffnet beispielsweise die neue Kombinationsorthese ManuLoc Rhizo vielfältige Möglichkeiten. Sie ist eine Stabilorthese zur Ruhigstellung des Handgelenks mit Daumenfixierung. „Ihr großer Vorteil besteht darin, dass ich zu unterschiedlichen Zeiten der Nachversorgung die Bewegungsfreiheit im Daumengrund- und -sattelgelenk schrittweise erhöhen und am Ende die Daumenauflage komplett abnehmen kann“, erklärt er.

Struktur in der Therapie

„Angenommen, ich habe eine sechswöchige Nachbehandlungszeit , so kann ich sie durch das Abrüsten in einzelne Phasen exakt strukturieren: von der kompletten Ruhigstellung beim Frischverletzten, über die Phase der Lymphdrainage bis hin zur Phase des Abschwellens. Während des Abschwellens gebe ich schon kleine Bewegungsausschläge frei.“ Die Möglichkeiten der Strukturierung mit der ManuLoc Rhizo hat Dr. Klauser sowohl bei posttraumatischen als auch bei postoperativen Patienten. „Das nimmt sich nichts“, so der Chirurg, „auch postoperativ will ich so früh wie möglich gewisse Anteile geführt zur Bewegung freigeben. Das kann ich nicht mit dem Gipsverband. Es sei denn, ich nehme ihn ab.“ Trotz dieses erhöhten Aufwands gibt es dennoch Fälle, bei denen er mit einem Gips bzw. einer Gipslonguette arbeitet , meist in der unmittelbaren posttraumatischen oder postoperativen Phase direkt im Operationssaal. „Da ist die Gefahr einfach zu groß, dass durch Unachtsamkeit eine falsche Bewegung ausgelöst wird.“ Für die Phase danach jedoch, wenn Bewegung zugelassen werden kann, hat für ihn die ManuLoc Rhizo unangefochten die Domäne von individuell angefertigten, teuren Kunststoffschienen erobert.

Und wenn dann der Daumenanteil abgenommen wird, bietet die reduzierte Orthese immer noch Schutz, wenn etwa ein Sportler wieder trainieren möchte. Das ist äußerst praktisch.“
(Dr. Hubert Klauser)

Durchdachte Details

Es ist kein Zaubertrick, den der Hand­spe­zialist in seiner Berliner Praxis am Ku‘damm, dem HFZ Berlin, vollführt. Aber genau hinsehen muss man schon, um zu erkennen, wie schnell und einfach Dr. Klauser die ManuLoc Rhizo zur Demonstration auf- und abrüstet. Die einstellbare Bewegungsfreigabe im Daumengrund- und Daumensattelgelenk durch die Klettlasche, also die Dynamisierung, kennt Dr. Klauser bereits von der RhizoLoc Stabilorthese. „Die Lasche wird vertikal und nicht zirkulär bedient“, erläutert er. „Das ist wichtig, denn wir wollen damit das graduelle Beugen und Opponieren des Daumens bewerkstelligen.“ Auch bei den formgebenden Aluminiumstäben zur Stabilisierung des Handgelenks, die problemlos Greifbewegungen zulassen, sieht der Handchirurg und Orthopäde natürliche Vorbilder: „Die erwünschte Wirkung der Orthese bezieht sich nicht nur auf die Ruhigstellung des Handgelenks, sondern auch auf das Erreichen einer physiologischen Stellung, nämlich 20 bis 25 Grad Dorsalextension. Das ist die Position, in der es nicht zur Verklebung der Seitenbänder und der Gelenkkapsel kommt. Eine anschließende Mobilisierung ist dann annähernd problemlos möglich.“

Vom „Hausfrauendaumen“ bis zum Kahnbeinbruch

Durch die individuell einstellbare Daumenklettlasche kann die Bewegung im Daumengrund- und Daumensattelgelenk individuell limitiert bzw. freigegeben werden.
Durch die individuell einstellbare Daumenklettlasche kann die Bewegung im Daumengrund- und Daumensattelgelenk individuell limitiert bzw. freigegeben werden.

