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Modifizierte Knieorthese SecuTec Genu „Fester Sitz, knackiges Design“

Ausgabe 01/2017

Zwei Experten, eine Orthese: Dr. med. Hendrik Baum, stellvertretender Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum Altenburger Land, und Stephan Pohle, Orthopädietechnikmeister der Sanitätshaus Altenburg GmbH, im Gespräch über die neue SecuTec Genu, an deren Weiterentwicklung beide beteiligt waren.

Bauerfeind life: Wen versorgen Sie mit der neuen SecuTec Genu?
Dr. Baum: Sportler und Nichtsportler, jüngere und ältere Patienten. Die weiterentwickelte Orthese ermöglicht einen breiten und variablen Einsatz zur Therapie der meisten Knieverletzungen. Das beginnt bei der konservativen Behandlung von Seitenbandläsionen, führt über Meniskusrefixationen und endet bei komplexen operativen Rekonstruktionen des Kniegelenks. Gerade im Sport besteht ein sehr hoher Anspruch an die Stabilität und die Funktionalität einer Orthese, zum Beispiel bei Skifahrern nach Verletzungen wie Seitenband- oder Kreuzbandrupturen. Aber auch protektiv kann die SecuTec Genu zur Vermeidung von Rezidiv-Verletzungen oder bei bestehenden Instabilitäten eingesetzt werden.

Dr. med. Hendrik Baum, stellvertretender Chefarzt , Klinikum Altenburger Land.
Dr. med. Hendrik Baum, stellvertretender Chefarzt , Klinikum Altenburger Land.

Auch den normalen Freizeit-Skifahrer?
Dr. Baum: Mit der Orthese können alle, vom Spitzensportler bis zum „normalen“ Patienten, versorgt werden. Wenn sich ein Patient mit einer vor kurzem behandelten Knieverletzung nach seiner Sportfähigkeit , insbesondere dem Skifahren, erkundigt , dann empfehle ich das nur unter entsprechenden Voraussetzungen und mit angelegter Orthese. Selbst bei Belastung durch sportliche Aktivität beweist die SecuTec Genu Stressunempfindlichkeit und protektiven Charakter. Setzt man diese Parameter als Maßstab bei der Produktentwicklung und definiert daran den Stabilisierungsanspruch, dann profitieren beide: „normaler“ Patient und Sportler.

Stephan Pohle, Orthopädietechnikmeister, Sanitätshaus Altenburg GmbH.
Stephan Pohle, Orthopädietechnikmeister, Sanitätshaus Altenburg GmbH.

Herr Pohle, Sie haben nach einem Unfall Erfahrung mit der Knieorthese als Patient gesammelt. Was können Sie als Techniker zu den neuen Eigenschaften der Orthese sagen?
Stephan Pohle: Aus Technikersicht gefällt mir das Einstellen der Gelenke sehr gut. Es ist einfach und praktisch geworden, auch mit der gut ablesbaren Skala. Ich kann die Einstellung werkzeugfrei vornehmen, ohne großen Aufwand, was mir das Anlegen am Patienten enorm erleichtert. Das kommt dem Patientengespräch zugute und ich kann beim Erklären mehr auf Details eingehen. Gelungen finde ich auch den neuen höhenverstellbaren Wadengurt. Damit zeige ich dem Patienten, dass das Produkt zwar vorgefertigt ist , es aber durchaus individuelle Einstellmöglichkeiten gibt , mit denen ich auf seine Physiologie eingehe. Solche leichten und schnellen Möglichkeiten der Anpassung sind für einen Kniepatienten, der noch stark mit seiner Verletzung beschäftigt ist , unglaublich wertvoll. Hinzu kommt , dass sich der Wadenumfang im Verlauf der Reha schnell ändern kann und ein Rutschen in jedem Fall vermieden werden muss.

Für die Positionssicherheit der Orthese wurden ja noch weitere Änderungen vorgenommen …
Stephan Pohle: … sicher, die Passform ist ein ganz wichtiges Thema. Die Orthese darf auf keinen Fall an der falschen Stelle sitzen. Dabei spielt natürlich der hinzugekommene Oberschenkelgurt eine große Rolle. Durch diese zusätzliche Auflage auf dem Oberschenkel ist eine weitere Sicherung eingezogen. Die Orthese sitzt fest auf dem Knie und wandert nicht nach hinten ab. Das schafft ein überzeugendes Sicherheits- und Haltegefühl. Das merkt man schon beim Anlegen.

Dr. Baum: Der zusätzliche Oberschenkelgurt vergrößert nochmals beim Tragen die Kontaktfläche zum Oberschenkel und somit die Stabilität der Orthese. Dazu werden eine gesteigerte Passgenauigkeit erreicht und ein Verrutschen der Orthese und damit eine Funktionsminderung verhindert.

SecuTec Genu – stabilisierende Knieorthese

Wie kommt das flache, moderne Design an?
Dr. Baum: Eine echte Weiterentwicklung! Wir haben ja in der Medizin immer das Bestreben nach kleineren Zugängen, nach kleineren Implantaten, nach Hilfsmitteln, die weniger auftragen, leichter sind, dabei aber möglichst mehr leisten. Da ist eine besonders medial flach konstruierte Orthese ein logischer Schritt. Das erhöht deutlich den Tragekomfort. Die Patienten fühlen sich dadurch weniger eingeschränkt. Gerade bei Patienten mit stärkerem Oberschenkelumfang oder zum Beispiel bei Radsportlern und Eishockeyspielern führt dieses Design zu weniger Kontakt oder Verletzungen mit der Gegenseite. Die ersten Eindrücke und Erfahrungen von kreuzbandoperierten Sportpatienten mit angelegter SecuTec Genu bestätigen, dass besonders die Leichtigkeit und die flache Bauweise der neuen Orthese überzeugen.

Stephan Pohle: Beim Design sticht natürlich die auffällige Farbe ins Auge. Die grenzt sich klar von einem klassischen Hilfsmittel ab. Es gibt unter jüngeren Patienten bestimmt nicht wenige, die sagen, diese Orthese nehme ich gerade wegen der knackigen Farbe.

Knackige Farbe als Compliance-Faktor?

Stephan Pohle: Warum nicht? Ich glaube, dass die Jungen sich damit mehr identifizieren und sagen „Schaut mal her, was ich hier für ein cooles Teil habe“. So ein Teil möchte man dann eher zeigen als verstecken. Derjenige zieht dann vielleicht noch eine kurze Hose an. Das geht dann in Richtung Lifestyle­produkt unter Verletzten. Ich glaube aber auch, dass der dann voll zu seinem Produkt steht und es trägt. Was der Therapie nur förderlich sein kann.

Bilder: Frank Steinhorst, Bauerfeind