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Diabetesadaptierte Fräseinlagen mit Bodytronic ID:CAM „Schneller und effizienter zum Top-Produkt“

Ausgabe 01/2019

Seit einigen Monaten nutzt die Hempel GesundheitsPartner GmbH in Berlin das Diabetes-Modul von Bodytronic ID:CAM, um Fräseinlagen zu modellieren, die als Basis einer diabetesadaptierten Fußbettung genutzt werden. Von der kostenlosen Webanwendung profitieren dabei Versorger und Patienten gleichermaßen.

Es sind schon enorme Vorteile, die das Bodytronic-ID:CAM-System für die Erstellung diabetesadaptierter Einlagen bietet“, sagt Torsten Awe, Orthopädieschuhtechnik-Meister bei der Hempel GesundheitsPartner GmbH. „Die Webanwendung macht den gesamten Prozess viel schneller und effizienter als bisher und liefert individuell maßgefertigte Top-Produkte in höchster Präzision und Qualität.“ Er muss es wissen, denn der Bereichsleiter Orthopädieschuhtechnik setzt Bodytronic ID:CAM seit Anfang 2018 für das Modellieren von Fräseinlagen ein und seit Herbst 2018 nutzt er den „elektronischen Leisten“ für das Fertigen von diabetesadaptierten Fußbettungen.

Fünf Tage statt zwei Wochen

Wie konkret sich das Diabetes-Modul der Webabwendung Bodytronic ID:CAM in der Praxis bezahlt macht , liegt für Torsten Awe klar auf der Hand: „Früher dauerte die Einlagenfertigung durchaus gut zwei Wochen“, erläutert der 45-Jährige. „Mit Bodytronic ID:CAM können unsere Patienten ihre diabetesadaptierten Fußbettungen jetzt innerhalb von fünf Werktagen erhalten. Liegen alle Daten vor, ist die Modellierung relativ schnell abgeschlossen. Innerhalb von 48 Stunden ist die Fräseinlage von Bauerfeind da, oft sogar schon am nächsten Tag. Anschließend wird sie mit dem Schuh verheiratet und angepasst , was dank der hohen Maßgenauigkeit auch zügig erfolgen kann.“ Der ganze Prozess ist dadurch also schneller, einfacher und überschaubarer geworden. „Unser Aufwand hat sich deutlich reduziert“, so Torsten Awe.

Nach der Fußuntersuchung folgen der 2D-Scan und der Trittschaumabdruck, der anschließend gescannt wird. Sie bilden die Datenbasis für das Modellieren.

Zwingend erforderlich: den Fußstatus erheben

Von der hohen Zeitersparnis profitiert natürlich auch ein Patient wie Michael Kenzler, der nun wesentlich schneller zu seiner individuellen, passgenauen Vollfußbettung kommt. Der 38-Jährige ist insulinpflichtiger Typ-1-Diabetiker. Am linken Fuß hat er leichte Sensibilitätsdefizite sowie beidseitig einen Senk-Spreizfuß. Er trägt aktuell Schutzschuhe mit einer Weichpolstereinlage und erhält heute seine erste diabetesadaptierte Fußbettung auf Basis von ErgoPad ID:Diabetes. Zu Beginn des Versorgungsprozesses untersucht Torsten Awe den Fußstatus hinsichtlich Läsionen in Form von Druckstellen und führt auch einen Oberflächen-Sensibilitätstest durch. Anschließend erfolgt der 2D-Scan beider Füße unter Volllast im Stehen, der detailliert die aktuelle Druckbelastung zeigt. Die 2D-Scandaten sind der erste Teil der Datenmenge, die für das Modellieren mit Bodytronic ID:CAM benötigt wird. Der zweite Datensatz kommt vom 3D-Scan des Trittschaumabdrucks, der danach in Teilbelastung erstellt wird. Dieser Scan erfolgt vorzugsweise über den Pure-Handscanner von Rothballer, kann aber auch über andere Techniklösungen vollzogen werden. Alle Daten werden einfach über die Plug-in-Schaltflächen in Bodytronic ID:CAM importiert. Auch die Daten der Brandsohle und von weiteren Fußdruckmessungen können hier optional hochgeladen werden.

Torsten Awe, Orthopädie-
schuhtechnik-Meister bei der Hempel GesundheitsPartner GmbH.

