Arthrose·Orthesen

„Man kann mit Arthrose leben“

Knieorthese GenuTrain OA in der Sportmedizin

Von Bauerfeind Life Magazin am 28.06.2024

Kurz & Knapp Dr. med. Mirela Borovac von der SportClinic Zürich involviert ihre Gonarthrosepatienten in den therapeutischen Prozess. Gemeinsam arbeiten sie ständig am Optimum von Be- und Entlastung für den Erhalt der Sport- und oft auch Arbeitsfähigkeit. Zeljko Stojicic managt mit ihr an der Seite seit 12 Jahren erfolgreich seine fortgeschrittene Arthrose. Eine Maßnahme: die flexible Soft-Orthese GenuTrain OA. Die Sportmedizinerin verordnet sie zur gezielten Entlastung und sieht in ihr ein Werkzeug, um an der Beinachse zu arbeiten. Ärztin und Patient schätzen besonders, dass der entlastende Effekt der GenuTrain OA während des Tragens ganz nach Bedarf eingestellt werden kann und Sport, Physiotherapie, selbst längeres Sitzen und Stehen im Beruf, damit möglich sind.

Dr. med. Mirela Borovac, Chief Medical Officer für Athleten an der SportClinic Zürich, geht es in der Arthrose-Therapie um das Auf­zeigen von Möglichkeiten. Für ihre ambitionierten Patienten, die Sport machen wollen, hat sie mit der einstellbaren GenuTrain OA eine Behandlungsoption für den Gelenkerhalt hinzugewonnen.

Als Zeljko Stojicic 2012 zum ersten Mal vor seiner Ärztin Dr. Mirela Borovac in der Züricher SportClinic saß, war für ihn klar: „Ich brauche eine Knieprothese. Fertig, aus.“ In den vergangenen sechs Jahren hatte sich die mediale Arthrose in seinem rechten Knie rasant verschlimmert und die Lebensqualität des begeisterten Hobbysportlers zunehmend eingeschränkt. Fußball, Basketball, Joggen und Skifahren – alles ging nur noch unter starken Schmerzen oder gar nicht mehr. Dr. Mirela Borovac, Chief Medical Officer für Athleten am Standort Hirslanden, hatte den Patienten von ihrem Vorgänger übernommen. Sie hatte seine Akte gelesen, Röntgen- und MRT-Aufnahmen studiert und hörte ihm aufmerksam zu. Seinen Wunsch nach einer OP konnte sie nachvollziehen und erinnert sich: „Vieles sprach dafür. Frühere Bandverletzung, O-Bein-Fehlstellung, der Knorpelbefund. Aber Zeljko war zu diesem Zeitpunkt erst 42.“ Ihrer Meinung nach zu jung für einen Eingriff, der nur eine vorübergehende Lösung sein könne. Ein späterer Austausch wäre vorprogrammiert gewesen. Sie schlug ihm daher vor, es stattdessen weiter mit der konservativen Therapie zu versuchen. Begeistert war der gebürtige Serbe damals nicht, aber er vertraute seiner Ärztin und ihrer Überzeugung, Neues auszuprobieren. „Es war ein Prozess, aber er hat brav mitgemacht“, sagt sie heute augenzwinkernd, „und jetzt ist er auch Fachmann.“ „Sie hat mich motiviert“, sagt Zeljko Stojicic, „wir haben langsam begonnen, mit verschiedenen Methoden und einem gemeinsamen Ziel. Dank ihr kenne ich mein Knie und weiß, wie ich auf Signale reagieren muss.“

Etwa zweimal im Jahr kommt Zeljko Stojicic zur Kontrollunter­suchung in die SportClinic Zürich.

