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Individuelle Gonarthrose-Therapie „Der Patient gibt den Ton an“

Ausgabe 01/2020

Knorpelschädigung oder schon degenerativ fortschreitende Arthrose? Grad 2, 3 oder schon 4? Für Dr. med. Martin Schiweck von der Praxisklinik Orthopädie Aachen zählen bei der Anamnese in erster Linie die Probleme und Ziele des Patienten, um die beste Therapielösung zu finden.

Bauerfeind life: Wie gehen Sie bei ­Gonarthrose normalerweise vor?

Dr. Schiweck: Die entscheidenden Fragen in der Anamnese sind: Wie lange hat der Patient schon Beschwerden? Wie weit ist seine Gehstrecke? Was ist bisher gemacht worden? Pflicht ist eine Art von Bildgebung. Sehr hilfreich kann ein MRT sein, wenn die Erkrankung noch nicht fortgeschritten ist. So sind die Menisken, Knorpel , Bänder und die Reaktion am Knochenmark erkennbar. Vielleicht ist eine Operation doch nicht das Mittel der Wahl.

Sondern?

Dr. Schiweck: Der konservative Weg. So lange wie möglich nach Leitlinie der DGOU. Dazu muss ich wissen, was der Patient plant. Will er unbedingt Sport machen? Oder hat er keine Zeit für eine baldige OP wegen seines Jobs? Der Patient gibt den Ton an. Zum Beispiel können wir bei potenziellen Osteotomie-Kandidaten eine symptomlindernde Achssituation auch mit einer entlastenden Hartrahmenorthese wie der SecuTec OA erreichen. Vielleicht ist er damit erst mal zufrieden. Bei einem Brace-Test können wir das in der Regel herausfinden. Orthesen bieten viele Möglichkeiten. Wir können sie mit einer Schmerztherapie kombinieren. Dazu holen wir Hausärzte oder Kardiologen mit ins Boot. Wichtig ist , dass der Patient in Bewegung bleibt. Patienten mit Osteochondrosis dissecans bekommen bei uns, wenn eine Umstellungsosteotomie erst mal nicht notwendig ist , eine entlastende Orthese wie die SecuTec OA.

Kann man mit Gonarthrose Marathon laufen?

Dr. Schiweck: Ein Freund, mein Alter, 45 Jahre, mit medialer Knorpelglatze, hat es versucht bei einem Halbmarathon. Empfohlen habe ich es ihm nicht. Allerdings hatte ich ihm die neue GenuTrain OA verschrieben. Zusätzlich lief er mit einer Außenranderhöhung am Schuh. Er sagte, er sei gut zurechtgekommen. Das ist sicher ein Extrembeispiel. Es zeigt aber, wie individuell das Leistungsvermögen trotz Diagnose ist und wie wirksam bestimmte Hilfsmittel , besonders im Verbund, sein können.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der GenuTrain OA noch gemacht?

Dr. Schiweck: Gemeinsam mit einem Aachener Sanitätshaus haben wir einen Tragetest durchgeführt. Von fünf Patienten habe ich bisher Rückmeldung erhalten. Alle wollen sie weiterhin tragen. Grundsätzlich kann man mit dieser eng anliegenden, varisierenden oder valgisierenden Orthese nichts verkehrt machen, wenn nicht gerade eine Hauterkrankung vorliegt.

Verordnen Sie auch Bandagen?

Dr. Schiweck: Bandagen wie die GenuTrain oder die GenuTrain A3 werden von den Patienten gut akzeptiert. Ich betrachte sie in der Sekundärprävention durch ihre propriozeptive Stimulation als sehr sinnvoll , etwa bei jungen Fußballern nach einer Außenmeniskusnaht. Wenn Prävention gegen Gonarthrose hilfreich ist , dann nach diesen Knieverletzungen bei jungen Menschen.

Bild: Michael Bause


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