Arthrose·Orthesen

„Es geht immer um Lebensqualität“

Konservative Hüfttherapie mit CoxaTrain

Von Bauerfeind Life Magazin am 28.06.2024

Kurz & Knapp PD Dr. med. habil. Lars Homagk, niedergelassener Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie in Naumburg und Weißenfels setzt bei der Behandlung von Patienten mit Hüftarthrose immer zunächst auf ein konservatives Therapieregime. Dabei ist ihm die Aktivierung seiner Patienten sehr wichtig. Um Schmerzen zu lindern und Bewegung zu unterstützen, verordnet er unter anderem die Hüftorthese CoxaTrain. Die Resultate haben ihn überzeugt, so dass er die Orthese auch bei anderen Indikationen verwendet, die mit einer Hüftsymptomatik verbunden sind – wie etwa bei Patientin Michaela Elsner, die an Komplikationen nach einer Oberschenkelhalsfraktur litt und in ihrer Mobilität und Arbeitsfähigkeit stark eingeschränkt war.

Wenn die Hüfte schmerzt, schmilzt die Teilhabe am aktiven Leben. Meist ist Arthrose der Grund und betrifft nicht nur über 70-Jährige, sondern auch jüngere Patienten, die im Berufsleben stehen und das noch lange bleiben wollen. Wie die Orthese CoxaTrain zur schmerzlindernden Mobilisation genutzt werden kann, verrät PD Dr. med. habil. Lars Homagk, niedergelassener Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie in Naumburg und Weißenfels.

„In erster Linie ganz klar konservativ“, lautet die Maxime für Dr. Lars Homagk bei der Behandlung seiner Patienten mit Coxarthrose, um das Hüftgelenk so lange wie möglich zu erhalten. „Erst wenn die Betroffenen nachhaltig eingeschränkt sind, sogar Probleme beim Einsteigen ins Auto haben, nicht mehr aufs Fahrrad kommen oder nicht mehr im geliebten Garten arbeiten können, dann empfehlen wir den Gelenkersatz. Es geht immer um Lebensqualität“, sagt der Mediziner, den wir in seinen Praxisräumen in Weißenfels besuchen.

Individualisierte multimodale Therapie

„Wir beraten ausführlich, schauen, was zu den Patienten passt, wofür sie zugänglich sind“, beschreibt Dr. Lars Homagk seine Herangehensweise, „und behandeln so lange wie sinnvoll konservativ.“ Zur Schmerzreduktion bietet er neben oraler Medikation auch unter anderem als IGeL-Leistung Infiltrationstherapien mit Hyaluron oder konditioniertem eigenen Blutplasma an. Bei rund 80 Prozent seiner Patienten sei jedoch schlicht mehr Bewegung am zielführendsten, weil sie zu wenig, im schlimmsten Fall gar nichts mehr machen. Ob zur Mobilisation beim Physiotherapeuten oder zum Reha-Sport im Fitnessstudio – die Alternativen sind heute zahlreich. Begleitend dazu führt er häufig eine Stoßwellentherapie durch. Gerade bei Arthrosen in stark muskulär geführten Gelenken, wie Hüfte oder Schulter, hat er damit gute Erfahrungen gemacht, da die oft degenerierte Muskulatur um das arthrotisch veränderte Gelenk sehr gut anspricht. Ein bewährter Baustein sind Einlagen und Orthesen, um betroffene Gelenkpartien zu entlasten und die Bewegungstherapie zu unterstützen.

