Für Ärzte und Partner im Gesundheitswesen Informationen für Patienten finden Sie hier.

Erfahrungen mit Uniprox-Handorthese DAHO 3.1 Patienten loben einfaches Handling und hohen Tragekomfort

Ausgabe 01/2015

Die DAHO Handorthese Typ 3.1 wurde entwickelt, um eine frühzeitige Bewegungstherapie der Finger nach einer Beugesehnenoperation zu ermöglichen. Gleichzeitig bietet sie der operierten Sehne optimalen Schutz vor einer möglichen Überbelastung. Sieglinde Küster, Orthopädietechnik-Mechanikerin und Bandagistin im Sanitätshaus Beerbaum in Plau am See, hat bereits umfangreiche Erfahrungen mit der seit Mai 2014 erhältlichen Flexionsorthese von Uniprox gesammelt.
Die natürliche Funktion der Beugesehnen ist für die Greiffunktion der Hand entscheidend. Ihre Verletzung kann zu maßgeblichen Einschränkungen bis hin zum vollständigen Funktionsverlust führen. Trotz der anatomischen Besonderheiten gibt es mittlerweile wirksame Operations- und Therapieverfahren, die meist zur vollständigen Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit der betroffenen Finger führen. Für die Nachbehandlung von Beugesehnenoperationen ist es wichtig, die Hand zunächst ruhigzustellen und sie nach drei bis sechs Tagen für einen Zeitraum von circa sechs Wochen mit einer dynamischen Orthese wie der DAHO 3.1 zu versorgen. Bei dieser Flexionsorthese werden die Fingergelenke passiv durch einstellbare Gummizüge gebeugt. Der Patient kann die Finger mittels der unverletzten Strecksehnen aktiv gegen den Widerstand der Gummizüge strecken, wobei die Beugesehnen passiv gleiten können. Nach dem Prinzip des „Heilens im Gleiten“, welches von Dr. Harold Kleinert bereits im Jahr 1967 entworfen wurde, lassen sich so Sehnenverklebungen und Gelenkkontrakturen vermeiden und die Muskelkontraktilität erhalten. Entsprechende Bewegungsübungen fördern den Heilungsprozess. Der geteilte Überstreckungsschutz – für den II. Strahl, für den III. bis V. Strahl oder auch für alle gemeinsam – ermöglicht eine individuelle Einstellung des gewünschten Bewegungsspielraums und schützt somit die operierten Sehnen vor Überlastung. Die individuellen Verbindungsteile sorgen für eine entsprechende Flexion des Handgelenks. In der Standardausführung wird die vormontierte Orthese in Intrinsic-plus-Stellung geliefert, optional ist ein langes Verbindungsteil für die Flexion des Handgelenks nach Kleinert erhältlich.

Regelmäßige Verordnungen von DAHO 3.1

Sieglinde Küster, Orthopädietechnik-Mechanikerin und Bandagistin im Sanitätshaus Beerbaum.
Sieglinde Küster, Orthopädietechnik-Mechanikerin und Bandagistin im Sanitätshaus Beerbaum.

Sieglinde Küster vom Sanitätshaus Beerbaum ist durch die enge Zusammenarbeit mit dem MediClin Krankenhaus Plau am See auf die DAHO-Produktlinie von Uniprox aufmerksam geworden. „Regelmäßig kommen von dort Patienten zu uns, denen auf der Station ,Handchirurgie’ die DAHO 3.1 verordnet wurde – vor allem bei frischen Beugesehnenverletzungen, die operativ behandelt wurden“, erläutert die OT-Mechanikerin und Bandagistin. „Meist ist eine Versorgung in der Intrinsic-plus-Stellung gewünscht. Wenn auch das Handgelenk – wie bei der Kleinert-Stellung vorgegeben – gebeugt werden soll, wird dies für jeden Patienten individuell verordnet.“ Die Entscheidung über die Art der Versorgung trifft der behandelnde Arzt: In der Regel erhalten die Patienten zunächst einen schützenden Faustverband und je nach Heilungsverlauf innerhalb einer Woche die DAHO 3.1. Drei Wochen nach der Erstversorgung kommen die Patienten dann meist zur Kontrolle und zum Nachjustieren der Hand-orthese in das Sanitätshaus – dies stellt eine solide Versorgung sicher.

