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Die neuen Sprunggelenkorthesen im Schnelltest „Mobilisierung ist die Hauptaufgabe“

Ausgabe 01/2018

Vorstellung der MalleoLoc L und MalleoLoc L3 bei Dr. med. Jörn Kühle im Metropol Medical Center, Nürnberg: Nach kurzer Anleitung legt der Orthopäde intuitiv die Schale vor den Außenknöchel und fixiert sie mit den Gurten. Dann schlüpft er sofort in den Schuh und geht los …

Bauerfeind life: Wie ist ihr erster Eindruck von der MalleoLoc L?
Dr. Kühle: Ich bin ohne Schuhanzieher und ohne dass die Orthese durch den Rand hochgeschoben wurde, in die Schuhe gekommen. Beim Gehen spüre ich die Schale kaum.

Und das Stabilitätsempfinden?
Dr. Kühle: Ich fühle mich gestützt , ein gutes Gefühl. Mehr kann ich nach fünf Schritten nicht sagen. Es gibt Orthesen, die nach akuter Verletzung stärker stabilisieren. Ich sehe allerdings die Hauptaufgabe bei MalleoLoc L und MalleoLoc L3 in der Mobilisierung des im Sprunggelenk instabilen Patienten. Eventuell auch, um eine Bandplastik zu vermeiden.

Und wie schätzen Sie die MalleoLoc L3 ein?
Dr. Kühle: Die Abrüstbarkeit ist eine gute Idee. Durch ihren modularen Aufbau kann die Orthese bei klassischen Außenbandverletzungen den Patienten begleiten, bis er austherapiert ist. Dazu ist natürlich eine gewisse Haltbarkeit Voraussetzung. Klettgurte sind bei vielen anderen Orthesen eine Sollbruchstelle. Wenn ich nach vier-, fünfmal Anziehen keinen Zug mehr ausüben kann, sind sie unbrauchbar. Hier scheint das gut gelöst. Positiv ist außerdem, dass die Bandage durch ihre Kompression die Abschwellung fördert. Dazu dient auch die Formgebung der Schale.

… die Schale, die ausschließlich von lateral stabilisiert.
Dr. Kühle: Was nicht neu ist. Die sogenannte MHH-Schiene aus den 1990er-Jahren hatte ebenfalls eine L-förmige Schale. Dann kamen die breiteren U-Schalen und jetzt gewinnt wieder das Therapiekonzept der einseitigen Orthesen an Bedeutung, die aufgrund ihrer Leichtigkeit Vorteile haben. Neu an dieser L-Schale hier ist die schöne anatomische Anformung. Sie kommt ventral von vorne, umgeht die Schwellneigung am Außenknöchel und kann dem Talusvorschub, der bei Instabilität im Sprunggelenk häufig gegeben ist , Widerstand leisten.

Was muss eine Sprunggelenkorthese können, die Sie in Ihrer Privatpraxis empfehlen?
Dr. Kühle: Sie muss Erfolg haben. Der Patient muss sie tragen wollen. Wenn er von Anfang an spürt , dass sie nicht drückt und nicht behindert , ist eine große Hürde überwunden. Wenn dann noch die Abschwellung funktioniert , die Orthese in ausreichendem Maß stabilisiert und ihn die gesamte rehabilitative Phase begleitet , dann lässt sich sagen: Sie ist in Ordnung. Ich empfehle meinen Patienten je nach Indikation eine bestimmte Art von Orthese. Sie gehen ins Sanitätshaus, lassen sich beraten und treffen meist zwischen zwei Modellen ihre Wahl. Das Ergebnis sehe ich dann in der Nachschau. Es lautete bisher: 70:30 für Bauerfeind.

Bild: Conny Kurz