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Die Funktionalität der distalen Fußwurzelstrukturen Ungestörtes Gelenkspiel

Ausgabe 03/2012

Eine eingeschränkte Beweglichkeit der Fußwurzelknochen sei Auslöser verschiedener Fuß­beschwerden, so Dr. med. Frank-Detlef Stanek Über die Bedeutung des Os cuneiforme II für Funktionsstörungen der Füße und die aktivierende Wirkung der neuen Schuheinlage ErgoPad weightflex sprach life mit dem praktischen Arzt sowie Facharzt für physikalische und rehabilitative Medizin, Sportmedizin und Chirotherapie.

Dr. med. Frank-Detlef Stanek.
Dr. med. Frank-Detlef Stanek.

Herr Dr. Stanek, welche pathologischen Veränderungen vollziehen sich bei einer eingeschränkten Beweglichkeit im proximalen Fußquergewölbe?
Dr. Stanek: Grundsätzlich kann man die Funktion des Längs- und Quergewölbes nicht voneinander trennen. Die Intaktheit der hier verbundenen artikulären, ligamentären, faszialen und neuromuskulären Komponenten garantiert eine uneingeschränkte Stütz- und Bewegungsfunktion dieser Konstruktion. Unter dem Quergewölbe wird häufig die c-förmige Stellung der Metatarsalia zueinander verstanden. Diese ist vordergründig durch die Lage und Funktion der Fußwurzelstrukturen – d. h. dem Komplex „Navikulare-Cuboid-Cuneiforme I–III“ – bestimmt. Die optimale Motilität , also aktive Beweglichkeit , setzt ein ungestörtes Gelenkspiel voraus. Bedeutsam ist hier die Funktion des Os cuneiforme II in Verbindung zu seinen Gelenknachbarn. Besteht eine Funktionsstörung, z. B. im Sinne einer Kompression des Keilbeins, wirkt sich dies auf die Stellung der Metatarsalen aus. Resultat sind z. B. eine Spreizfußhaltung und Schmerz im Bereich der Grundgelenke des 2. und 3. Strahls. Die Stellung und Ver­schieb­barkeit des Os cuneiforme II hängt im Wesent­lichen von der Funktion der intrinsischen kurzen Fußmuskeln einschließlich der opponierend wirkenden Muskeln und von den faszialen Spannungsverhältnissen ab.

Fußwurzelstrukturen
Fußwurzelstrukturen

Können orthopädische Einlagen zur aktiven Bewegung der Füße beitragen?
Dr. Stanek: Einlagen sind dann am hilfreichsten, wenn sie den Träger in der Fehlfunktion korrigieren, gleichzeitig aber Einfluss auf die aktive Fußführung nehmen, also Sensorik und Motorik optimal ansprechen.

„Die optimale Motilität setzt ein ungestörtes Gelenkspiel voraus.“
(Dr. Fank-Detlef Stanek)

 

Wie beurteilen Sie die neue Bauerfeind-Einlage ErgoPad weightflex hinsichtlich der flexiblen Festigkeiten und aktiven Schrittführung?
Dr. Stanek: Die ErgoPad weightflex zielt darauf ab, die Kuppel des Quer- und Längsgewölbes so weit zu stützen, dass eine freie Beweglichkeit der Fußwurzelregion ermöglicht wird. Mit der Kombination von flexiblen und festen Elementen erreicht sie ein hohes Maß an Flexibilität bei gleichzeitiger Stabilität. Durch die flexiblen Stützpfeiler wird die Verwringbewegung des Fußes zugelassen und eine gute aktive, aber assistierte Rückstellung erzielt. Gleichzeitig setzt die Einlage propriozeptive und sensomotorische Stimuli. Daraus resultiert ein aktiverer Einsatz der kleinen Fußmuskeln. Je nach Insuffizienzgrad der Fußgewölbestrukturen, aber auch dem Körpergewicht entsprechend ist die Einlage adaptierbar. Dies ist ein weiterer Vorteil. Die ErgoPad weightflex hat aus meiner Sicht ein breites Einsatzgebiet. Wer sehr viel statischen Belastungen ausgesetzt ist – also die Trägerin von Absatzschuhen, aber auch der Träger von unflexiblen Arbeitsschuhen –, kann von dieser Einlage profitieren.

Bilder:Bauerfeind, privat