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Lymph- & Lip-Lymphödeme – der Therapeut Lymphdrainage nie isoliert verordnen

Ausgabe 03/2019

Innerhalb der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (KPE) sind die Physiotherapeuten als wichtiges Bindeglied in der Versorgungskette gefragt. Das ist auch das Selbstverständnis von Martin Morand, der seit fast 25 Jahren eine Schwerpunktpraxis lymphologische Physiotherapie in Berlin-Wilmersdorf leitet.

Physiotherapeut Martin Morand war vor seiner Praxiseröffnung als Fachlehrer für MLD/KPE tätig.

Mit speziellen Therapiegriffen aktiviert Martin Morand bei seiner Patientin den Lymphabfluss. Diese entspannt sich während der Behandlung zusehends. „Neben der Entödematisierung findet durch die manuelle Lymphdrainage (MLD) auch eine sympatikusregulierende Wirkung statt“, erklärt der erfahrene Fachtherapeut. Während Phase I der KPE, der Entstauungsphase, behandelt er seine Patienten in der Regel an sechs Tagen in der Woche. In Phase II, der Erhaltungsphase, findet die MLD dann meist ein- bis zweimal pro Woche statt , insbesondere, wenn sich lymphostatische Fibrosen gebildet haben. „Beim Thema Behandlungsfrequenz sind wir auch gleich bei einem heiklen Punkt“, so Martin Morand. Oft hätten Neupatienten mit lymphangiologischen Ödemerkrankungen indikationsunabhängig lediglich eine Verordnung über ein- bis zweimal Lymphdrainage pro Woche dabei. Das reiche nicht , besonders wenn die Patienten mit manifesten Schwellungen zu ihm kämen. Unter Umständen schicken die Mitarbeiter des zehnköpfigen Praxisteams die Patienten dann noch einmal zurück zum Arzt mit der Bitte, die Verordnung abzuändern.
Wichtig ist eine leitliniengerechte Verordnung, die bei Lymphdrainage – in erforderlicher Frequenz – immer auch die Kompressionstherapie beinhaltet. In isolierter Form ist die MLD meist rausgeschmissenes Geld“, macht der Therapeut deutlich.

Nur in Kompression

Nach der Behandlung verlassen die Patienten die Praxis stets in Kompression – entweder bandagiert oder, wenn schon vorhanden, mit Kompressionsstrümpfen. „Wir haben die komfortable Situation, dass einmal pro Woche eine Bandagistin zu uns kommt , die die maximal entstauten Patienten gleich in unserer Praxis vermisst. Uns ist es wichtig, dass die versorgenden Fachkräfte mindestens zwei Jahre Erfahrung mit Flachstrickversorgungen haben“, betont Martin Morand. Die meisten Patienten würden die Kompression auch gewissenhaft tragen. Sollte die Mitarbeit des Betroffenen doch einmal zu wünschen übrig lassen oder sollte sich die Ödem­situation nicht verbessern, informieren sie den behandelnden Arzt. „Da wir den häufigsten Patientenkontakt haben, sehe ich uns Lymphdrainagetherapeuten auch als Fallmanager. Wir müssen dazu beitragen, dass die Versorgungskette läuft.“

Weitere Informationen

auch zur budget-neutralen Verordnung finden Sie auf
www.praxis-morand.de

Bilder: Thomas Lebie

 


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