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Lehrgang Technische Sportorthopädie Wissen, was Athleten brauchen

Ausgabe 01/2010

Spitzensportler erwarten eine professionelle Betreuung. Diesem Anspruch wird Bauerfeind mit dem Lehrgang „Technische Sport­orthopädie“ gerecht. Dabei lernen die Teilnehmer in drei Modulen, wie sie Athleten auf der Basis aktueller Behandlungs- und Versorgungstechniken effektiv betreuen. Elf Absolventen haben den ersten Lehrgang erfolgreich abgeschlossen.

„Unser Ziel ist es, gemeinsam mit unseren Qualitätspartnern ein flächendeckendes Netzwerk für eine qualitativ hochwertige Versorgung von Spitzensportlern anzubieten“, sagt Dr. Roland Schnurpfeil, Leiter der Bauerfeind Akademie. Für die Weitergabe des komplexen Know-hows rund um die Sportlerversorgung hat Bauerfeind mit dem Lehrgang „Technische Sportorthopädie“ eine neue Plattform geschaffen – in Zusammenarbeit mit dem Bundesinnungsverband für Orthopädietechnik (BIV) und der Bundesfachschule für Orthopädietechnik (BUFA). Die Weiterbildung vermittelt den Teilnehmern Spezialkenntnisse in der Sportlerversorgung. Im November 2009 schlossen elf Teilnehmer den ersten Lehrgang erfolgreich ab.

Besondere Anforderungen der Sportler­versorgung

Stefan Bieringer, Direktor der Bundesfachschule für Orthopädie.
Stefan Bieringer, Direktor der Bundesfachschule für Orthopädie.

Die effektive Versorgung von Spitzensportlern stellt hohe Anforderungen an die Orthopädietechnik. Oberstes Gebot ist ein möglichst geringes Gewicht der Einlagen und Bandagen. Schließlich zählt im Wettkampf jedes Gramm. „Außerdem ist eine ganzheitliche Herangehensweise wichtig. Die Vollversorgung der Sportler muss ein stimmiges Gesamtkonzept sein, das ver­-schiedene verletzungsanfällige Bereiche wie Füße, Knie und den Rücken integriert“, ergänzt Dr. Schnurpfeil.Inhaltlich umfasst der Lehrgang „Technische Sport­orthopädie“ unterschiedliche Themenbereiche. „Das Spannende an dieser Fortbildung ist die multidisziplinäre Zusammenarbeit von Sportmedizin, Sportwissenschaft, Physiotherapie, Orthopädietechnik und Betriebswirtschaft. Im Zusammenwirken von Sportklinik, BUFA und Industrie werden die Teilnehmer ­auf die hochkomplexen Anforderungen auch praktisch trainiert“, erklärt Stefan Bieringer, Direktor der BUFA.  Der Lehrgang setzt sich aus den Modulen Sportmedizin und Sport-­Orthopädietechnik sowie dem Intensiv-Workshop Sportlerversorgung zusammen. Am Ende jedes Moduls legen die Teilnehmer eine schriftliche Prüfung ab. Nach erfolgreichem Abschluss der Fortbildung sind die Absolventen dann in der Lage, verletzte Sportler im Hinblick auf Behandlungs- und Versorgungstechniken professionell zu beraten. Außerdem vermittelt der Lehrgang die Fähigkeit, einen individuellen Plan zur Sportlerversorgung für Rehabilitation bzw. Prävention aufzustellen, damit der Verletzte wieder voll belastungsfähig wird.

Nah am Sportler

Neben den schriftlichen Prüfungen gehört auch eine praktische Gruppenarbeit zu den Leistungsanforderungen des Lehrgangs. Hier befragen die Teilnehmer Sportler zu ihren Verletzungen und suchen anschließend nach Lösungen für eine bestmögliche Versorgung. Dass sich Spitzenathleten aus Sommer- und Wintersportarten als Probanden zur Verfügung stellen, ist eines der Qualitätsmerkmale des Lehrgangs. Teilnehmer Thomas Redis von der OTS Schadock GmbH hat das Konzept überzeugt: „Die Weiterbildung hilft einem, seine Scheu gegenüber Profisportlern abzulegen. Ich habe sie als sehr offen und interessiert erlebt.“ Beim ersten Lehrgang fungierten die Handballerinnen Nadine Härdter (Außen), Alexandra Uhlig und Lucie Fabikova (beide Rückraum) vom Thüringer HC, der Bobpilot Matthias Höpfner sowie die Anschieber Enrico Kühn und Alexander Rödiger als Probanden. Sie freuen sich über das Engagement von Bauerfeind in Sachen Sportlerversorgung. „Unsere Belastungen etwa beim Krafttraining sind ganz andere als bei Freizeitsportlern. Wenn wir uns verletzen und medizinische Hilfsmittel benötigen, sind Spezialisten gefragt“, weiß Matthias Höpfner, der wegen einer Verletzung nicht an den Olympischen Spielen in Vancouver teilnehmen konnte.