Sorgfältige Detailarbeit

Sind alle relevanten Daten in die Webanwendung eingespeist , kann die Erstellung der kundenindividuellen Fräseinlage beginnen. Dazu wird zunächst die Einlagenkategorie „Adaptiert für Diabetiker“ und anschließend das Advanced- oder Professional-Bearbeitungsprofil ausgewählt. Unter dem Reiter „Allgemein“ lässt sich das Predesign für die grundsätzliche Form der Einlagen bestimmen. Anschließend wählt der Techniker das Material und legt über die Schuhgröße die Länge der Einlage fest. Im 3D-Modell muss nun die Lage der tiefsten Punkte definiert werden. „Die Größe der Brandsohle lässt sich noch individuell verändern, wodurch die Bettung in unterschiedlichste Schuhtypen exakt eingepasst werden kann. Das ist ein weiterer besonderer Vorteil der Anwendung“, erläutert Torsten Awe. Zusätzlich lässt sich auch die Randdicke in Millimeterschritten bestimmen. Dadurch können die Deckschichten präziser aufgebracht werden. Dies gilt auch für die Option „Deckenabzug“, die den Unterbau in Abhängigkeit der gewählten Materialstärke der Deckschicht automatisch so herunterrechnet , dass die modellierte und berechnete Oberflächentopografie weiterhin die angestrebte Vollfußbettung und somit die maximale Druckumverteilung erreicht. Deckschicht und Bezug werden zuvor ausgewählt. Der Anwender kann sich dabei für eigene Materialien entscheiden oder für die im System hinterlegten Bauerfeind-Kombinationen aus Vepur, Poron und Lunairmed. Torsten Awe entscheidet sich bei der Einlage für Michael Kenzler für eine hauseigene Kombination mit einem Mikrofaserbezug – und ist damit schon mit seinen Eingaben fertig. Er kann den Auftrag nun direkt an Bauerfeind schicken, wo die Fußbettungen mit modernster Technik auf ein hundertstel Millimeter genau gefräst und garantiert innerhalb von 48 Stunden geliefert werden. Den Abschluss bilden dann das Aufbringen von Decke und Bezug in der Werkstatt sowie die finale Einpassung in die Schuhe des Patienten. Gut zu wissen: Die mit Hilfe des Bodytronic-ID:CAM-Systems erfolgte Erstellung einer diabetesadaptierten Fräseinlage über einen elektronischen Leisten wird in der Regel von den Krankenkassen nach Kostenvoranschlag akzeptiert. Darin sollte die Nutzung des elektronischen Leistens explizit erwähnt werden.

„Mit Bodytronic ID:CAM gehen wir nun den Weg in die digitale Zukunft.“
Andreas Hempel

Design, Material sowie Brandsohlengröße, Deckschicht und Bezug sind durch den Orthopädieschuhtechniker individuell wählbar.

Fachkompetenz als Grundvoraussetzung

Auch wenn das Diabetes-Modul der Webanwendung nur wenige Schritte erfordert und leicht zu bedienen ist: Die Fachkompetenz und technische Erfahrung des Orthopädieschuhtechnikers ist nach wie vor Grundvoraussetzung für die Herstellung diabetesadaptierter Fußbettungen. Schließlich muss der Techniker nicht nur den Fuß fachkundig bewerten und Problemzonen erkennen. Vielmehr muss er in der Anwendung den Rohling sowie optional die Decken und Bezüge selbst wählen und entscheiden, welche Spezifikation für den vorliegenden Anwendungsfall am besten ist. Genauso ist sein Know-how auch später beim Einpassen der Einlage in den Schuh sowie bei der finalen Adaption für den Patienten zwingend erforderlich. Damit ist klar: Nur die Kombination aus hoher Fachkenntnis und digitaler Systemlösung kann die perfekte diabetesadaptierte Einlage inklusive aller Vorteile für Versorger und Patient liefern.
Zusätzlicher Pluspunkt der Webanwendung ist , dass alle gespeicherten Daten jederzeit für spätere Versorgungen und zur Dokumentation verfügbar sind. Damit gewährleistet Bodytronic ID:CAM eine hundertprozentige Reproduzierbarkeit und ermöglicht auf Knopfdruck die Herstellung identischer
Fußbettungen.

Das Fräsen erfolgt bei Bauerfeind auf den hundertstel Millimeter genau.

Freier Lagerplatz durch Outsourcing

Nicht zuletzt rentiert sich die digitale Einlagenfertigung für die Versorger auch hinsichtlich ihres eigenen Maschinenparks. Denn mit der Webanwendung sind keine eigenen kostspieligen, wartungsintensiven Fräsmaschinen mehr erforderlich. Modelliert wird im Betrieb, gefräst bei Bauerfeind. Dadurch wird wertvoller Platz frei, zumal jetzt auch nicht mehr palettenweise Rohmaterialien im Lager vorgehalten werden müssen. „Wir werden in Zukunft unsere beiden Fräsmaschinen auslaufen lassen und das Einlagenfräsen künftig komplett über Bauerfeind abwickeln“, so Torsten Awe. „Das System funktioniert einwandfrei, man muss keine teure Software kaufen und kann die Technologie auch mobil bei unseren Patienten vor Ort gut einsetzen.“ Für die Hempel GesundheitsPartner GmbH war die Einführung von Bodytronic ID:CAM ein voller Erfolg. „Unterm Strich ist das die optimale Lösung für Fräseinlagen – insbesondere auch für diabetesadaptierte Fußbettungen –, von der alle Beteiligten schon heute profitieren, die sich aber eben auch langfristig rechnet“, erklärt Geschäftsführer Andreas Hempel (siehe Kasten).

Weitere Informationen

Die Webanwendung Bodytronic ID:CAM ist jederzeit unter folgendem Link verfügbar:www.bauerfeind.com/idcam

Eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Diabetes-Modul bietet das Video-
Tutorial unter www.bauerfeind.de/idcam-diabetes.

Bilder: Thomas Lebie, Bauerfeind (1)


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