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Messsystem Bodytronic 200 Kurvendiskussion per Datenblatt

Ausgabe 01/2021

Innerhalb weniger Minuten und kabellos misst Bodytronic 200 die Funktion des oberflächlichen Venensystems. Bei der anschließenden Auswertung der Messergebnisse im Sanitätsfachhandel kommt dem gemeinsamen Gespräch mit dem Patienten eine wichtige Rolle zu.

Mit wenigen Handgriffen werden die Sensoren angelegt.

Anlegen, einschalten, starten. Mit wenigen Handgriffen setzt Franziska Kunth die Venenfunktionsmessung in Gang. Zuvor hat die Mitarbeiterin des Fachgeschäfts „BUSCH. Sanitätshaus & Orthopädietechnik“ in Halle ihre Kundin gebeten, Schuhe und Strümpfe auszuziehen, Platz zu nehmen und sich zu entspannen. Nun haften runde Infrarotsensoren über ihren Innenknöcheln und die eigentliche Messung kann beginnen. Zunächst bleiben nur die Fersen am Boden, die Füße bewegen sich gleichmäßig auf und ab. Ein heller Signalton gibt den Rhythmus vor, dann müssen die Füße wieder ruhig gehalten werden. „Man merkt überhaupt nichts“, bestätigt die Kundin. Per Bluetooth-Technik misst das kabellose Licht-Reflexions-Rheografie-­System Bodytronic 200 die Pump- und Wiederauffüllleistung der oberflächlichen Venen an den unteren Extremitäten. Mithilfe dieser Messung lassen sich frühzeitig Venenleiden erkennen, die man äußerlich noch nicht feststellen kann.

Anschauliche Messergebnisse

Der eigentliche Messvorgang dauert nur wenige Minuten. Infrarotsensoren messen, wie schnell sich die Venen im Ruhezustand wieder mit Blut füllen, nachdem sie vorher durch die Wadenmuskelpumpe aktiv entleert worden sind.

Die Messdaten werden auf den Laptop übertragen und anschließend als Datenblatt ausgedruckt. Elisa Busch, Inhaberin des Sanitätshauses, hat diese Darstellung – neben der einfachen Handhabung – sofort überzeugt, als sie das Gerät vor einigen Jahren kennenlernte. „Die Kurven verbildlichen die Messungen“, erklärt sie. „Mit den bloßen Werten können Patienten meistens nichts anfangen. Aber wenn sie sehen, ob die Kurve auf dem Datenblatt steil oder flach abfällt, erkennen sie deutlich, wie sich der Rückfluss des Bluts in ihren Venen verhält im Vergleich zum Normalwert.“ Dabei ist es in der Kundenberatung wichtig zu betonen: Bei der Messung handelt es sich um eine Momentaufnahme. Ermittelt wird der aktuelle Status der oberflächlichen Venen. Das Verfahren ersetzt keine wissenschaftlich bzw. ärztlich belegte Diagnose. Gibt es also Anzeichen einer Venenerkrankung, sollte das von einem Arzt untersucht werden, der mit speziellen diagnostischen Methoden auch die tiefer liegenden Venen überprüfen kann.

Die erhobenen Messwerte werden auf einem Datenblatt visualisiert.

Besonders für Aktionstage geeignet

Das Sanitätshaus im Norden der Saalestadt blickt auf eine fast 100-jährige Geschichte zurück. Seit 1987 gehört es der Familie Busch, im Jahr 2018 übernahm die heute 33-jährige Elisa Busch die Firmenleitung von ihrem Vater, der noch immer an Bord ist, ebenso wie ihre Mutter und ihr Ehemann. 24 Mitarbeiter sind es insgesamt, die sich hier für das Wohl ihrer Kunden und Patienten engagieren. Fünf Kolleginnen aus der Abteilung Kompressionstherapie wurden von einer Bauerfeind-Expertin in einer Inhouse-Schulung für Bodytronic 200 fit gemacht. Außer der Handhabung haben sie dabei auch Wissenswertes über Anatomie und Pathologie erfahren, um ihren Patienten die Venentätigkeit zu erklären sowie passende Versorgungsmöglichkeiten zu empfehlen. Ist das Gerät in Gebrauch, stehen die ­Bauerfeind-Mitarbeiter aus Service oder Vertrieb weiterhin für Fragen zur Verfügung.

Für die Erläuterung dieser Momentaufnahme nimmt sich Franziska Kunth ausreichend Zeit. Es sollen keine Fragen offenbleiben.

