Bandagen·Knieschmerzen

Erfolgreiches Wirkprinzip

Nachgefragt

Von Bauerfeind Life Magazin am 16.03.2011

Prof. Dr. med. Heinrich Hess entwickelte vor 30 Jahren mit der GenuTrain die erste anatomisch formgestrickte Bandage mit integrierter visco­elastischer Pelotte. Sein Know-how fließt mittlerweile schon in die siebte Generation des Produkts ein.

Herr Prof. Dr. Hess, hätten Sie damals gedacht, dass aus Ihrer Idee ein derartiges Erfolgsprodukt wird?
Prof. Dr. Hess: Nein, das konnte man nicht ahnen. Das war eine richtige Revolution. Was bis dato auf dem Markt war, hätte man alles aus medizinischer Sicht überhaupt nicht produzieren dürfen.

Ursprünglich war die GenuTrain für eine ­schnelle Rehabilitation nach Sportverletzungen ausgelegt. Wie kam es, dass sich ihr Anwendungsspektrum bis heute wesentlich erweitert hat?
Prof. Dr. Hess: Man könnte sagen, die Idee hat sich verselbstständigt. Oder anders: Ein erfolgreiches Wirkprinzip hat sich durchgesetzt. Es begann damit, dass die Sportler die Bandagen an ihre Verwandten und Bekannten weitergaben, weil sie ihnen so gut geholfen hatten. So hat sich dann herumgesprochen, dass die GenuTrain nicht nur im Leistungssport, sondern auch sonst Menschen nützt, die Knieschmerzen haben. Nicht umsonst wird sie heute weltweit millionenfach nachgemacht – in genau den Grund­zügen, die wir damals entwickelt haben.
Gute Ideen werden nun einmal kopiert.

Prof. Dr. Heinrich Hess, Entwickler der GenuTrain.
Prof. Dr. Heinrich Hess, Entwickler der GenuTrain.

Aktuell kommt die siebte Generation der GenuTrain auf den Markt. Ist damit das Nonplusultra erreicht?
Prof. Dr. Hess: Sicherlich nicht. Die Entwicklung geht immer weiter. Vor 30 Jahren haben wir beispielsweise gar nicht gewusst, warum die GenuTrain den Leuten diesen Halt vermittelt, den sie angaben. Mittlerweile ist erwiesen, dass das Tragen einer anatomisch vorgeformten, gut gearbeiteten Bandage auf die Mechanorezeptoren der Haut und auch auf die Sinnesempfänger in den darunter­liegenden Weichteilen Reize ausübt, die über eine sensomotorische Rückkopplung die Muskulatur stabilisieren. So wie die Medizin generell immer wieder ein neues Kapitel aufschlägt, werden auch immer wieder neue Anregungen für eine Weiterentwicklung der GenuTrain kommen.

Bilder: Bauerfeind

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