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Lymph- & Lip-Lymphödeme – das versorgende Sanitätshaus Gut vermessen ist halb gewonnen

Ausgabe 03/2019

Eine Flachstrickversorgung passgenau anzumessen, gehört in die Hände von Experten. Damit die Kompressionsstrümpfe dann auch wirklich getragen werden, ist eine umfassende Beratungsleistung im Fachhandel gefragt.

Maßpunkt A: Markieren der Kleinzehenhautfalte.

Routiniert nimmt Yonca Acici bei ihrer Kundin Maß für eine neue Oberschenkelversorgung. „Bei einer lymphologischen Versorgung wird neben dem Hautmaß auch unter Zug gemessen, um mit den Kompressionstextilien das Ergebnis der Entstauungsphase auch wirklich erhalten zu können. Mit der Zeit bekommt man ein sehr gutes Gefühl , was das Gewebe zulässt und wie stark man wo anziehen muss“, sagt Yonca Acici, die bei der MCS Medical Center Südwestfalen GmbH & Co. KG überwiegend in der Filiale in der Iserlohner Innenstadt tätig ist. An den mittlerweile zwölf Sanitätshausstandorten in Südwestfalen beschäftigt das Fachgeschäft insgesamt rund 240 Mitarbeiter. Mit der Kompressionsstrumpfversorgung für Lip- und Lymphödempatienten sind zehn speziell ausgebildete Mitarbeiter betraut , so wie beispielsweise Yonca Acici im Innendienst oder Jennifer Sudhaus im Außendienst.

Für eine gute Versorgung muss alles stimmen

Vermessen mit lymphologischem Zug.

„Viele Patienten haben beim Erstkontakt schon ein Rezept dabei“, sagt Yonca Acici. „Meist steht da dann ,flachgestrickte Kompressionsstrümpfe‘ drauf.“ Für den Kostenvoranschlag bei den Krankenkassen benötigt das Sanitätshaus aber noch Zusätze wie beispielsweise den Haftrand, ob die Fußspitze offen oder geschlossen sein soll , ob ein schräger Abschluss gewünscht oder eine Beinerhöhung erforderlich ist. „Einige dieser Punkte können erst durch den Sanitätshausmitarbeiter geklärt werden, so dass wir nicht selten ein neues Rezept anfordern müssen.“ „Viele Kunden sind erst einmal abgeschreckt , weil ein Flach­strickstrumpf natürlich etwas dicker und fester ist.“
Beim Erstkontakt vermisst Yonca Acici die Patienten gerne mit Bodytronic 600. „Das ist eine gute Grundlage für den Kostenvor­anschlag und auch ganz praktisch für die Längenmaße“, sagt sie. „Für die konkrete Flachstrickbestrumpfung messen wir die erforderlichen Umfangsmaße und wichtige Details wie zum Beispiel die versorgungsrelevanten Fußinnen- und Fußaußenlängen später natürlich per Hand.“

Die Längenmaße werden im Stehen und lotgerecht genommen. Die Patientin steht hüftbreit.

Bei Patienten, die eine manuelle Lymphdrainage bekommen, geschieht das im Idealfall unmittelbar nach der Behandlung. MCS-Außendienstmitarbeiterin Jennifer Sudhaus ist daher neben Terminen in Kliniken und Hausbesuchen oft zu Physiotherapiepraxen unterwegs, um bei den Patienten direkt nach der Lymphdrainage Maß zu nehmen. „Die Zusammenarbeit mit den Physios klappt richtig gut“, freut sie sich.

Von Anfang an überzeugen(d)

Erhalten Patienten zum ersten Mal eine Flachstrickversorgung, müssen die Mitarbeiter des Medical Centers Südwestfalen besonders viel erklären: „Viele Kunden sind erst einmal abgeschreckt , weil ein Flachstrickstrumpf natürlich etwas dicker und fester ist. Da gilt es dann, viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Etwa, warum ein Rundstrickprodukt bei ihrer Indikation nicht mehr geeignet ist , warum sie die Strümpfe täglich tragen müssen, wie sie diese am besten anziehen und wie sie ihre Strümpfe pflegen sollten“, sagt Jennifer Sudhaus. „Wir müssen auch erst einmal das Vertrauen der Patienten gewinnen. Ist das gegeben, lässt sich in der Regel immer eine zufriedenstellende Versorgungslösung finden.“
Jennifer Sudhaus und ihre Kollegin empfehlen VenoTrain curaflow dank des weichen, angenehm zu tragenden Materials sehr gern Patienten, die zum ersten Mal eine Flachstrickversorgung verordnet bekommen sowie für die dauerhafte Therapie. „Wir bekommen immer wieder die Rückmeldung, dass sich die Patienten darin wohlfühlen und vor allem auch sehr gut bewegen können. Dass sie sich bequem hinsetzen oder sich bücken können, ohne dass was rutscht. Oder dass es angenehm ist , darin Sport zu treiben, weil beispiels­weise die Beine nicht so aneinanderreiben oder nicht so schnell schlaff und müde werden“, berichtet Jennifer Sudhaus.

„Viele Kunden sind erst einmal abgeschreckt , weil ein Flach­strickstrumpf natürlich etwas dicker und fester ist.“
(Jennifer Sudhaus)

Dass inzwischen auch bei Flachstrickversorgungen immer mehr Farben angeboten werden, findet sie klasse. „Ich habe viele junge Kundinnen, da ist Farbe definitiv angesagt. Verstärkt wird dieser Trend auch dadurch, dass sich immer mehr Ödempatientinnen offensiv, mode- und selbstbewusst in den sozialen Medien präsentieren.“

Jennifer Sudhaus ist bei MCS Medical Center Südwestfalen im Außendienst tätig

Doppelte Kontrolle ist besser

Ob bei neuen oder langjährigen Kunden, unermüdlich klären die Lymphberaterinnen über die Wirkung der Strümpfe auf, über die richtige Textil- und Hautpflege, über den Nutzen von Bewegung in Kompression und vieles mehr. „Darüber hinaus bitten wir unsere Erstkunden, sich zwei Wochen nach der Strumpfausgabe bei uns zu melden, falls der Strumpf noch nicht ganz richtig passen sollte. Oder um im Idealfall gleich die Bestellung für das Wechselpaar auslösen zu können“, sagt Yonca Acici.
Die Lymphberaterinnen schätzen im Sinne der Patienten einen schnellen und guten Austausch mit den Herstellern – von der Bestellung bis zur Reklamationsabwicklung. „Mir ist wichtig, dass die Hersteller auch ein Auge mit darauf haben, ob die eingeschickte Bestellung Sinn macht und vollständig ist. Bei Bauerfeind funktioniert das. Wenn ich beispielsweise keinen Haftrand angekreuzt habe oder bei den Strümpfen beim letzten Mal eine offene Fußspitze angegeben habe und jetzt eine geschlossene, dann fragen die Bearbeiterinnen bei Bauerfeind sicherheitshalber noch mal nach, ob das wirklich so gestrickt werden soll“, betont Yonca Acici. „Eine gute Lip- bzw. Lymphödemversorgung ist am Ende einfach Teamwork.“

Schulungsfilme

zum Anmessen von VenoTrain curaflow finden Sie unter
video.bauerfeind.com

Bilder: Michael Bause


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