Eine wertvolle Ergänzung

„Früher haben wir die Orthesen aus Niedertemperaturmaterial selbst hergestellt, was sehr aufwendig war“, erinnert sich Sieglinde Küster. Später konnten sie auf DAHO-Handorthesen der Firma Uniprox umstellen, wobei sie den für die Behandlung von Strecksehnenverletzungen konzipierten Typ 2.1 zur Versorgung von Beugesehnenverletzungen umgebaut haben. „Die neue DAHO 3.1 ist eine wertvolle Ergänzung des bisherigen Sortiments – jetzt steht uns speziell für diese Versorgung ein perfektes Hilfsmittel zur Verfügung.“ Wie Sieglinde Küster betont, sorgt die auch im Vergleich zur bisherigen DAHO 3.0 schlankere Konstruktion der DAHO 3.1 für einen wesentlich höheren Tragekomfort. Zudem loben die Patienten das einfache Handling, das es ihnen ermöglicht, die Orthese im Rahmen der Physiotherapie und ggf. zunehmend selbstständig an- und abzulegen. „Die Patienten kommen nach unseren Beobachtungen gut mit der Orthese zurecht und wir erhalten viele positive Rückmeldungen“, resümiert Sieglinde Küster. „Und auch von den Ärzten und Therapeuten bekommen wir das Feedback, dass sie sehr zufrieden hinsichtlich der Versorgung mit der DAHO 3.1 sind.“

Erweiterung eines bewährten Konzepts

Sven Kirsten, Leitender Oberarzt der Abteilung Handchirurgie am MediClin Krankenhaus Plau am See, erläutert die Überlegungen, die der Entwicklung der DAHO 3.1 zugrunde lagen.

Sven Kirsten, Leitender Oberarzt MediClin Krankenhaus Plau am See.
Sven Kirsten, Leitender Oberarzt MediClin Krankenhaus Plau am See.

„Die adäquate Nachbehandlung von Beugesehnenverletzungen der Hand ist nach wie vor ein nicht zu unterschätzendes Problem. Frühfunktionelle Konzepte stehen dabei heute eindeutig im Vordergrund, wobei jedoch selbst mehr oder weniger darauf spezialisierte Physio- und Ergotherapeuten durch geeignete Hilfsmittel unterstützt werden müssen. Dazu entwarf bereits 1967 Dr. Harold Kleinert das nach ihm benannte Prinzip ,Heilen im Gleiten‘. Das Handeln danach ist aber leider oft leichter gesagt als getan: So ist gerade im ländlichen Raum nicht immer ein zertifizierter Handtherapeut verfügbar. Zudem nimmt der Effizienzdruck der Kostenträger zu, sowohl hinsichtlich des Behandlungsrahmens – Stichwort ‚ambulant vor stationär‘ – als auch hinsichtlich der Kosten, beispielsweise für individuell angefertigte Schienen. Bei unseren Überlegungen, dazu ein konfektioniertes Modell mit standardisierter Qualität anzubieten, kam uns das DAHO-Konzept sehr gelegen, welches wir bereits in entsprechend ausgereifter Form für Strecksehnenverletzungen verwendeten. Dessen Modularität lässt neben einem zeitgerechten Tragekomfort viele Optimierungsmöglichkeiten sowie arzt- und patientenspezifische Erweiterungen im Sinne eines Baukastensystems zu, so dass wir mit Hilfe von neuen Zusatzmodulen und bewährten Bestandteilen aus dem Basissystem eine perfekt nach unseren Vorstellungen konstruierte Orthese erhielten.“

Bilder: Uniprox, Sven Kirsten