Langzeitversorgung mit GenuTrain OA

Die beiden sind ein eingespieltes Team. Sie haben Erfahrungen mit Schmerzmedikation, Physiotherapie und Osteopathie sowie mit Einlagen und Bandagen gesammelt und Zeljko Stojicics Sportverhalten angepasst. Mit Erfolg. Sein Knie ist arbeits- und sportfähig. Mit der aktuellen Versorgung ist er hochzufrieden: Seit drei Jahren trägt er die flexible Soft-Orthese GenuTrain OA. Sie wurde zur gezielten Entlastung bei Gonarthrose entwickelt und bietet aktiven Patienten wie Zeljko Stojicic viel Freiheit – in der Bewegung und beim Einstellen des entlastenden Effekts. In ihr elastisches Gestrick sind doppelt gekreuzte Entlastungsbänder eingearbeitet, die über Oberschenkel und Wade verlaufen und die Kniekehle freilassen. Mit einer Handbewegung am Boa-Drehverschluss kann die Spannung der Entlastungsbänder und damit die eingeleitete Kraft reguliert werden. „Ich habe sofort gemerkt, wie gut und einfach man die Orthese einstellen kann“, berichtet der heute 54-Jährige – jederzeit während des Tragens und sogar durch den Hosenstoff, wenn er die GenuTrain OA unter der Kleidung trägt. Überhaupt sei sie sehr leicht anzulegen – ein Vorteil, wenn man wie er viel beruflich und privat unterwegs ist und sie zur Sicherheit mitnimmt.

„Mit der GenuTrain OA habe ich eine therapeutische Alternative, auf die ich nicht mehr verzichten möchte.“

Dr. med. Mirela Borovac

Die eigene Therapie aktiv ­mitbestimmen

Die GenuTrain OA ist für Dr. Mirela Borovac immer dann eine Behandlungsoption, wenn das Knie entlastet werden muss und eine Umverteilung von Belastungsmomenten angezeigt ist. Sie setzt sie konservativ bei Arthrose ein, aber auch postoperativ nach Meniskusverletzungen, um Heilungsprozesse zu fördern. Bei der Soft-Orthese beobachtet sie eine wachsende Compliance: „Mit der GenuTrain OA habe ich eine therapeutische Alternative, auf die ich nicht mehr verzichten möchte.“ Patienten würden damit mehr ins Boot geholt. „Die Orthese ist angenehm zu tragen. Man ist damit flexibler und kann sie selbst einstellen“, sagt die Sportmedizinerin. „Dieses Gefühl, die eigene Therapie aktiv mitzubestimmen, ist ganz wichtig.“ Ihr Patient Zeljko Stojicic trägt die Orthese nicht jeden Tag, sondern wenn er Schmerzen spürt und vorausschauend. Zum Beispiel, wenn er in seinem Beruf als Sales Representative bei einer Pharmafirma lange im Auto sitzen oder bei einem Termin mehrere Stunden stehen muss. Hauptsächlich trägt er sie in der aktiven Freizeit: im Fitnessstudio und auch bei ausgedehnten Motorradfahrten, beim Spazierengehen und Bergwandern. „Ich bin mit meiner Frau viel in der Natur unterwegs“, erzählt er. „Ohne Orthese ginge das gar nicht.“ Dabei schätzt er ihr sportliches Design, das atmungsaktive Material und trägt die GenuTrain OA im Sommer gerne auch sichtbar zu kurzen Hosen. „Meiner Frau gefällt sie, und ich merke, dass die Leute interessiert schauen.“ Auch Ski fahren ist damit für ihn möglich. Nur ist er mittlerweile nicht mehr auf der roten, sondern eher auf der blauen Piste und auch nicht mehr den ganzen Tag, sondern maximal drei Stunden im Schnee unterwegs. Skifahren hält Dr. Mirela Borovac zwar nicht für die perfekte Aktivität bei Gonarthrose, fügt aber lächelnd hinzu: „Es kommt auf die Dosis an. Zur Therapie gehört auch, die Intensität und Häufigkeit des geliebten Sports erst einmal anzupassen und zu schauen, was ist möglich im Moment.“

Zeljko Stojicic, Arthrose-Patient und aktiver Hobbysportler, trägt die ­GenuTrain OA seit drei Jahren.