Jede Sportart ist anders

Theoretische Anleitungen n der Bundesfachschule für Orthopädie (BUFA).
Theoretische Anleitungen n der Bundesfachschule für Orthopädie (BUFA).

Betreut wird die Gruppenarbeit von Heinz Marnette, dem Physiotherapeuten der deutschen Ringer-Nationalmannschaft. Er arbeitete bereits ­bei den Olympischen Spielen von Athen und Peking mit Bauerfeind zusammen und weiß, worauf es bei der Versorgung von Sportlern ankommt: „Wichtig sind klare Ansagen. Man sollte die Sportler wissen lassen, welche Maßnahmen man aus welchen Gründen durchführt.“ Je nach Sportart sind verschiedene Körperregionen, Muskeln und Gelenke vom Verschleiß betroffen. Die Versorgung muss daher gezielt auf die Bedürfnisse des einzelnen Sportlers eingehen. „Bobsportler haben beispielsweise häufig Rückenprobleme, während bei Handballern Knie und Schulter die neuralgischen Punkte sind“, weiß Lehrgangsteilnehmer Thomas Schorr von der Technischen Orthopädie an der Fulda. „Daher müssen wir als Orthopädietechniker die Sportarten und ihre Anforderungen genau kennen, ansonsten kann ­­­die Versorgung der Sportler nicht effektiv erfolgen.“
Die erste Auflage des Lehrgangs ­„Technische Sportorthopädie“ wertet ­Dr. Schnurpfeil als vollen Erfolg. Und das nicht nur wegen des hervorragenden Noten­durchschnitts von 1,6. „Unser Konzept hat sich bewährt. Besonders begeistert haben mich die regen fachlichen Diskussionen unter den Teilnehmern. Genau dieser gegenseitige Austausch bringt uns alle ­­in unserer praktischen Arbeit weiter.“ Künftig führt Bauerfeind zwei Lehrgänge pro Jahr durch. Und kommt damit seinem Ziel, das Know-how zur Sportlerversorgung flächendeckend in Deutschland zu verbreiten, ein großes Stück näher.

Die ersten Absolventen des Lehrgangs "Technische Sportorthopädie" erreichten einen Notendurchschnitt von 1,6.
Die ersten Absolventen des Lehrgangs „Technische Sportorthopädie“ erreichten einen Notendurchschnitt von 1,6.

Die Weiterbildung „Technische Sportorthopädie“ richtet sich an Meister sowie erfahrene Orthopädietechniker und Orthopädieschuhtechniker. In drei Modulen eignen sich die Teilnehmer Spezialwissen rund um die Versorgung von Spitzensportlern an. Insgesamt besteht der Lehrgang aus 130 Unterrichtsstunden. Am Ende jedes Moduls ­legen die Teilnehmer eine schrift­liche Prüfung ab. Hinzu kommt eine praktische Gruppenarbeit. Ein Zertifikat bestätigt die erfolg­reiche Teilnahme an den einzelnen Modulen. Die Eigenbeteiligung beträgt 1950,– Euro pro Person inklusive Produkte und Verbrauchsmaterial, exklusive Unterkunft. Pro Jahr veranstaltet Bauerfeind zwei Lehrgänge. Die Teilnehmerzahl ist jeweils auf zwölf begrenzt. Unterrichtsorte sind das Klinikum Osnabrück, die BUFA in Dortmund und die Bauerfeind Akademie in Zeulenroda.

 

Mehr Informationen

und die Möglichkeit zur An­meldung gibt es unterwww.bauerfeind.com, Menüpunkt „Service“, ­Rubrik „Bauerfeind Aka­demie“.

Bilder: Bauerfeind, Stefan Durstewitz