„Auch mit neuem Gelenk sind die Schmerzen oft trotzdem noch da und der Patient ist unzufrieden. Dem müssen wir mit der konservativen Therapie vorbeugen.“

PD Dr. med. habil. Lars Homagk

Chronifizierung von Schmerz entgegenwirken

„Leichte und flexible Orthesen wie die CoxaTrain sollen helfen, den Schmerz zu lindern und die Muskulatur zu aktivieren. Sie begleiten in der Bewegung, anstatt das Gelenk ruhig zu stellen“, erklärt Dr. Lars Homagk. Die Schmerzen bei einer Coxarthrose ziehen eine Minderung des Bewegungsumfangs nach sich. Betroffene entwickeln schädigende Schonhaltungen und trauen sich meist nur noch kurze Gehstrecken zu. Wenn eine Orthese dann gezielt die Hüfte entlastet, „beschreiben viele Patienten, dass sie damit wieder besser und länger gehen können. Sie wollen dann oft erst mal keine Operation durchführen lassen. Das kann in Kombination mit anderen Bestandteilen des konservativen Therapiepfads über Jahre eine sehr gute Lösung sein“, so Dr. Lars Homagk. Dabei ist es dem erfahrenen Arzt wichtig, eine Chronifizierung von Schmerzen präoperativ zu verhindern. „Auch mit neuem Gelenk sind diese Schmerzen dann trotzdem noch da und der Patient ist unzufrieden. Dem müssen wir mit der konservativen Therapie vorbeugen und dafür sorgen, die Patienten muskulär so fit wie möglich zu halten. Das ist einer der entscheidenden Faktoren für das gute Gelingen einer späteren Operation und Reha.“

Vor und nach OP zählt Bewegung

Wenn die Lebensqualität der Betroffenen durch Schmerz und zunehmende Immobilität zu sehr eingeschränkt wird, ist es für Dr. Lars Homagk weniger eine Frage des Alters, ob operiert wird oder nicht. „Dass eine Prothese durchschnittlich 15 Jahre hält, gilt heute nicht mehr. Und man darf die muskulären Probleme, die sich ohne OP bei einer Ar­­thro­se begleitend intensivieren, auch nicht unterschätzen.“ Deshalb setzt er alles daran, seine Patienten optimal auf den Zeitpunkt der Operation vorzubereiten und weist sie darauf hin, dass auch danach die Beweglichkeit unbedingt trainiert werden muss. „Wir machen selbst keine Hüftprothetik. Dazu empfehlen wir weiter an Spezialisten. Wenn Patienten dann sechs Wochen nach ihrer OP mit Stützen zu uns kommen, weiß ich, dass die Muskulatur noch nicht genügend auftrainiert ist. Das Therapieschema Hüftprothese, wie es heute funktioniert, braucht nach der Anschluss-Reha eigentlich keine Stützen mehr. Man sollte alles wieder machen können.“ Ob dann in der postoperativen Phase die CoxaTrain unterstützend helfen könnte, entscheidet der Mediziner auf den Einzelfall bezogen. „Sie kann denjenigen, die etwas ängstlich an die Belastung rangehen, in der Anfangszeit Sicherheit geben, sich intensiver zu bewegen.“

„Produkte wie die CoxaTrain passen in unseren aktiven Behandlungsansatz.“

PD Dr. med. habil. Lars Homagk

Aktiver Ansatz bei Coxarthrose

Seit gut zwei Jahren verordnet Dr. Lars Homagk die neuartige Hüftorthese, die beim Gehen durch Massage-Effekte auf die bewegungsausführende Muskulatur entlastet. „Wir schauen immer, wie wir unseren Patienten noch besser helfen können, sind stets up to date. Und wenn mich etwas überzeugt, dann nutze ich es auch. Produkte wie die CoxaTrain passen in unseren aktiven Behandlungsansatz.“ Das Verhalten seiner Patienten bestätigt ihn. Die Orthese wird in der Regel sehr gut angenommen. Sie unterstützt sie bei den Tätigkeiten des alltäglichen Lebens, im Beruf und in der Freizeit. „Der Knackpunkt ist: Wer merkt, dass sie ihm hilft, der nimmt sie auch gerne her“, bestätigt Dr. Lars Homagk. Erfährt er bei den regelmäßigen Kontrollterminen, dass dem nicht so ist, stellt sich meistens heraus, dass die Patienten Schwierigkeiten mit dem ersten selbstständigen Anlegen hatten. „Das liegt nach meinen Erfahrungen nicht unbedingt am Produkt. Da sind die Schmerzen, die vielen Informationen, die Proble­me des Alltags – das kann schon mal die Aufnahmefähigkeit im entscheidenden Moment beeinflussen und damit das Verständnis, wie etwas helfen kann. Dann schicken wir die Patienten ins Sanitätshaus, um die Passform zu überprüfen und sich das Anlegen noch mal zeigen zu lassen. Denn das ist eigentlich ganz einfach.“
Die Patientenaufklärung hat für Dr. Lars Homagk einen hohen Stellenwert. Ihm ist wichtig, dass seine Patienten ihr Krankheitsbild und den Therapieplan verstehen und auch die verordneten Hilfsmittel in seiner Sprechstunde kennenlernen. Deshalb zeigt er sie, erklärt deren Wirkweise und verordnet namentlich. „Wir sind mit dem Hilfsmittelverzeichnis vertraut, kennen die verschiedenen Produkte und wählen für ein individuelles Problem eine konkrete Lösung. Die Zusammenarbeit mit den Sanitätshäusern bei der Versorgung unserer Coxarthrose-Patienten ist sehr vertrauensvoll.“

