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Interview

Von Bauerfeind Life Magazin

Oda Hagemeier weiß um die Bedürfnisse im Gesundheitsmarkt. Als Geschäftsführerin der Herstellervereinigung eurocom (European Manufacturers Federation for Compression Therapy and Orthopaedic Devices), die in diesem Jahr silbernen Geburtstag feiert, wirft sie im Interview einen Blick zurück und nach vorn.

life: Die Geburtsstunde der eurocom schlug am 29. Juni 1998. Was war seinerzeit das ausschlaggebende Gründungsmotiv?

Oda Hagemeier: Mit den Gesundheitsreformen der 1990er-Jahre schwebte über der Hilfsmittelindustrie das Damoklesschwert. Die Vergütung durch die gesetzliche Krankenversicherung drohte zusammenzubrechen. Es war also so naheliegend wie dringlich, eine schlagkräftige Interessenvertretung zu gründen, um diese Gefahr zu bannen – durch gezielte Aufklärung und politische Arbeit. In breiter aufgestellten Verbänden sahen unsere Mitglieder ihre spezifischen Anliegen untergehen. Ursprünglich als Herstellervereinigung medizinischer Kompressionsstrümpfe angelegt, kamen 2003 Hersteller orthopädischer Hilfsmittel hinzu. Heute gehören der eurocom nahezu alle im deutschen Markt operierenden Unternehmen an, zurzeit 39. Übrigens: Zu den Gründungsvätern zählte unser langjähriger Vorsitzender Professor Hans B. Bauerfeind. 2018 gab er den Staffelstab an Jürgen Gold, Geschäftsführer der Julius Zorn GmbH, weiter und leitete damit einen Generationenwechsel ein.

„Von Anfang an war ich positiv überrascht,
mit welchem Engage­ment sich unsere Mitglieder in der eurocom einbringen.“

Oda Hagemeier

Der Generationenwechsel vollzog sich im Vorstand, aber auch in der Geschäftsführung der eurocom. Sie übernahmen 2019 das Steuer von Dr. Ernst Pohlen. War damit eine strategische Veränderung verbunden?

Oda Hagemeier: Zunächst einmal hieß es: Umzug der Geschäftsstelle von Düren nach Berlin. Damit war ganz klar der Auftrag verbunden, die politischen Aktivitäten auszubauen. Denn der hohe Nutzen, den Patienten und Fachgesellschaften den Hilfsmitteln attestieren, stellt Politik und Selbstverwaltung in die Verantwortung, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Innovationen den Patienten zügig erreichen. Deshalb setzen wir uns unter anderem für realistische Nachweispflichten des medizinischen Nutzens ein, als Basis für die Listung im Hilfsmittelverzeichnis. An neuen Themen – ob in Berlin oder Brüssel – mangelt es nicht. Wesentliche Treiber sind der Digitalisierungsschub im Gesundheitswesen und die Medical Device Regulation der EU, die unsere mittelständisch geprägten Mitglieder teils an ihre Grenzen bringt. Bewährt hat sich die Hilfe zur Selbsthilfe eines Gremiums, das wir speziell zur Bewältigung regulatorischer Anforderungen gebildet haben. Apropos Europa: Nach Österreich und Italien haben wir 2022 auch in den Niederlanden eine Landesorganisation gegründet. Im Fokus steht dabei die Aufklärung über medizinische Kompressionstherapie.

Verjüngung, Veränderung, Vergrößerung. Welches Kontinuum zeichnet für Sie die eurocom besonders aus?

Oda Hagemeier: Das ist der Elan unserer Gremienarbeit. Von Anfang an war ich positiv überrascht, mit welchem Engagement sich unsere Mitglieder in der eurocom einbringen und an einem Strang ziehen, um gemeinsame Ziele zu verfolgen. Diese zupackende Mentalität kann man gar nicht hoch genug einschätzen – und sie soll gefeiert werden: Am 8. November 2023 zeigen und diskutieren wir anlässlich unseres Jubiläums mit dem politischen Berlin, was Hilfsmittel leisten und was daraus folgen muss.

Bild: eurocom

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