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Hautpflege in der Kompressionstherapie Herausforderung trockene Haut

Ausgabe 02/2014

Trockene, teils auch juckende und schuppende Haut macht vielen Venen- und Lymphpatienten zu schaffen. Zur besseren Compliance des Patienten und zur Vermeidung von Folgeschäden kommt der richtigen Hautpflege bei der Kompressionstherapie daher eine besondere Bedeutung zu.

Dr. med. Kerstin Veltman, Jena.
Dr. med. Kerstin Veltman, Jena.

„Voruntersuchungen für Krampfaderoperationen, Wundbehandlung bei offenen Beinen oder Lymphödem – die Patienten wenden sich mit Fragen und Problemen aus dem kompletten phlebologischen und lymphologischen Spektrum an uns“, sagt Dr. med. Kerstin Veltman von der Praxis für Venen- und Hauterkrankungen Jena im Post-Carré. „Eines haben viele der Patienten gemeinsam: Hautprobleme.“ Was die Fachärztin für Dermatologie und Venerologie aus der täglichen Praxis kennt, wurde im Venenzentrum der Universität Bochum bei einer Patientenbefragung bereits mit konkreten Zahlen untermauert.1 Dabei gaben fast 59 Prozent der Patienten an, unter trockener Haut zu leiden, 33 Prozent berichteten von Juckreiz. Fakt ist: Hautirritationen sind eine Gefahr für die Therapietreue, auch wenn sich der Tragekomfort und die Akzeptanz von Kompressionsstrümpfen durch moderne Materialien wie atmungsaktive Mikrofasern, modische Designs und gute Passform in den letzten Jahren deutlich verbessert haben. „Die Symptomatik, trockene Haut’ ist bei Venenleiden quasi vorprogrammiert“, so Dr. Veltman. „Denn jede Funktionsstörung des venösen Systems wirkt sich auch auf das umliegende Gewebe aus.“ Ist aufgrund geschädigter Venenklappen der Rücktransport gestört , kommt es zu einer dauerhaft bestehenden Volumenüberlastung und Druckerhöhung im Bereich der Haut und des subkutanen Gewebes. Dadurch wird die Haut trockener und empfindlicher. Für die ohnehin schon trockenere Haut von Venenpatienten kommt mit der Kompressionstherapie eine weitere Herausforderung dazu: der Kompressionsstrumpf, der zu Okklusionseffekten und einer mechanischen Belastung der Haut führen kann. Daraus resultiert ferner eine trockene Haut mit Schuppung und Juckreiz.

Begleitende medizinische Hautpflege sinnvoll

„Patienten mit einer chronisch venösen Insuffizienz können auch weitere Erkrankungen haben, die mit einer trockenen und/oder empfindlichen Haut einhergehen“, macht Dr. Veltman deutlich. „Ich denke da unter anderem an Diabetiker, Patienten mit einer Polyneuropathie, einer Schuppenflechte, Ekzemen oder anderen Hauterkrankungen. Und natürlich haben ältere Menschen per se infolge verminderter Hydratation und Regenerationsfähigkeit stärker mit trockener Haut zu kämpfen.“ Für die meisten ihrer Patienten sei daher eine begleitende medizinische Hautpflege angezeigt. „Denn eine Verschlechterung des Hautzustands, eventuelle Läsionen und sich entwickelnde Wunden oder Wundinfektionen will wirklich keiner!“
„Hauttypgerecht und indikationsgerecht“, lautet die umgehende Antwort der Jenaer Fachärztin auf die Frage, wie eine geeignete Hautpflege aussehen sollte. „Bei Patienten mit sehr trockener Haut , mit Schuppenflechte oder Ekzemen würde ich beispielsweise eher zu einer fetthaltigeren Emulsion raten. Diabetiker mit verminderter Schweißsekretion sollten eine entsprechend auf ihre Bedürfnisse angepasste Lotion nutzen.“ Sehr sinnvoll findet sie daher auch, dass es die neuen VenoTrain-Lotionen für Kompressionsstrumpfträger in zwei Varianten gibt: die VenoTrain-Lotion für normale bis leicht trockene Haut und die VenoTrain-Lotion Extra für trockene bis sehr trockene Haut.

