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Modellieren von Fräseinlagen mit Bodytronic ID:CAM Auf individuellen Wegen zur individuellen Einlage

Ausgabe 01/2016

Seit September 2015 bietet Bauerfeind Orthopädietechnikern und insbesondere Orthopädieschuhtechnikern mit der Systemlösung Bodytronic ID:CAM ganz neue Möglichkeiten für die Versorgung ihrer Patienten mit Fräseinlagen. Für life berichten drei Anwender über ihre Erfahrungen mit der neuen Webanwendung.

Sie gehören zu den ersten Anwendern der neuen Systemlösung Bodytronic ID:CAM von Bauerfeind: Jörg Möller, Andreas Schmidt und Jan Fritzsch. Die drei Einlagenexperten konnten bereits umfangreiche Erfahrungen mit der Webanwendung sammeln und haben dabei übereinstimmend festgestellt, dass sie damit ihre Kunden wesentlich schneller und besser mit Fräseinlagen versorgen können als bisher. In der Art, wie sie Bodytronic ID:CAM mit seinen drei Profilen Basic, Advanced und Professional einsetzen, gibt es aber große Unterschiede – Bauerfeind ermöglicht ihnen mit der Systemlösung über die Fertigung von kunden­individuellen Einlagen hinaus eben auch eine sehr individuelle, an ihren eigenen Bedürfnissen orientierte Arbeitsweise.

Mehr Individualität als je zuvor

Jörg Möller setzt bei der Arbeit mit Bodytronic ID:CAM ganz auf das Profil Professional.
Jörg Möller setzt bei der Arbeit mit Bodytronic ID:CAM ganz auf das Profil Professional.

Der Schuhmachermeister und Orthopädieschuhmacher Jörg Möller beispielsweise, Inhaber von Schuhtechnik Möller im hessischen Kirchheim, setzt ganz auf das Arbeiten mit dem Profil Professional. Damit konfiguriert und modelliert er die Fräseinlage selbst, wobei er auch auf eine umfangreiche Bibliothek mit zahlreichen Einlagenmodellen und speziellen Modulen zurückgreifen kann. Den Auftrag übermittelt er direkt in die Produktion von Bauerfeind, wo die Einlagen exakt nach seinen Angaben innerhalb kürzester Zeit gefertigt und ihm dann zugesandt werden. „Ich bin jetzt bei der Fertigung von Fräseinlagen komplett vom bisherigen System von Bauerfeind, GloboCAD, auf Bodytronic ID:CAM umgestiegen“, berichtet er. „Auch mit GloboCAD war ich schon sehr zufrieden, kann jetzt aber mit dem neuen System viel besser in die Konstruktion eingreifen und mir beispielsweise damit meinen eigenen Einlagentyp konstruieren.“ Jörg Möller hat die neue Systemlösung von Bauerfeind auch mit den Fräsprogrammen anderer Anbieter verglichen. „Auf den ersten Blick wirken diese Programme ähnlich, aber gerade, was die Individualität betrifft, kommen sie an Bodytronic ID:CAM nicht heran“, betont er. „Ob Pelotte oder Längsgewölbe – von jedem Element habe ich verschiedene Versionen zur Auswahl. Jedes kann ich dann individuell ausformen, fast als ob ich Knetmasse in der Hand hätte.“

Modellieren mit dem eigenen Grundmuster

Nur eines von vielen möglichen Verfahren zur Erhebung der fußspezifischen Daten – der Fußscan.
Nur eines von vielen möglichen Verfahren zur Erhebung der fußspezifischen Daten – der Fußscan.

Ungefähr 105 Kunden hat Jörg Möller bisher schon mit Fräseinlagen versorgt, die er mit Bodytronic ID:CAM modelliert hat. Darunter waren auch einige mit Zweifachversorgungen, so dass er auf insgesamt rund 150 mithilfe der neuen Webanwendung gefertigte Einlagenpaare kommt. „Für verschiedene Versorgungen habe ich mir so eine Art Grundmuster erstellt – für einen ausgeprägten Senkspreizfuß beispielsweise mit einem langen und hohen Längsgewölbe, das äußere Längsgewölbe ein wenig hochgezogen und vorne mit einer Stufenpelotte“, schildert er seine Arbeitsweise mit Bodytronic ID:CAM. „Von dieser Grundform ausgehend, kann ich die Einlage für den individuellen Fuß relativ schnell, in weniger als fünf Minuten pro Kunde, konstruieren.“ Dabei nutzt Jörg Möller auch gerne die Möglichkeit, zunächst die linke Einlage zu konstruieren und das Ergebnis dann für die Konstruktion der rechten Einlage zu spiegeln. „Weil die beiden Füße eines Menschen sich im Allgemeinen ähneln, ist das Spiegeln sehr hilfreich“, erläutert er. „Allerdings kommt es nur selten vor, dass sie wirklich spiegelbildlich sind, deshalb passe ich für den rechten Fuß jedes Element noch einmal einzeln an. Und in Ausnahmefällen, wenn der Kunde beispielsweise links einen extremen Sichelfuß, rechts aber einen normalen Senkfuß hat, muss ich die Einlagen für beide Füße natürlich auch entsprechend unterschiedlich konstruieren und kann für den einen nicht auf die Ergebnisse vom anderen zurückgreifen.“ Als sehr positiv hebt Jörg Möller auch die Möglichkeit hervor, sich die fertig modellierte Einlage dann in der 3D-Darstellung auf dem Bildschirm noch einmal anzusehen und dabei die Form, die Farbe und das Fräsmaterial kritisch zu begutachten.