Sport ist Lebensfreude

Ausprobieren ist das Schlüsselwort für Dr. Mirela Borovac. Das vielfältige Krankheitsbild Arthrose werde von so vielen unterschiedlichen Faktoren bestimmt, dass die Therapie ein ständiger Findungsprozess sei. „Ich fange immer bei null an“, erklärt sie, „und passe an. Dafür muss ich alle Alternativen kennen und eine individuelle Mischung finden. Es ist ein permanentes Feintuning.“ Seit 2015 behandelt die Fachärztin in der SportClinic Spitzenathleten, ehemalige Profisportler ebenso wie ambitionierte Breitensportler. Sie kommen aus dem Ausland oder gar aus Übersee ebenso wie aus der Region. Die meisten ihrer Gonarthrose-Patienten sind wie Zeljko Stojicic jünger aufgrund von Sportverletzungen in jungen Jahren und wollen arbeitsfähig bleiben. Sie sind diszipliniert und leistungsorientiert, haben eine hohe Compliance, aber auch hohe Ansprüche. „Gerade die sehr Ambitionierten sind erst einmal erschrocken über mögliche Einschränkungen und brauchen Alternativen“, berichtet sie. „Ich sage ihnen dann, dass wir diesen Weg gemeinsam gehen. Wir reagieren erst mal auf akute Phasen, um rezidivierende Beschwerden zu vermeiden, und können dann auch wieder eine andere Richtung einschlagen. Ich will ihnen dabei helfen, weiterhin Sport zu treiben.“ Für die meisten sei das gleichbedeutend mit Lebensfreude. Die wolle sie ihnen nicht nehmen. Auch wegen des psychologischen Aspekts: „Krankheit kann auch isolieren. Nicht nur im Beruf, auch in der Familie.“

„Indem ich meinen Patienten zuhöre, lerne ich auch von ihnen und kann so meine Therapieansätze optimieren.“

Dr. med. Mirela Borovac

Aktivität anpassen

Wichtig seien drei Faktoren: Schmerzintensität, Funktionsverlust und reduzierte Lebensqualität. „Sie bestimmen unseren Therapieplan“, begründet die Sportmedizinerin. Weiterhin gehöre es dazu, Patienten klarzumachen, dass jede Lebensphase wechselnde Herausforderungen mit sich bringe. Prioritäten können sich ändern und mit ihnen Therapieziele. Man schaut zusammen, auf welchem Niveau ein Patient aktiv sein kann, ob und wann sich die Intensität peu à peu steigern lasse oder doch besser herabgesetzt werden muss – bis hin zur Frage nach einer sportlichen Alternative: Kann die ambitionierte Tennisspielerin langsam wieder anfangen und erst mal Ballwechsel am Netz spielen? Kann der Marathonläufer vielleicht aufs Rad umsteigen oder zunächst schwimmen gehen, um in Bewegung zu bleiben? „Gerade im Profisport sehe ich auf dem MRI1 oft Arthrose auf höchstem Niveau“, sagt die Ärztin, „so dass es eine Verhaltensänderung braucht.“ Dann müssten erst mal Grenzen gesetzt werden, ohne die Bewegung einzustellen, denn das führe am Ende zu noch mehr Beschwerden.

