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Nachgefragt Die Gesundheit steht im Vordergrund

Ausgabe 03/2012

Priv.-Doz. Dr. med. Bernd Wolfarth war als Leitender Mannschaftsarzt des deutschen Olympiateams in London gemeinsam mit 22 Kollegen sowie 30 Physiotherapeuten und acht Sportpsychologen für die Betreuung von rund 700 Personen – Athleten, Betreuern und Offiziellen – verantwortlich.

Priv.-Doz. Dr. med. Bernd Wolfarth.
Priv.-Doz. Dr. med. Bernd Wolfarth.

Sie haben bereits fünf Olympiaeinsätze hinter sich. Wie war es für Sie in London?
PD Dr. Wolfarth: Olympische Spiele sind immer etwas ganz Besonderes. Sicherlich war es in London etwas einfacher zu arbeiten als in Peking, da schon allein die sprachliche Barriere wegfiel und es ein europäisches Umfeld war. In Peking kamen die Zeitverschiebung, eine andere Essenskultur und das andere Klima hinzu.

Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit dem Bauerfeind-Team bei der orthopädietechnischen Versorgung?
PD Dr. Wolfarth: Völlig unkompliziert. Seit Vancouver ist Bauerfeind ja auch in der Poliklinik des olympischen Dorfs vertreten – für uns eine Idealsituation. Wenn wir etwas benötigten, konnten wir auf dem kurzen Dienstweg gleich die passende Versorgung bekommen.

Was waren die häufigsten medizinischen Probleme?
PD Dr. Wolfarth: Wie erwartet Infekterkrankungen. Im Verletzungsbereich muss man unterscheiden. Da gibt es vielfach einfache Probleme, die gleich direkt von Physiotherapeuten behandelt und in den Griff bekommen werden. Banale muskuläre Verletzungen treten am häufigsten auf. Schwere Verletzungen sehen wir zum Glück selten.

Was geht in Ihnen vor, wenn Sie aus medizinischer Sicht über die Einsatzfähigkeit eines Sportlers entscheiden müssen?
PD Dr. Wolfarth: Das ist immer eine schwierige Entscheidung. Und ganz besonders bei Athleten von Sportarten, die vielleicht nur alle vier Jahre einmal , eben bei Olympia, von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Wenn ein Athlet genau auf den einen Moment hinarbeitet und dann durch einen Infekt oder eine muskuläre Verletzung ausgeschaltet ist , ist das ein persönliches Drama, das einen selber auch mitnimmt , gar keine Frage. In Bezug auf die Entscheidung über eine Sport- bzw. Wettkampftauglichkeit steht für uns jedoch immer die Gesundheit des Sportlers im Vordergrund.

Bilder: Bauerfeind