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Fußdruckmessung mit WLAN-Sohlen „Frei und natürlich gehen“

Ausgabe 02/2019

Mit den kabellosen WLAN-Sohlen von medilogic hat die Wirth GmbH die Fußdruckmessung deutlich komfortabler für ihre Kunden gemacht. Gleichzeitig profitieren diese von einer besonders hohen Datenqualität – für die punktgenaue Versorgung.

„Und los, bitte!“, ruft Katja Zorn aus dem Messraum bei der Wirth GmbH in Lichtenfels. Es ist das Kommando für die Patientin auf dem langen Gang nebenan, ganz locker und unbeschwert loszulaufen. Katja Zorn blickt währenddessen gebannt auf den Monitor, auf dem jeder Schritt der Patientin als farbige Druckdarstellung in Echtzeit angezeigt wird. Nach rund 30 Schritten stoppt sie die Messung und bittet die Patientin wieder in den Raum. „Das war eine typische Fußdruckmessung mit unseren WLAN-Sohlen, wie wir sie täglich hauptsächlich zur Versorgung unserer Diabetikerpatienten durchführen“, erklärt die Leiterin der Abteilung Einlagen bei Wirth. „Damit messen wir die Belastung der Füße und lokalisieren Druckstellen ganz genau. In Kombination mit einer ausführlichen Fußuntersuchung können wir dann mit den Einlagen gezielt polstern, führen oder stützen.“ Die Orthopädieschuhtechnik macht mit knapp 40 Prozent das größte Geschäftsfeld der 1959 gegründeten Wirth GmbH aus, die außerdem noch in den Bereichen Orthopädietechnik, Sanitätshaus, Reha-Hilfsmittel , Mobilität und Sportversorgung tätig ist.

Authentisch und aussagekräftig: die Fußdruckmessung mit den WLAN-Sohlen.

Neue Bewegungsfreiheit

Das kabellose Messsystem kommt bei der Wirth GmbH seit Mitte 2018 zum Einsatz. Es erfasst direkt im Schuh die Druckverteilung unter dem Fuß. Die Daten werden per WLAN zum PC oder Laptop übertragen. „Besonderer Vorteil der Sohlen ist natürlich, dass man keine störenden Kabel mehr hat , sowohl am Rechner als auch am Patienten“, berichtet Katja Zorn. „Diese können eine längere Strecke ganz frei und natürlich gehen, was die Datenerhebung authentischer und aussagekräftiger macht. Sie brauchen sich eben nicht mehr um die Kabel zu kümmern und der Klettverschluss hält sehr gut am Bein.“ Das Klettband mit den Sendern befestigt die Orthopädieschuhtechnikerin immer gleich am stehenden Patienten, um ein Rutschen oder Spannen beim Aufstehen zu vermeiden. „Die WLAN-Sohlen sind perfekt in Präzision und Handling. Wir können damit einfach besser messen und sind sehr froh, auf diese Technologie umgestellt zu haben.“ Positiver Nebeneffekt im Sinne der Nachhaltigkeit: Das bestehende System mit kabelgebundenen Sohlen, das das Unternehmen seit vielen Jahren einsetzt , konnte weiter genutzt werden, indem es für die neue WLAN-Funktionalität einfach von medilogic umgerüstet wurde.

Katja Zorn, Leiterin der Abteilung Einlagen bei Wirth.

Punktgenaue Belastungsmessung

Verwendet werden die WLAN-Sohlen bei der Wirth GmbH sowohl bei (Neu-)Versorgungen als auch bei Kontrollen der bestehenden Hilfsmittel. „Das System ist kinderleicht zu bedienen: Die Sohlen in den Schuh einlegen, die WLAN-Verbindung aktivieren und los geht’s“, sagt Katja Zorn. Alle relevanten Daten wie Datum, Größe, Schuhtyp und vorhandene Hilfsmittel wie Einlagen oder Abrollhilfe lassen sich dabei über das Kommentarfeld direkt in der Messung abspeichern. „Gut ist auch, dass die Patienten mit der WLAN-Sohle beliebig viele Schritte machen können. Eine Laufzeit von 45 Sekunden erzeugt beispielsweise ein ausreichend großes Datenvolumen, aus dem sich plausible und aussagekräftige Mittelwerte der Druckbelastung gewinnen lassen.“

Karlheinz Wirth, geschäftsführender Gesellschafter Wirth GmbH.

Im Detail werden bei der Laufanalyse das Abrollverhalten, die Druckverteilung im Schuh, die Schrittfrequenz oder Belastungsverteilung in den verschiedenen Phasen des Laufens festgehalten. Dank der hohen Sensordichte und einer Abtastung von bis zu 400 Hz lassen sich dabei kurzzeitige Belastungsspitzen ebenso erfassen wie sehr schnelle Bewegungsvorgänge. Der jeweilige Fußdruck ist dabei immer in Echtzeit am Bildschirm in Form von farbigen Diagrammen sichtbar und kann anschließend inklusive der eingegebenen Mess- und Patientendaten farbig ausgedruckt werden. „An den Ergebnissen kann man gleich ganz genau sehen, welche Stelle noch zu viel Druck hat. Diese Stelle können wir dann punktgenau über eine entsprechende Einlage oder auch Schuhzurichtung entlasten“, so Katja Zorn.

Mehrwert in der Praxis

Neben den WLAN-Sohlen nutzt die Wirth GmbH insbesondere zur diabetesadaptierten Fußbettung auch Verfahren wie den Fußscan und den Trittschaumabdruck. „Diese Verfahren haben natürlich auch ihre Berechtigung. Zum Beispiel schäumen wir den Trittschaum aus, um darüber den individuellen Leisten als Basis für die Fertigung der diabetesadaptierten Einlagen oder Therapieschuhe nach Maß zu haben“, meint Katja Zorn. „Was jedoch Genauigkeit , Schnelligkeit und Bedienkomfort angeht , sind die WLAN-Sohlen unübertroffen. Das System arbeitet zuverlässig.“ Auch das Fazit des geschäftsführenden Gesellschafters Karlheinz Wirth fällt positiv aus: „Wir haben die WLAN-Sohlen eingeführt , weil sie effizienter sind und mehr Nutzen bringen, und zwar sowohl uns als auch unseren Kunden. Damit können wir einmal mehr unserem Motto ,Faszination Gesundheit‘ nachkommen – und noch besser das tun, was unsere Aufgabe und Leidenschaft ist , nämlich die Gesundheit als höchstes Gut zu pflegen und zu schützen.“ 

Katja Zorn: „Das System ist kinderleicht zu bedienen: Die Sohlen in den Schuh einlegen, die WLAN-Verbindung aktivieren und los geht’s.“

Bilder: Frank Steinhorst


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