Kompressionsstrümpfe·Venenbeschwerden

„Die Akzeptanz ist gut“

Kompressionstherapie in der Schwangerschaft

Von Bauerfeind Life Magazin am 30.07.2016

In Lettland werden Schwangere von ihrem Familienarzt , einer zertifizierten Hebamme oder einem zertifizierten Gynäkologen betreut. Dr. Egils Gasins ist am „Embrions“, Center of Reproductive Medicine, tätig, einer Privatklinik für Gynäkologie, Geburtshilfe und Unfruchtbarkeitsbehandlung in Riga. Vielen seiner schwangeren Patientinnen empfiehlt er medizinische Kompressionsstrümpfe.

Herr Dr. Gasins, wie wirkt sich eine Schwangerschaft auf die Venen aus?

Dr. Egils Gasins: Eine Schwangerschaft ist eine zusätzliche Belastung für den Organismus der Frau, unter anderem auch für die Beinvenen. Das hat mehrere Ursachen. So führt beispielsweise das erhöhte Niveau des Hormons Progesteron, das in erster Linie das Gewebe der Gebärmutter dehnbarer machen soll , auch dazu, dass die Wände der Blutgefäße leichter dehnbar und somit deformierbarer sind. Gleichzeitig nimmt im Verlauf der Schwangerschaft die Flüssigkeitsmenge im Organismus zu und es muss mehr Blut durch das Venensystem transportiert werden. Deshalb ist es während der Schwangerschaft erforderlich, stets auch die Beinvenen im Blick zu behalten und gegebenenfalls Kompressionsstrümpfe zu verordnen, um den Blutrückfluss in den Venen zu verbessern.

Dr. Egils Gasins, „Embrions“, Center of Reproductive Medicine, Riga.
Dr. Egils Gasins, „Embrions“, Center of Reproductive Medicine, Riga.

Wann genau empfehlen Sie Kompressionsstrümpfe?
Dr. Egils Gasins: Falls die Frauen schon vor der Schwangerschaft an Beschwerden leiden oder erblich vorbelastet sind, empfehle ich, medizinische Kompressionsstrümpfe prophylaktisch während der gesamten Schwangerschaft sowie zwei bis drei Monate nach der Entbindung zu tragen. Und natürlich, sobald während der Schwangerschaft Beschwerden wie Schmerzen oder Schwellungen in den Beinen auftreten.

Wie viele von Ihren Patientinnen haben Venenprobleme während der Schwangerschaft?
Dr. Egils Gasins: Etwa 50 Prozent der Frauen, wahrscheinlich ist dies oft mit einer sitzenden oder – gerade gegensätzlichen – dauerhaft stehenden Tätigkeit verbunden.

Sind Ihre Patientinnen schwer zu überzeugen, Kompressionsstrümpfe zu tragen?
Dr. Egils Gasins: Nein, die Frauen sind grundsätzlich sehr aufgeschlossen und kümmern sich um ihre Gesundheit. Die Akzeptanz für die Kompressionstherapie ist daher gut. Allerdings ist es in einem Land wie Lettland, in dem hohe Zuzahlungen geleistet werden müssen, für die Patientinnen mitunter schwer, zusätzliche Mittel aufzubringen. Selbst Schwangere müssen hier ihre Kompressionsstrümpfe aus eigener Tasche bezahlen.

Wie wichtig ist für die Frauen die Optik der Kompressionsstrümpfe?
Dr. Egils Gasins: Die derzeit erhältlichen Strümpfe unterscheiden sich visuell ja nicht von gewöhnlichen blickdichten Strümpfen. Gerade bei den Kompressionsstrümpfen von Bauerfeind ist die Rückmeldung sehr positiv und die Patientinnen schätzen die Qualität hoch ein.

Geben Sie den Patientinnen noch besondere Ratschläge zum Tragen der Strümpfe?
Dr. Egils Gasins: Ich empfehle ihnen, die Strümpfe gleich am Morgen anzuziehen. Und natürlich ist auch eine gute Hautpflege wichtig.

Bilder: Bauerfeind, privat

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