Elisa Busch setzt Bodytronic in erster Linie aktionsgetrieben ein, also zum Beispiel an Venentagen, Tagen der offenen Tür sowie gelegentlich auf Gesundheitsmessen. Beworben werden die Aktionen auf der Homepage, in der Presse, mit Flyern und Aufstellern. „Während der Aktionstage und Veranstaltungen kommen wir mit Kunden oder auch ihren Partnern ins Gespräch“, berichtet Elisa Busch. „Dabei wird uns dann auch manchmal von Beschwerden mit den Beinen berichtet. Da bietet sich natürlich gleich eine Venenfunktionsmessung an.“ Circa eine halbe Stunde dauert der Vorgang inklusive anschließender Besprechung des Datenblatts. Eröffnet dies einen auffälligen Befund, sind viele Patienten zunächst verängstigt, weil sie nicht wissen, wie es weitergeht. „Wir beruhigen sie dann, erklären die Ergebnisse und sprechen den weiteren Verlauf durch“, so Elisa Busch. Etwa die Hälfte der Untersuchten macht danach einen Termin beim Arzt aus, viele kommen später mit einer Verordnung zurück. Die meisten von ihnen sind übrigens Frauen über 35 oder deutlich älter. „Frauen achten mehr auf Gesundheit und Vorsorge“, vermutet Heike Busch, Mutter der Inhaberin. „Aber der Anteil der Männer mit Venenerkrankungen nimmt zu.“

Umfassende fachliche Beratung, aber auch das Eingehen auf die Kunden zeichnen für Elisa Busch, Inhaberin des Sanitätshauses Busch in Halle an der Saale, eine gute Beratung aus.

Auf den Patienten eingehen

Um die Patienten langfristig betreuen zu können, arbeitet das Busch-Team mit dem Bauerfeind-Kundenpass: Diesen bekommt man mit der ersten Kompressionsstrumpfversorgung. Bei jedem neuen Rezept gibt es einen Stempel. Ist der Pass voll, erhalten die Patienten ein nützliches Präsent. Doch die wichtigsten Kundenbindungsinstrumente sind und bleiben ausgezeichnete Qualität, gute Beratung, ein angenehmes Ambiente und „das Zwischenmenschliche“, wie Heike Busch hervorhebt. „Zuhören. Miteinander reden. Bei uns gibt es keine Zeitvorgaben für einen Termin. Unsere Patienten dürfen auch mal ihr Herz ausschütten.“ Dann kommen sie wieder. Dem übergeordneten Ziel, gemeinsam die beste Lösung für den Patienten zu finden, dient auch die gute Zusammenarbeit mit Ärzten, Physiotherapeuten und Klinikmitarbeitern. Daher bietet das Sanitätshaus Busch Schulungen oder Informationsveranstaltungen in kleineren Gruppen an, beispielsweise zu neuen Produkten oder praktischen Fragen. Franziska Kunths Kundin ist mittlerweile wieder in Schuhe und Strümpfe geschlüpft und lässt sich nun ausführlich das Ergebnis der Messung erläutern. „Ich bin gekommen, weil ich manchmal Schmerzen in den Beinen und Füßen habe“, erzählt sie. Die Kurven auf dem Datenblatt sehen jedoch gut aus und zeigen keine Unregelmäßigkeiten. Für beide Beine liegen die Pumpleistung sowie die venöse Auffüllzeit im Normbereich. Die 51-Jährige leidet nicht an Vorerkrankungen und in ihrer Familie sind keine Venenleiden bekannt. Um dennoch ein arterielles oder anderes Problem auszuschließen, empfiehlt ihr die Mitarbeiterin des Sanitätshauses Busch trotzdem die Rücksprache mit dem Hausarzt: „Denn, wie gesagt, es ist nur eine Momentaufnahme.“ Das Datenblatt wird sie dem Arzt auf jeden Fall vorlegen.

 

So funktioniert der Messvorgang

  • Beim Venenscreening mit Bodytronic 200 klebt der Fachberater oberhalb des Innenknöchels parallel auf beiden Beinen optische Sensoren auf. Sie strahlen Infrarotlicht in die Haut. Ein Fotodetektor registriert den von den tieferen Hautschichten reflektierten Anteil des Lichts. Er bildet den Füllungszustand des Venengeflechts ab, der sich bei der Ausführung einer definierten Bewegungsabfolge ändert. Infrarotlicht ist genau auf das Absorptionsspektrum des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin abgestimmt und erzielt so eine maximale Signalsensibilität.
  • Zunächst ermittelt das System die Ruhedurchblutung der Haut, dargestellt als Basislinie der LRR-Kurve.
  • Anschließend aktiviert der Patient die Wadenmuskelpumpe, indem er sitzend bei aufgelegter Ferse den Vorfuß hebt und senkt. Ein Akustiksignal und eine Visualisierung des Messvorgangs unterstützen den korrekten Bewegungsablauf. Durch die Bewegung entleeren sich die Hautgefäße, der Venendruck verringert sich. Die damit verbundene Hautaufhellung führt zum Anstieg des LRR-Signals bis zum höchsten Punkt der Kurve.
  • In der darauffolgenden Bewegungspause füllen sich die Gefäße durch den gleichzeitig verlaufenden venösen Rückfluss und arteriellen Rückstrom erneut mit Blut. Der sich verändernde Füllungszustand wird zeitlich aufgezeichnet.
  • Das Ergebnis ist die Wiederauffüllzeit in Sekunden. Sie gibt Auskunft über den Funktionszustand des oberflächlichen Venensystems. Je kürzer die Wiederauffüllzeit, desto stärker kann die Venenfunktion geschädigt sein.

 

Bilder: Frank Steinhorst


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