Advanced-Profil für die Mitarbeiter nutzen

Im letzten Schritt passt Andreas Schmidt mit der Schleifmaschine die Einlage an den Schuh an.
Im letzten Schritt passt Andreas Schmidt mit der Schleifmaschine die Einlage an den Schuh an.

Im Ladengeschäft von Jörg Möller arbeitet außer ihm selbst noch ein Geselle, der vor allem in der Werkstatt tätig ist und beispielsweise auch, wenn die Kunden zum Abholtermin kommen, die Fräseinlagen in die Schuhe einpasst. Für die Konstruktion der Einlagen setzt der Inhaber seinen Mitarbeiter bisher nicht ein, weil dieser aufgrund der guten Auftragslage mit den Arbeiten in der Werkstatt völlig ausgelastet ist. „In einer Art interner Schulung bereite ich ihn aber bereits auf zukünftige Aufgaben vor und mache ihn mit Bodytronic ID:CAM und auch mit der Art, wie ich damit Einlagen konstruiere, vertraut“, blickt er in die Zukunft. „Jeder Techniker geht ja anders an die Einlagenkonstruktion heran und deshalb ist es mir wichtig, dass er die Vorgehensweise bei mir lernt – auch wenn ich damit natürlich nicht sagen will, dass meine Art die einzig richtige ist.“ Jörg Möller überlegt, seinen Gesellen nach der Einarbeitung zunächst einmal mit dem Advanced-Profil arbeiten zu lassen: „Er kann damit ähnlich wie ich mit dem Professional-Profil die Einlagen selbst modellieren und dabei auf die in unserem Haus gesammelten Erfahrungen zurückgreifen – dann aber überprüft ein Bauerfeind-Mitarbeiter das Ergebnis, bevor die Einlage in den Produk­tionsprozess gegeben wird.“

Frästechnologie immer auf dem neuesten Stand

Die Kunden erhalten von Jörg Möller zu über 90 Prozent Fräseinlagen, da er mit diesem Einlagentyp am individuellsten auf ihre persönlichen Bedürfnisse und Anforderungen an eine Einlage eingehen kann. „Ich hatte sogar schon einmal daran gedacht, mir eine eigene Fräse zuzulegen, weil die Nachfrage nach diesen Einlagen immer weiter steigt“, meint er. „Aber davon bin ich mittlerweile wegen der hohen Anschaffungs- und der regelmäßig anfallenden Wartungskosten wieder abgekommen. Außerdem hätte ich noch jemanden speziell für die Arbeit an dieser Maschine einstellen müssen.“ Und während ein Zwei-Mann-Betrieb nicht regelmäßig wieder in eine neue Fräse investieren kann, kann Jörg Möller bei Bauerfeind sicher sein, dass dort immer mit Fräsen gearbeitet wird, die auf dem neuesten technischen Stand sind. „Außerdem bekomme ich von dort im Normalfall die gefrästen Einlagen innerhalb von 48 Stunden geliefert – schneller geht es ja nicht“, ergänzt er.

Schnell und einfach zum Ziel

Am PC werden die Fräseinlagen innerhalb kürzester Zeit kundenindividuell modelliert.
Am PC werden die Fräseinlagen innerhalb kürzester Zeit kundenindividuell modelliert.

Der Orthopädieschuhmachermeister Andreas Schmidt, Inhaber der in Sulzbach-Rosenberg in Bayern angesiedelten Orthopädieschuhmacherei Andreas Schmidt, hat bereits in der Testphase von Bodytronic ID:CAM mit der neuen Systemlösung gearbeitet. Er hat ebenso wie Jörg Möller zuvor mit dem GloboCAD-System von Bauerfeind gearbeitet und nutzt jetzt vor allem das Professional-Profil. „Mit dem neuen Programm kann ich wesentlich individueller arbeiten“, hebt er hervor. „Ich kann zum Beispiel die Pelotten genau dort platzieren, wo ich will, gezielt Ausfräsungen vorsehen und dann noch jedes Element ganz nach meinen Vorstellungen verändern. Bodytronic ID:CAM enthält sehr viele Module, mit denen ich meine Einlagen bearbeiten kann. Zudem findet man sich gleich in dem Programm zurecht und es ist schnell und einfach zu bedienen.“

Onlinelösung als großer Vorteil

Jan Fritzsch arbeitet v. a. mit dem Profil Basic.
Jan Fritzsch arbeitet v. a. mit dem Profil Basic.