CoxaTrain nicht nur bei Coxarthrose

Durch die zahlreichen Praxiserfahrungen kennt Dr. Lars Homagk die Wirkung der Orthese auf die Lenden-Becken-Hüft-Region und nutzt sie nicht nur bei Coxarthrose-Patienten für die konservative Therapie. Wie die SacroLoc stabilisiert die CoxaTrain das Becken und entlastet die Iliosakralgelenke. Im Unterschied zu der Beckenorthese massiert die CoxaTrain mit mehreren Friktionspelotten bei Bewegung. Das hilft, Dysbalancen der Hüft- und Gesäßmuskulatur auszugleichen, die auch eine Ursache für lumbosakrale Schmerzen sein können:
„Die CoxaTrain kann eine passende Lösung sein, wenn ein Patient Rückenschmerzen hat, die stark in ein Bein ausstrahlen. Die Hüfte beziehungsweise die Hüftmuskulatur muss aber der Auslöser sein, sonst bringt ein Einwirken an dieser Stelle kaum Nutzen.“

Mobilisieren nach Oberschenkelhalsfraktur

Weiteres Potenzial sieht der Orthopäde im Einsatz nach Oberschenkelhalsfrakturen in der postoperativen Nachsorge und zeigt am anatomischen Beckenmodell auf den großen Rollhügel am Oberschenkelkopf, wo die Gesäßmuskulatur ansetzt. „Wir hatten vor kurzem eine junge Patientin, die sich nicht allein auf die drei Schrauben in ihrem Knochen verlassen wollte. Ihr gab die CoxaTrain die Sicherheit, um wieder in die nötige Bewegung zu kommen. Und es gibt noch weitere Fälle“, erzählt Dr. Lars Homagk und nimmt uns – nach Absprache – mit ins Behandlungszimmer, wo Michaela Elsner zur Nachuntersuchung erschienen ist.

Michaela Elsner trug bis zu ihrem Hüftgelenkersatz nach Komplikationen infolge einer Oberschenkelhalsfraktur für fünf Monate die CoxaTrain. Die präoperative Stabilisierung half ihr, weiterhin mobil und arbeitsfähig zu bleiben.

Die Patientin Mitte 50 hatte bei einem Sturz eine Oberschenkelhalsfraktur erlitten und war operiert worden. Die Besonderheit dabei: Die Knochen waren sehr weit eingestaucht, der Schenkelhals daher deutlich verkürzt, das natürliche Zusammenwachsen gestört, Material musste entfernt werden. Die Folge waren starke Hüftschmerzen bei Bewegung, dann auch beim Stehen oder Sitzen mit Ausstrahlung auf Rücken und Leiste. Michaela Elsner konnte ihrer gewohnten Arbeit als Reinigungskraft in einem Fitness- und Rehasport-Studio nicht mehr ohne weiteres nachgehen. Dr. Lars Homagk führt aus: „Sie entwickelte dann in Folge eine Hüftkopfnekrose, so dass der Einsatz einer Gelenkprothese unumgänglich war. Die Zeit bis zur OP galt es nun zu überbrücken und sie so mobil wie möglich zu halten. Deshalb haben wir zur Stabilisierung die CoxaTrain eingesetzt.“

„Jetzt kann ich wieder alles machen und ich arbeite wieder voll.“ Michaela Elsner braucht nun keine Orthese mehr und geht zweimal die Woche zum Rehasport.