Auf dermatologisch unbedenkliche Inhaltsstoffe achten

Je nach Indikation verordnet Dr. Veltman ihren Patienten eine speziell in der Apotheke angefertigte Salbe. „Urea, wie auch in der VenoTrain-Lotion Extra enthalten, kommt dabei häufig zum Einsatz“, sagt sie. Bei den Wirkstoffen sollte stets auf die Konzentration geachtet werden. „Und ganz besonders wichtig ist, dass das Pflegeprodukt – egal ob vorgefertigt oder individuell angemischt – so wenig wie möglich allergene Komponenten enthält“, betont die Jenaer Ärztin. „Hierzu zählen in erster Linie Duftstoffe, wobei das Risiko einer Unverträglichkeit mit der Anzahl der benutzten Externas steigt.“ Auf Konservierungsstoffe und andere Komponenten mit vergleichsweise hohem Sensibilisierungspotenzial sollte insbesondere dann verzichtet werden, wenn dermatologisch unbedenkliche Alternativen verfügbar sind, so die Fachärztin. Hat ein Patient offene Hautstellen, sollte unbedingt ein Spezialist auf die Wunde schauen. „Dann gilt es, die Wunde stadiengerecht zu behandeln, die Ursache zu finden und wenn möglich zu beseitigen. Für die wundumgebende Haut bedeutet das: bei eher unkritischem Hautzustand mit einer medizinischen Lotion pflegen, bei starken Ekzemen oder anderen Problemen Externas mit medizinischen Wirkstoffen verwenden.“

Vorsicht bei Hausmittelchen

Besondere Sorgfalt ist bei der Hautpflege von Diabetes-, Adipositas- oder Lymphödempatienten geboten. „Diese Patienten müssen gut darauf achten, sich ordentlich abzutrocknen, um u. a. Pilzinfektionen und Wundrosen zu vermeiden. Denn feuchte Hautstellen sind ein Nährboden für Keime“, so Dr. Veltman. Neben Tipps, was Betroffene machen sollen – zum Beispiel Pflegeprodukte nur dünn, dafür aber regelmäßig (am besten abends nach dem Duschen) aufzutragen –, rät sie ihren Patienten auch, bestimmte Dinge nicht zu machen. Wie sich zum Beispiel Lebensmittel auf die Haut zu packen. „Sie glauben nicht, auf welche Ideen manche Menschen da kommen! Zum einen kann die Haut dann nicht, atmen’, zum anderen riskieren die Patienten eine Keimkontamination. Und das führt dann zu sekundären Wundheilungsstörungen“, sagt Dr. Veltman. Statt Hausmittelchen also doch lieber den Arzt kontaktieren und das geeignete medizinische Pflegeprodukt verwenden.

Die Fachärztin für Dermatologie und Venerologie bei einer Ultraschalluntersuchung der Venen. Immer mit im Blick: der Hautzustand der Patienten.
Die Fachärztin für Dermatologie und Venerologie bei einer Ultraschalluntersuchung der Venen. Immer mit im Blick: der Hautzustand der Patienten.

Kompressionsstrumpf mit integrierten Pflegesubstanzen

Zusätzlich zum Eincremen am Abend lässt sich die Haut auch tagsüber vor dem Austrocknen schützen mit pflegenden Kompressionsstrümpfen wie dem VenoTrain micro balance. Der Strumpf kombiniert die therapeutischen Eigenschaften eines Kompressionsstrumpfs mit den hautglättenden Eigenschaften einer Pflegelotion. Sein Gestrick ist mit pflegenden Substanzen wie Urea, Passionsfruchtkernöl und Vitamin E versetzt , die beim Tragen abgegeben werden. Das unterstützt den natürlichen Feuchtigkeitshaushalt der Haut. Die Ergebnisse einer klinischen Studie2 bestätigen den positiven Einfluss des Strumpfs auf das Hautbild und die hervorragende Verträglichkeit der aktiven Pflegesubstanzen. Dr. Veltman hat den VenoTrain micro balance schon selbst ausprobiert und dabei sofort festgestellt: „Er lässt sich auch einfacher anziehen.“ Bei Patienten mit besonders empfindlicher oder trockener Haut könne das eine sinnvolle Zusatzoption sein. Sie rät: „Im Hinblick auf eine bestmögliche Therapie und eine gute Compliance sollten sich auch Ärzte gut mit den auf dem Markt befindlichen Produkten auskennen.“

Weitere Informationen

zum VenoTrain micro balance und den VenoTrain-Lotionen von sebamed unterwww.bauerfeind.com

1  Int Angiol. 2009 Oct; 28(5):385–93. Quality of life and patients’ view of compression therapy. Reich-Schupke S., Murmann F., Altmeyer P., Stücker M.,Source Department of Dermatology, Ruhr University Bochum,Bochum, Germany, PMID: 19935593.
2  Vasomed, 2006; 18(4):144. Kompressionsstrümpfe als medizinisches Textil zur wirksamen Hautpflege. Jünger M., Riebe H., Haase H., Arnold A., Ladwig A., Greifswald, Deutschland.

 

Bilder: Frank Steinhorst


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