Ungefähr 50 Prozent seiner Kunden kommen für die Einlagenversorgung zu Andreas Schmidt in die Orthopädieschuhmacherei, die anderen sucht er bei Auswärtsterminen auf, seinen Laptop immer dabei. „Bei diesen Kundenterminen vor Ort ist es ein großer Vorteil, dass das neue Programm eine Webanwendung ist statt wie bisher eine Software, die man auf einem stationären Rechner installieren musste und nur mit diesem verwenden konnte“, erläutert er. „So kann ich mit meinem 2D-Scanner gleich beim Kunden einen Abdruck machen, ihn hochladen, mit Bodytronic ID:CAM auf jedem Rechner, Tablet oder Laptop bearbeiten und gleich die Daten mit der Bestellung an Bauerfeind abschicken – und zwei Tage später ist die fertige Fräseinlage dann bei mir im Haus.“
Die Einlagenversorgung ist mittlerweile weit über die eigentliche Schuhmacherei hinaus zum Hauptgeschäft von Andreas Schmidt geworden und die Fräseinlagen haben daran im Moment einen ungefähr 30-prozentigen Anteil. Angesichts der guten Auftragslage beschäftigt er in seinem Geschäft halbtags noch eine Orthopädieschuhmacherin, die ebenfalls mit dem Profil Professional Fräseinlagen modelliert. Gelegentlich lässt er die Daten für die Fräseinlagenversorgung auch von einer ebenfalls für ihn arbeitenden Aushilfskraft mit Bodytronic ID:CAM erheben, die dann dafür das Profil Basic nutzt. „Auch meine Mitarbeiterinnen sind sehr zufrieden mit dem neuen System und all den individuellen Möglichkeiten, die es für das Modellieren der Einlagen bietet“, wie Andreas Schmidt betont.

Einlagenversorgung hat hohen Stellenwert

Etwas größer als die beiden Orthopädieschuhmachereien ist das Sanitätshaus Andreas Fritzsch mit seinen beiden Standorten in Attendorn und Lennestadt-Altenhundem in Nordrhein-Westfalen und 15 Mitarbeitern. „Wir sind ein Vollsortimenter im Bereich Orthopädietechnik und Rehatechnik und bieten an unseren beiden Standorten auch Einlagenversorgung an“, stellt Geschäftsführer Jan Fritzsch das Unternehmen vor. „Vier unserer Mitarbeiter, allesamt Fachkräfte auf diesem Gebiet, sind in die Einlagenversorgung integriert, beraten die Kunden, nehmen Abdrücke und modellieren die Einlagen dann auch. Die Einlagenversorgung hat bei uBodytronic ID:CAMns wie in jedem Sanitätshaus einen hohen Stellenwert, an dem Fräseinlagen und andere hochwertige Einlagen einen Anteil von rund 70 Prozent haben.“ Sofort als Bodytronic ID:CAM auf den Markt kam, hat Jan Fritzsch sich für die kostenfreie Webanwendung angemeldet und arbeitet seitdem damit. Rund 50 Paar Einlagen hat er damit schon gefertigt. „Das System ist wirklich intuitiv zu bedienen“, betont er. „Deshalb und auch aufgrund meiner Erfahrung mit anderen Fräsprogrammen habe ich mich schnell in dem Programm zu Hause gefühlt.“

Auslagerung von Arbeitsprozessen entlastet Mitarbeiter

Im Sanitätshaus Andreas Fritzsch wird momentan schwerpunktmäßig das Profil Basic für die Versorgung mit Fräseinlagen eingesetzt, um das mit der großen Nachfrage nach diesen Einlagen verbundene Arbeitsaufkommen abzufedern. „Es ist äußerst charmant, auf diese Weise Arbeitsprozesse auslagern zu können“, freut sich Jan Fritzsch. „Zunächst war ich ja etwas skeptisch, ob die Ergebnisse wirklich so gut sind, wenn ich auf nonverbalem Weg die Daten an jemanden weitergebe, der meinen Kunden nicht selbst gesehen hat. Aber ich habe festgestellt, dass bei Bauerfeind alles so umgesetzt wird, wie wir uns das vorstellen – das ist wirklich positiv.“ Für spezielle Versorgungen setzt Jan Fritzsch allerdings das Profil Professional ein, um seine ganz individuellen Vorstellungen realisieren zu können. „Ich bin in meinem Arbeitsspek­trum überhaupt nicht mehr eingeschränkt“, führt er aus. „Mit ein paar Mausklicks kann ich eine hochindividuelle Einlage modellieren und habe dabei eine Bandbreite, die ich vorher mit klassischen Versorgungen nicht hatte.“

 

 

 

Weitere Informationen:

Die Webanwendung Bodytronic ID:CAM ist im Internet unter www.bauerfeind.com/idcam jederzeit verfügbar. Unter video.bauerfeind.com/de/schulungsfilme/einlagen/ zeigen Schulungsfilme Schritt für Schritt die Arbeit mit der Systemlösung.

Bilder: Rainer Kraus, Bauerfeind, Stefan Durstewitz