Dr. Klauser freut sich, neben den bewährten Produkten ManuLoc und RhizoLoc mit der neuen ManuLoc Rhizo jetzt eine weitere Therapieoption zur Verfügung zu haben. Für ihre Anwendung gibt es im Hand- und Fußzentrum Berlin reichlich Gelegenheit. „Von kindlichen Fehlstellungen bis zur Rhizarthrose des älteren Menschen, von Handgelenkverletzungen des Spitzenathleten bis zum Skidaumen des Breitensportlers sehen wir das gesamte Klientel“, zählt Dr. Klauser die ganze Bandbreite seiner Patienten auf. Nicht zu vergessen die Hausfrau mit ihrem gleichnamigen Daumen. Diese schmerzhafte Sehnenscheidenentzündung im ersten Strecksehnenfach ist eine degenerative Erkrankung. Der „Hausfrauendaumen“ muss meist operiert werden und stellt ebenfalls eine typische Indikation für die neue Stabil­orthese dar.
Häufig verwendet Dr. Klauser die ManuLoc Rhizo auch beim Kahnbeinbruch. In einer handchirurgischen Schwerpunktpraxis ist die Behandlung von Kahnbeinfrakturen nicht ungewöhnlich. Verletzte Heimkehrer aus den Berliner Skiwochen oder gestürzte Skateboardfahrer bescheren Dr. Klauser reichlich Arbeit am größten Knochen der proximalen Handwurzelreihe. Die stabile, nicht dislozierte Kahnbeinfraktur der Hand wird in der Regel operativ mit der Hohlschraube unter Druck fixiert. Dadurch forciert der Chirurg die knöcherne Überbrückung der Bruchstelle und minimiert die Gefahr der scheinbaren Gelenkbildung, der Pseudarthrose (Falschgelenkbildung). So weit , so bekannt. In der Nachversorgung allerdings beschreitet Dr. Klauser seit Kurzem einen neuen Weg: Der Handchirurg und Orthopäde verabschiedet sich Schritt für Schritt vom Käfig des Gipsverbands oder der Kunststoffschiene und setzt stattdessen auf die modular aufgebaute, abrüstbare Handorthese.

Weiterhin Schutz nach Abrüstung

„Mehr Flexibilität“ heißt die Devise. Die anpassbare Bewegungsfreiheit des überarbeiteten Bauerfeind-Handportfolios macht , ganz abgesehen von ihren Vorteilen im Detail , auch unter dem übergeordneten Aspekt Sinn: Die Flexibilität in der Anwendung fügt sich nahtlos ein in die Abkehr von der strikten Immobilisation und den damit verbundenen Immobilisationsschäden an Hand und Handgelenk. Zudem eröffnet die Anwendung auch zeitliche „Spielräume“: „Bei der Kahnbeinfraktur beispielsweise haben wir ein großes Zeitfenster“, so Dr. Klauser. „Drei bis vier Wochen kann ich mit der kompletten Orthese das Handgelenk stabilisieren. Und wenn dann die Daumenfixierung abgenommen wird, bietet die reduzierte Orthese immer noch Schutz, wenn etwa ein Sportler wieder trainieren möchte. Das ist äußerst praktisch.“ Auch nach Totalendoprothesen des Daumensattelgelenks schätzt Dr. Klauser die kurzfristige Ruhigstellung durch die ­Stabilorthese. Welche Eigenschaft der ManuLoc Rhizo ist am Ende entscheidend für ihren Einsatz? Dr. Klauser überlegt nicht lange: „Keine Frage, die Möglichkeit der flexiblen Abrüstung! Mit ihr gewinne ich Freiheiten, die ich vorher nicht kannte.“

Bilder: Nikolai Wolff


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