Fußbeschwerden·Rückenschmerzen

„Entscheidend ist die individuelle Betrachtung“

Einlagenversorgung in der Schwangerschaft

Von Bauerfeind Life am 24.07.2026

In der Regel verändert sich die Struktur des Fußes während einer Schwangerschaft. Vor allem in der Erstgravidität reduzieren sich die Höhe und die Stabilität des medialen Längsgewölbes. Außerdem nimmt die Fußlänge zu. Ob und wie eine Einlagenversorgung daraus entstehende Beschwerden lindern kann, ordnet Dr. Andreas Metzger, Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin, ein.

Dr. Metzger: Die hormonell bedingte Lockerung der Bänder sowie die erhöhte mechanische Belastung können zum Absenken des medialen Längsgewölbes führen, was häufig mit einer verstärkten Pronation einhergeht. Daraus resultierende Beschwerden im Fuß, aber auch Schmerzen in Knie, Hüfte und Rücken können die Folge sein. Obwohl biomechanisch gut erklärbar, werden die Zusammenhänge im klinischen Alltag oft unterschätzt.

Dr. Andreas Metzger ist niedergelassener Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin mit Praxis in Nürnberg. Seine Schwerpunktgebiete sind die unteren Extremitäten, insbesondere Füße, sowie die Wirbelsäule.

Dr. Metzger: In einer symptomorientierten Therapie bieten individuell angepasste Einlagen eine wichtige Option. Die gezielte Unterstützung des medialen Längsgewölbes kann die Fußstatik stabilisieren, die Pronation reduzieren und die Entlastung der gesamten unteren Extremität positiv beeinflussen. Bei bestehenden Beschwerden oder ausgeprägter Hyperpronation ist daher der Einsatz aus orthopädischer Sicht gut begründbar.

Während der Schwangerschaft können hormonell bedingte Lockerung der Bänder und mechanische Belastung zu Beschwerden in den Füßen führen.

Dr. Metzger: Entscheidend ist die individuelle Betrachtung. Eine pauschale prophylaktische Versorgung aller Schwangeren lässt sich derzeit nicht evident begründen. Bei Patientinnen mit Symptomen oder funktionellen Auffälligkeiten kann eine frühzeitige Versorgung sinnvoll sein – vor allem in der Erstgravidität, da hier die größten strukturellen Anpassungen stattfinden. Um langfristigen Beschwerden vorzubeugen, sind eine qualifizierte Schuhberatung und eine regelmäßige Kontrolle der Fußentwicklung sinnvoll.

Ein Paper zu „Fußgewölbe und Fußmorphologie in der Schwangerschaft“ ist hier online downloadbar.

„Wann ist eine Intervention nötig?“ – Lesen Sie mehr über Hilfsmittelversorgung in der Schwangerschaft im Fachbeitrag mit der Gynäkologin Dr. Susann Jäkel.

Bilder: Udo Schönewald, Bauerfeind AG

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