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Der Betriebs- und Fliegerarzt im Großunternehmen Fit machen für den demografischen Wandel

Ausgabe 02/2011

Dr. med. Günter Gensrich betont die wachsende Bedeutung der betrieb­lichen Gesundheitsförderung. Der Facharzt für Allgemeinmedizin sowie für Arbeitsmedizin, Flugmedizin und Sportmedizin ist Betriebs- und Fliegerarzt/AME beim Aero Medical Center der Deutschen Lufthansa AG in Frankfurt/Main.

„Die Arbeitsmedizin und damit die Aufgaben des Betriebsarztes haben sich in den letzten Jahren gewandelt. Natürlich gehören die aufgrund von berufsgenossenschaftlichen Regelungen durchgeführten arbeitsmedizinischen Untersuchungen – im Falle der Lufthansa für Cockpit-, Kabinen- und Bodenpersonal – nach wie vor zu den ganz wesentlichen Aufgaben eines Betriebsarztes. Abhängig von der jeweiligen beruflichen Tätigkeit gibt es ein Basisuntersuchungspaket , dem entsprechend wir Einstellungsuntersuchungen und arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen beispielsweise bei Fahrtätigkeit , Lärmexposition oder Wechselschichttätigkeit durchführen. Gemessen am gesamten Aufgabenspektrum spielt diese klassische Arbeitsmedizin aber eine immer geringere Rolle. Der Arbeitsmediziner muss sich stattdessen verstärkt mit modernen Themen wie der betrieblichen Gesundheitsförderung oder auch der psychischen Gesundheit beschäftigen. Ebenso gewinnt das Thema der demografischen Entwicklung am Arbeitsplatz für den in Großbetrieben tätigen Betriebsarzt zunehmend an Bedeutung.

Regelmäßige Untersuchungen und gezielte Projekte

Dr. med. Günter Gensrich Medizinischer Dienst, Lufthansa AG
Dr. med. Günter Gensrich Medizinischer Dienst, Lufthansa AG

Früher konnte die Lufthansa in großem Umfang Altersteilzeitmodelle anbieten, die viele Mitarbeiter genutzt haben, um mit 58 in den Vorruhestand zu gehen. Vor dem Hintergrund der Rente mit 67 wird dies zukünftig in dieser Form nicht mehr möglich sein. Dem muss das Unternehmen Rechnung tragen und dafür sorgen, dass es auch für die älteren Mitarbeiter attraktiv bleibt und dass diese ihr Rentenalter bei guter Gesundheit erreichen. Das bedeutet für uns zum einen, dass wir die Mitarbeiter regelmäßig untersuchen – das Kabinenpersonal etwa bekommt ab dem 42. Lebensjahr alle zwei Jahre eine Vorsorgeuntersuchung, bei der auch alle Aspekte der Reisemedizin wie beispielsweise Malariaprophylaxe berücksichtigt werden. Zum anderen bieten wir gezielt Projekte an: So können Mitarbeiter, die Übergewicht haben, im betrieblichen Rahmen am kombinierten Bewegungs- und Ernährungsprogramm M.O.B.I.L.I.S. light teilnehmen, um ihr Gewicht zu reduzieren. Darüber hinaus führen wir für die Mitarbeiter Hautscreenings und Venenscreenings durch. Bei rechtzeitig erkannten Varizenerkrankungen beispielsweise können wir die Patienten in Richtung Therapie und Prävention mit Kompressionsstrümpfen beraten.
Ebenfalls im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung ist das Engagement der Lufthansa für ihre unternehmenseigenen Sportvereine und Sportforen zu sehen. Oder auch das Sponsoring von Veranstaltungen wie dem JP-Morgan-Lauf in Kombination mit der Aufforderung an die Lufthanseaten, an diesem Event teilzunehmen. Es gibt eine Fülle von Einzel- und auch konzertierten Aktionen, mit denen wir das Thema betriebliche Gesundheitsförderung in einem Großunternehmen voranbringen können.“

Bilder: Fotolia.com/only4denn, Frank Seifert