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Neue eurocom-Umfrage Weniger Schmerzen, mehr Mobilität

Ausgabe 03/2019

Eine neue, repräsentative Umfrage zeigt: Nutzer von orthopädischen Schuh­einlagen, medizinischen Kompressionsstrümpfen sowie Bandagen und Orthesen haben weniger Schmerzen, sind mobiler und gewinnen Lebensqualität zurück.
Klar wird dabei auch der enge Zusammenhang zwischen Beratungsintensität und Therapieerfolg für die aktuell rund 25 Millionen Träger dieser medizinischen Hilfsmittel in Deutschland.

Oda Hagemeier, Geschäftsführerin der eurocom.

Wie sehr und auf welche Weise profitieren die Anwender von medizinischen Kompressionsstrümpfen, orthopädischen Schuheinlagen, Orthesen und Bandagen von ihren Hilfsmitteln? Das wollte die eurocom e. V. als Herstellervereinigung für Kompressionstherapie und orthopädische Hilfsmittel wissen und beauftragte das renommierte Allensbach-Institut für Demoskopie mit einer repräsentativen Umfrage. Insgesamt wurden 1.300 Nutzer medizinischer Hilfsmittel befragt – mit klarem Ergebnis: Die Hilfsmittelanwender benötigen nach eigenen Angaben weniger Medikamente, können operative Eingriffe oft vermeiden, sind mobiler und gewinnen dadurch an Lebensqualität.
Insbesondere die schmerzlindernde Wirkung wurde von 72 Prozent der Einlagenträger, 58 Prozent der Bandagen- und Orthesennutzer sowie von 43 Prozent der Kompressionsstrumpfträger betont. Und diese minimiert auch den Arzneimittelbedarf der Nutzer: So konnte mehr als die Hälfte aller Bandagen- und Orthesenträger ihren Schmerzmittelkonsum reduzieren und 22 Prozent sogar ganz auf Schmerzmittel verzichten. Zudem berichten 21 Prozent , dass aufgrund der Orthese oder Bandage auf eine Operation verzichtet werden konnte. Das bedeutet: Hilfsmittel stellen eine echte Alternative zu Medikamenten dar und helfen den Betroffenen ganz konkrekt , wieder mobil zu werden. Eine höhere Mobilität bestätigten 61 Prozent der Kompressionsstrumpfträger, 69 Prozent der Schuheinlagennutzer und 71 Prozent der Träger von Bandagen oder Orthesen. Daraus resultiert auch die übereinstimmende Aussage von rund 80 Prozent aller befragten Hilfsmittelnutzer, dass sie durch ihr Hilfsmittel den Alltag besser bewältigen können und Lebensqualität zurückgewonnen haben.

Hilfe für Millionen Betroffene

„Die Ergebnisse zeigen, dass die untersuchten Hilfsmittel sich in der Praxis bestens bewähren, Schmerzen und Beschwerden effektiv lindern sowie den Menschen Mobilität und Lebensqualität zurückgeben“, so die Bilanz von eurocom-Geschäftsführerin Oda Hagemeier. „Die Umfrage ist insofern besonders relevant , weil sehr viele Menschen hierzulande auf medizinische Hilfsmittel angewiesen sind.“ Schließlich tragen aktuell 13 Prozent der deutschen Bevölkerung ab 16 Jahren Bandagen und Orthesen, das sind rund 7,8 Millionen Menschen. Bei der Erstbefragung vor fünf Jahren waren es noch 1,5 Millionen Anwender weniger. Fünf Millionen Menschen nutzen Kompressionsstrümpfe und 12 Millionen Menschen tragen orthopädische Schuheinlagen. „Angesichts dieser Größenordnung wird der Therapieerfolg auch zu einem ökonomischen Faktor“, sagt Oda Hagemeier. Denn je eher die Betroffenen wieder mobil werden und beispielsweise schneller an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können, desto höher ist auch der volkswirtschaftliche Nutzen der Hilfsmittel.

Ärztliche Aufklärung sichert den Therapieerfolg

Eine entscheidende Rolle für die hohe Wirksamkeit der untersuchten Hilfsmittel spielt auch die Unterstützung und Beratung durch den Arzt sowie den Sanitätsfachhändler. Denn je besser der Anwender weiß, warum er sein Hilfsmittel tragen sollte und wie er es zu nutzen hat , desto intensiver sind die Wirkung und damit auch der Therapieerfolg. So bestätigen 86 Prozent der Patienten, denen der Arzt die Anwendung und den Nutzen von Bandagen und Orthesen erläutert hat , dass ihnen diese viel oder sehr viel helfen. Bei denjenigen, die von ihrem Arzt nicht informiert wurden, sagen das nur 59 Prozent. Bei Kompressionsstrümpfen und Schuheinlagen ist dieser Zusammenhang ebenfalls klar erkennbar (siehe auch Grafik).

Know-how des Fachhandels

Neben der Aufklärung durch den Arzt ist auch eine umfassende Information bei der anschließenden Versorgung und Einweisung durch den Fachhändler von großer Bedeutung. „Eine gute Beratung ist die Hälfte des Therapieerfolgs“, konstatiert auch Oda Hagemeier. „Gerade der Sanitätsfachhandel verfügt dafür über das nötige Know-how – sowohl was den Menschen als Patienten angeht , als auch darüber, wie die Hilfsmittel funktionieren und wie sie sich am besten einsetzen lassen.“ Der Sanitätsfachhandel beziehungsweise das orthopädie(schuh)­technische Fachgeschäft ist dabei nicht nur die Hauptbezugsquelle für das Hilfsmittel. Vielmehr kennt der Fachhändler die verfügbare Produktpalette ganz genau, kann ein exakt auf den Patienten zugeschnittenes Produkt wählen, dieses fachgerecht anmessen und so den Patienten optimal versorgen.

Hohe Signalwirkung

Die Allensbach-Umfrage hat auch politisch eine hohe Signalwirkung. „Die Ergebnisse belegen eindeutig den medizinischen Nutzen der untersuchten Hilfsmittel“, betont Oda Hagemeier. „Das sollte auch vom GKV-Spitzenverband anerkannt werden.“ Mit der noch in Kraft zu tretenden Verfahrensordnung hofft die Industrie, mehr Transparenz und Planbarkeit für die Aufnahme neuer Produkte in das Hilfsmittelverzeichnis zu erreichen. Der Nachweis des medizinischen Nutzens ist hier ein entscheidendes Kriterium. Seit Anfang 2019 hat die eurocom ihren Sitz in Berlin quasi vis-à-vis des GKV-Spitzenverbands. Mit der räumlichen Nähe will die eurocom dazu beitragen, den Wissens- und Meinungsaustausch zu intensivieren und gemeinsam Konzepte zu entwickeln, die die Hilfsmittelversorgung aktuell und in Zukunft sicherstellen. „Auch dafür stellt die jüngste Allensbach-Patientenbefragung eine wichtige Bestandsaufnahme dar, mit der wir das Wissen um den medizinischen Nutzen, die Wirksamkeit und die Kosteneffizienz von Kompressionstherapie und orthopädischen Hilfsmitteln weiter verbreiten können“, so Oda Hagemeier.

Weitere Informationen

Die aktuelle Allensbach-Umfrage ist neben vielen weiteren Informationsmaterialien rund um medizinische Hilfsmittel unter folgendem Link verfügbar:www.eurocom-info.de/service/publikationen 

Bilder: eurocom


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