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Einlagenversorgung bei plantarer Fasziitis Maximalschmerz deutlich verringert

Ausgabe 01/2013

Bei fußsohlenseitigem Fersenschmerz zählt eine Einlagenversorgung zur Standardtherapie. Prof. Dr. med. Markus Walther, Ärztlicher Direktor und Chefarzt am Zentrum für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie der Schön Klinik, München-Harlaching, leitete eine Studie*, die verschiedene Einlagenkonzepte untersuchte, darunter die profes­sional Ferse von Bauerfeind.

Herr Prof. Dr. Walther, was hat Sie dazu ­bewogen, die Studie durchzuführen?
Prof. Dr. Walther: Fersenschmerz ist epidemiologisch ein ganz großes Problem. Allein in der Gruppe der 50- bis 60-Jährigen geht man davon aus, dass fast jeder Zweite einmal im Jahr Fersenbeschwerden hat – meist aufgrund einer plantaren Fasziitis. Dabei entzündet sich die Bindegewebsplatte der Fußsohle dort , wo die Plantarfaszie an dem Knochen ansetzt. Und zwar deshalb, weil die Faszie im Laufe des Lebens an Elastizität verliert. Das können Sie sich am besten so vorstellen: Sie tauschen ein Gummi-Bungeeseil gegen ein Stahlseil aus und springen. Wenn Sie am Anschlag sind, dann rumst es gewaltig, weil die Spannung ganz plötzlich aufgebaut und nicht weich abgefedert wird. Bei den betroffenen Patienten wird der Übergang dieser Faszie in den Knochen, also die Aufhängung, massiv belastet und fängt dann an auszureißen oder sich zu entzünden.
Mit einer Einlage lässt sich diese Struktur entlasten. Dabei zielen einfache Einlagenkonzepte allein auf eine Weichbettung des Rückfußes ab, um die Druckmaxima beim Fersenauftritt zu reduzieren. Man kann aber durch eine Rückfußfassung und eine mediale Abstützung in Verbindung mit einer Hohllegung der betroffenen Strukturen eine zusätzliche mechanische Entlastung erreichen. Dies war lange Zeit nur mit individuell gefertigten Einlagen möglich. Wir wollten nun untersuchen, inwieweit auch industriell vorgefertigte Einlagen einen solchen Effekt erreichen können.

Wie sind Sie vorgegangen?
Prof. Dr. Walther: Bei unserer randomisierten, prospektiven Studie haben wir eine dünne, im Internet erhältliche Polstereinlage aus PU-Schaum (A) und zwei Markenprodukte – eine klassische Weichschaumeinlage (B) und die professional Ferse von Bauerfeind (C) – verglichen. Die professional Ferse ist ein mehrschichtig gepolsterter Einlagenrohling mit einem freitragenden Kunststoffkern mit zentraler Fersenaussparung, die weiter plantar gefächert verläuft.
An der Studie nahmen 30 Patienten einer orthopädisch-unfallchirurgischen Praxis in Mittelfranken teil. Ihr Alter betrug im Durchschnitt etwas über 50 Jahre. Bei allen Patienten lag eine plantare Fasziitis ohne weitere Fußerkrankungen vor. Die Probanden waren auch noch nicht vortherapiert. Während des Beobachtungszeitraums von drei Wochen wurde die Einlagenversorgung als alleinige therapeutische Maßnahme angewandt. Wer welche Einlage erhielt , entschied das Los.

Die Besonderheit der professional ferse liegt in ihrem Aufbau und dem speziellen Einlagenkern.
Die Besonderheit der professional ferse liegt in ihrem Aufbau und dem speziellen Einlagenkern.

Worauf lag der Hauptfokus der Studie?
Prof. Dr. Walther: Auf dem Parameter Schmerz, da dieser für die Lebensqualität der betroffenen Patienten ausschlaggebend ist. Dokumentiert wurden der Verlauf des maximalen Schmerzes, das durchschnittliche Schmerzniveau während der Behandlungsdauer, die Schmerzdauer pro Tag sowie die Tragedauer der Einlagen. Auch die tägliche Gehleistung und der subjektive Tragekomfort wurden erfasst. Für sämtliche subjektiven Angaben nutzten die Patienten die visuelle Analogskala (VAS).

Was waren die wichtigsten Ergebnisse?
Prof. Dr. Walther: Während der Beobachtungsdauer kam es in Gruppe B (Träger der Weichschaumeinlage) sowie in Gruppe C (professional Ferse) zu einer signifikanten Reduktion des Maximalschmerzes. Diese war für die Gruppe B nach zwei Wochen nachweisbar, für die Gruppe C dagegen bereits nach einer Woche. Mit einem so deutlichen Unterschied hatten wir nicht gerechnet.

Wie erklären Sie sich diese rasche Schmerz-linderung bei der professional Ferse?
Prof. Dr. Walther: Durch den festen Kern können die Patienten den Rückfuß besser halten. Dadurch verringern sich die Last­spitzen am Faszien-Knochen-Übergang.
Übrigens kam es auch beim durchschnitt­lichen Schmerzniveau in Gruppe B und C zu einer deutlichen Schmerzlinderung. Hier war der Unterschied zwischen Einlage B und C erwartungsgemäß nicht so groß, denn da spielt eher die Weichbettung eine Rolle – und die war bei den beiden Markenprodukten ähnlich gut.
Bei der subjektiven Beurteilung des Tragekomforts zeigte sich ebenfalls eine signifikante Überlegenheit der beiden Markenprodukte gegenüber der (Internet-)Einlage A. Die professional Ferse wurde im Vergleich zu Einlage B geringfügig besser eingestuft. Insgesamt zeigte die Interneteinlage im Tragetest keinen statistisch signifikanten Effekt auf die Schmerzintensität und die Schmerzdauer, außerdem war sie nach den drei Wochen bei einigen Patienten völlig zerfleddert.
Eines ist mir noch wichtig: Eine auch noch­ so gute Einlagenversorgung sollte nie alleiniger Therapiebestandteil sein. Es gilt immer, auch mit Dehnübungen an der Elastizität der Faszie zu arbeiten.

 

Der freitragende Kunststoffkern stützt die Fußgewölbe und entlastet den Fersenbereich.
Der freitragende Kunststoffkern stützt die Fußgewölbe und entlastet den Fersenbereich.

Professional Ferse: Entlastet bei jedem Schritt
Der Einlagenkern der professional Ferse ist so geformt , dass die Zehengrundgelenke I und V freigelegt sind und so der Druck auf sie minimiert wird. Eine weitere Druckentlastung des Fußes wird durch das Tieferlegen der Basis des Mittelfußknochens 5 erreicht. Durch die spezielle Form der Lochaussparung und die intelligente Fächerung des Einlagenkerns aus Kunststoff entstehen bei der ­professional Ferse keine ­störenden Kanten. Zudem wird ein größerer Bereich entlastet.

 

Reduktion des Schmerzes durch die professional Ferse.
Reduktion des Schmerzes durch die professional Ferse.

* Prof. Walther stellte die Studie in einem Vortrag auf der ORTHOPÄDIE + REHA-TECHNIK 2012 in Leipzig vor.

Bilder: Conny Kurz, Bauerfeind


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