Für Ärzte und Partner im Gesundheitswesen Informationen für Patienten finden Sie hier.

Hinter den Surf-Weltcup-Kulissen Hart im Nehmen

Ausgabe 02/2016

Eine Behandlungsliege, ein mobiles Ultraschallgerät, ein gut sortierter Notfallkoffer, verschiedene Tapes, Bandagen und Orthesen – mit dieser Ausstattung schlug Dr. med. Karl-Heinz Kristen, Leiter der Sportklinik Wien, auch im Mai 2016 wieder seine (Zelt-)Strandklinik beim Surf-Weltcup im österreichischen Podersdorf am Neusiedler See auf.

Seit 25 Jahren übernimmt der Facharzt für Sportorthopädie, Orthopädie und orthopädische Chirurgie die sportmedizinische Betreuung von Surfprofis. In dieser Zeit hat sich nicht nur der Surfsport weiterentwickelt, auch Verletzungsmuster haben sich verändert. „Beim Kitesurfen gab es in der Anfangszeit beispielsweise häufig Rippenbrüche“, erinnert sich Dr. Kristen. „Unter anderem weil die Trapezgurte zu Beginn noch nicht optimal fürs Kiten angepasst waren.“

Gefährliche Fixierung

Dr. med. Karl-Heinz Kristen, Leiter der Sportklinik Wien.
Dr. med. Karl-Heinz Kristen, Leiter der Sportklinik Wien.

Heute ist laut Statistik sowohl beim Kite- als auch beim Windsurfen das Sprunggelenk am häufigsten von Akutverletzungen betroffen – nicht nur wegen der harten Landung auf dem Wasser bei Sprüngen, wie Dr. Kirsten erklärt: „Der Fuß muss tief und fest in den Fußschlaufen des Bretts stehen, um die sportartspezifischen Manöver überhaupt ausführen zu können. Und wenn dann bei einem Move die Rotation nicht hundertprozentig stimmt, verdreht man sich leicht das Sprunggelenk.“ Am zweithäufigsten sind Schultergelenk und Knie betroffen, an Wirbelsäule und Ellenbogen treten eher Überlastungsverletzungen auf. Die Art und Häufigkeit der Verletzungen hänge neben der Fahrtechnik auch immer vom Reglement ab: „Wenn etwa beim Freestyle gerade Sprünge mit Dreifachrotation besonders viele Punkte bringen, wird das vermehrt trainiert – teils eben mit Konsequenzen“, so der Sportorthopäde. „Dennoch ist Surfen trotz spektakulärer Manöver insgesamt als wenig verletzungsträchtig einzustufen.“

Fit für den Wettkampf?

„Vor Ort beim Weltcup lautet die für die Athleten wichtigste Frage: Kann ich den Wettkampf weiterführen? Dafür nehmen sie mitunter ganz schön viel in Kauf“, berichtet Dr. Kristen. Ist eine Versorgung des Sportlers am Wettkampfort möglich, setzt er gerne Bandagen und Orthesen ein: „Das sind super Hilfsmittel, um verletzte Gelenke und Strukturen zu schützen.“ Während des Wettkampfs wird unter dem Neoprenanzug allerdings zunächst ein wassertaugliches Spezialtape verwendet. „Aber sobald die Athleten vom Board steigen, bekommen sie eine normale Bandage oder Orthese. So läuft das im Profizirkus. Bei den normalen Hobbysurfern gibt es jedoch etliche, die mit den Bandagen surfen, weil sie stabilisieren und Distorsionen vorbeugen.“ An Bandagen hatte er schon so gut wie alle Train-Produkte im Einsatz, allen voran die MalleoTrain fürs Sprunggelenk. „Die Train-Bandagen sind einfach in der Handhabung. Sie nehmen nicht viel Platz weg, man kann sie schnell an- und ausziehen, sie sind auch im Surfumfeld sehr gut praktikabel.“ Bei Kreuz- oder Seitenbandverletzungen am Knie schätzt der Arzt zudem die Knieorthese SecuTec Genu. Die Profisurfer schätzen wiederum an Dr. Kristen, dass er nicht nur medizinisches Fachwissen hat, sondern den Sport auch selbst praktiziert und ihre Bedürfnisse genau versteht.

Bilder: Photo Wilke, Dr. Kristen