Arbeitsfähig mit Orthese

Michaela Elsner erzählt: „Der Techniker vom Sanitätshaus war bei mir zu Hause, hat abgemessen und die Orthese vor Ort angepasst. Natürlich musste ich mich erst mal daran gewöhnen. Aber ich habe schnell gespürt, dass meine Schmerzen weniger wurden, und konnte damit verkürzt arbeiten, was mir wichtig war.“ Alle Tätigkeiten waren ihr damals nicht möglich, aber sie blieb in Bewegung, was ihr nach der OP in der Reha zugute­kam. Aktuell geht sie zweimal wöchentlich zum Rehasport, einmal zur Krankengymnastik und einmal zum Training mit Geräten. Insgesamt trug Michaela Elsner die CoxaTrain fünf Monate lang bis zu ihrer OP für den Gelenkersatz. Für sie war die Orthese schön leicht, sie konnte sie schnell anlegen und trug sie auf Arbeit immer unter ihrem Kittel und privat unter einer weiteren Hose. Strahlend fügt sie hinzu: „Das hat mir alles sehr geholfen. Jetzt mit der neuen Hüfte kann ich wieder alles machen und ich arbeite wieder voll.“

Versorgung im Burgenlandkreis

Nach zehn Jahren an Kliniken in Leipzig, Halle und Weißenfels wechselte PD Dr. med. habil. Lars Homagk 2015 in den niedergelassenen Bereich mit einer Praxis in Naumburg. 2018 nutzte er die Chance, im 15 Kilometer entfernten Weißenfels ein denkmalgeschütztes Gebäude aus den 1920er-Jahren zu erwerben und ein modernes medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) darin einzurichten. Heute befinden sich hier neben seiner Praxisklinik für Orthopädie und Chirurgie die Praxis für Gynäkologie seiner Frau sowie ein Dermatologe, ein Hausarzt und ein psychologischer Physiotherapeut. Auch ein Pflegedienst, eine Apotheke und ein Sanitätshaus sind dort ansässig. 2023 versorgte Dr. Lars Homagk mit seinem 21-köpfigen Team an beiden Standorten, darunter zwei angestellte Ärztinnen, rund 3.000 Patienten mit verschiedenen chirurgischen, orthopädischen und chirotherapeutischen Leistungen.

Gluteal Pad (links oben) und Trochanter Pad der CoxaTrain massieren beim Gehen und helfen, die bewegungsausführende Muskulatur zu entspannen.

Weniger Hüftschmerzen bei Bewegung

Die Hüftorthese CoxaTrain entlastet beim Gehen und reduziert signifikant Schmerzen. Dadurch kann sie zu mehr Mobilität verhelfen und unterstützt die Bewegungstherapie bei Coxarthrose, rheumatoider Arthritis, beim Impingement-Syndrom der Hüfte und bei weiteren Indikationen. Mit ihrer zirkulären Kompression umschließt die leichte Orthese den Beckenring, stabilisiert die Hüfte sowie den unteren Rücken und entlastet die Iliosakralgelenke (ISG). Zwei dorsale ISG-Friktionspelotten, das Gluteal Pad über dem hinteren Anteil des Musculus glutaeus medius und das bewegliche Trochanter Pad über dem Trochanter major massieren beim Gehen und helfen, muskuläre Dysbalancen in der Lenden-Becken-Hüft-Region auszugleichen, die die funktionelle Leistung beeinträchtigen.

Bilder: Bauerfeind, Andreas Wetzel

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