Physiotherapie auch mit Orthese

Teil der konservativen Behandlung bei Gonarthrose ist auch die Physiotherapie, die nach Abklingen akuter Reizzustände beginnen kann. Auch dabei kann das Tragen von entlastenden Orthesen wie der GenuTrain OA ebenfalls sinnvoll sein, erklärt die erfahrene Fachärztin. „Gerade um Schonhaltungen entgegenzuwirken, die man oft einnimmt, was dann zu Fehlbelastungen führen kann.“ Das verursache häufig zusätzliche Schmerzen beispielsweise im Fuß, Rücken oder in der Hüfte – und Frust. Die flexible GenuTrain OA bietet ausreichend Bewegungsfreiheit und helfe dabei, benachbarte Gelenke und Muskulatur zu trainieren, da das Knie während der Behandlung entlastet ist und weniger schmerzt. „Wir sehen in der SportClinic immer den ganzen Menschen“, sagt Dr. Mirela Borovac, „und entscheiden gemeinsam über die Möglichkeiten, die sich uns bieten.“ Sie hat festgestellt: Während Ärzte früher Behandlungsansätze meist vorgegeben hätten, würden Patienten sich heute mehr einbringen. Sie sind besser informiert und hinterfragen mehr. „Indem ich meinen Patienten zuhöre, lerne ich auch von ihnen und kann so meine Therapieansätze optimieren.“

„Ich kenne jetzt mein Knie und weiß, wie ich auf Signale reagieren muss.“

Zeljko Stojicic, Arthrose-Patient

Zwölf Jahre sind vergangen seit Zeljko ­Stojicics erstem Treffen mit Dr. Mirela Borovac und seinem dringenden Wunsch nach einer Knieprothese. Zwölf Jahre lang haben sie den Eingriff mit vereinten Kräften hinausgezögert. Mittlerweile kommt er circa zweimal im Jahr zur Kontrolluntersuchung in die SportClinic und tauscht sich mit seiner Ärztin vertrauensvoll über Erfahrungen aus, bespricht weitere Maßnahmen und neue Ansätze. Regelmäßig klopft er im Gespräch sanft auf sein Knie, lächelt und sagt: „Ich akzeptiere diese Krankheit und schaue immer nach vorne. Ich weiß jetzt: Man kann mit Arthrose leben.“

GenuTrain OA:
Entlastet gezielt bei Gonarthrose

Die Soft-Orthese GenuTrain OA entlastet das mediale oder das laterale Kniekompartiment nach dem Drei-Punkt-Prinzip und bietet aktiven Gonarthrose-Patienten viel Bewegungsfreiheit. Sie besteht aus einem elastischen 3D-Netzgestrick mit geführten Entlastungsbändern. Sie verlaufen um das Knie in Form einer doppelten Acht und lassen die Beugezone in der Kniekehle frei.

Mit dem Drehverschluss des inte­grierten Boa® Fit Systems können Patienten über den Tag selbstständig den Grad der Entlastung am Knie individuell dosieren und variieren. Eine halbseitige Patella-Pelotte hilft bei der exakten Positionierung der Orthese und vermeidet Druckspitzen an der Kniescheibe. Eine Schiene mit duozentrischem Gelenk erlaubt bei Bedarf eine Limitierung. Im deutschen Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist die GenuTrain OA unter der Nummer 23.04.03.3084 gelistet. In der Schweiz ist die Orthese ebenfalls erstattungsfähig (MiGel-Nummer vorhanden). Orthopädietechniker beraten zum Produkt, passen es an und geben es ab.

Die SportClinic Zürich –
Orthopädie für aktive Menschen

Gegründet wurde die SportClinic Zürich 1999 vom ehemaligen Nationaltorhüter Roger Berbig. Ihre Schwerpunkte: Sportchirurgie, Sportmedizin und verwandte Disziplinen. Stand ursprünglich die exzellente medizinische Betreuung von Athleten im Fokus, gehören heute an den sechs Schweizer Standorten zu den Patienten verletzte Spitzen- und Breitensportler ebenso wie ältere Menschen mit natürlichen Abnutzungserscheinungen im Bewegungsapparat. Am Standort Hirslanden bieten acht erfahrene Sportchirurgen sowie ein Team aus zahlreichen Fachkräften eine abgestimmte Therapie für die gesamte Palette der Orthopädie.

Bilder: Bauerfeind, Udo Schönewald, Klinik Hirslanden/SportClinic Zürich

  1. Magnetic Resonance Imaging (deutsch: MRT, Magnet­resonanztomographie) ↩︎

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