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Bewegungsanalytik im Sanitätshaus Patient Knie: eine digitale Spurensuche

Ausgabe 01/2021

Die Arbeit an Bewegungsabläufen ist biomechanische Feinarbeit. Im Offenbacher „Zentrum für Bewegungsanalytik“ zeigt Christopher Mayer, wie er in enger Abstimmung mit den verantwortlichen Behandlern die Knietherapie durch eine hochwertige Analyse unterstützt. Und was Trainingspläne mit GenuTrain und GenuTrain OA erreichen können.

Der „Drop-Jump“ in die Digitalität: Für die Bewe­gungsanalyse springt Patient Tobias Steinbrecher von einem Podest auf die Kraftmessplatte.

Ein Hofgebäude im deutschen Offenbach am Main. Christopher Mayer, Orthopädietechnikmeister und Mitgeschäftsführer des Sanitätshauses Schneider & Piecha, schleppt ein niedriges Podest herbei und platziert es auf einer sechs Meter langen grauen Kunststoffbahn mit Messskalen und farbigen Linien. Dünne Fugen im Grau zeigen, wo die Kraftmessplatte, das Sinnesorgan der Bahn, eingelassen ist. Diese Platte ermittelt im dreidimensionalen Raum die horizontalen und vertikalen Kräfte beim Gehen, Laufen und Springen. Teil der computergestützten Bewegungsanalyse sind drei Kameras, deren Aufnahmen von vorne, hinten und der Seite ein integriertes Bild der Kraftvektoren zeigen. Tobias Steinbrecher (27) steigt auf das Podest, am linken Knie die GenuTrain. Christopher Mayer hat seinen Bildschirm fest im Blick. Steinbrecher springt – ein „Drop-Jump“. Dreimal kommt er mit dem linken Fuß, dreimal mit dem rechten genau auf der Messplatte auf.

Sichtbar stabiler

Die Messwerte werden sofort übertragen. Christopher Mayer vergleicht sie mit denen von vor sechs Wochen und erkennt deutliche Erfolge. Er deutet auf das erste Bild: „Hier, die Eingangsmessung: Seitneigung des Oberkörpers, Kompensationsbewegung in der Belastung. Das verweist auf eine Schwäche der seitlichen Beckenmuskulatur und der seitlichen unteren Rumpfmuskulatur.“ Auf dem aktuellen Bild nach gezieltem Training und mit Kniebandage sieht er den folgenden Unterschied: „Der Rumpf stabilisiert sich in der Belastungsphase, der Anpressdruck der Kniescheibe im Gleitlager wird dadurch deutlich geringer.“ Der Bewegungsanalytiker ist mehr als zufrieden. „Für mich ein Idealergebnis“, sagt er zu Tobias Steinbrecher. „Am besten trägst du weiterhin die GenuTrain und setzt dein Training fort – und wir sehen uns dann in sechs Monaten zur Kontrollmessung wieder.“

Wolfgang Fuß trägt die GenuTrain OA täglich und hat seitdem deutlich weniger Beschwerden.

Probleme mit dem Außenband und Meniskus hatten Tobias Steinbrecher zu Schneider & Piecha geführt. Er ist Hobbysportler – mit den Vorlieben, die fast unweigerlich zur Orthopädie führen: Fußball, Joggen, Kraftsport. Seine Knieprobleme begleiten ihn schon mehr als sechs Jahre. „Fußballtraining auf Kunstrasen“, sagt er lapidar, „bei einer Drehung hat sich das Knie nicht mitgedreht … So eine Verletzung verfolgt einen.“
Christopher Mayer hat ihn mit der neuen GenuTrain versorgt. „Damit ist mein Knie wieder stabiler, es knickt nicht mehr weg“, freut er sich, „und jetzt habe ich auch endlich kein dickes Knie mehr, wenn ich im Krafttraining war.“ Zusätzlich absolviert Tobias Steinbrecher auch die Kräftigungsübungen, die Christopher Mayer ihm empfohlen hat: „Jeden Tag 30 Minuten, konsequent.“ Als Industriemeister Elektrotechnik interessiert er sich natürlich auch für den technischen Aufbau seiner Bandage. Die ist ein echtes Stück Innovation mit ihrem strukturierten Hoch-Tief-Gestrick für sehr guten Sitz und der neuen Zwei-Komponenten-Pelotte, dem Omega+ Pad, für gezielte, intensive Stimulation. „Die Kompression ist super“, lobt Tobias Steinbrecher, „und die Bandage hält Belastungen gut aus, sie rutscht nicht, leiert nicht aus.“ Er trug bereits das Vorgängermodell und findet: „Die Passform ist wirklich noch besser geworden.“ Im Nebenraum machen sich Orthopädieschuhmacher Jens Machacek und Bahnradprofi Stefan Bötticher für ein Bikefitting bereit. Machacek ist in Radsportkreisen international bekannt als ein Pionier der Fahrradbiometrie. Seit April 2020 optimiert er im Zentrum für Bewegungsanalytik bei Schneider & Piecha das Belastungsprofil von Radsportlern. Um die Leistung zu verbessern und Gelenke zu schonen, wird neben Fußdruckmessung und Satteldruckmessung auch hier mit Kameras und Sensoren gearbeitet für eine Analyse der Körperstatik und der Fuß- und Beinachsen.

Orthopädieschuhmacher und Experte für Radbiometrie, Jens Machacek, beim Bikefitting mit Bahnradprofi Stefan Bötticher.

Erkennbare Entlastung

An der Gangstrecke wartet schon der zweite Analysepatient an diesem Tag: Wolfgang Fuß. Der 70-jährige frühere Diplom-Verwaltungswirt leidet an medialer Gonarthrose 3. Grades, begonnen haben die Beschwerden vor gut 15 Jahren. „Ich habe 36 Jahre Fußball gespielt, mit Ü40 dann Hallenfußball – der Knietod!“ Dreimal wurde eine Arthroskopie gemacht. Die Jahre vergingen, der Schmerz blieb. Für den ebenfalls leidenschaftlichen Wanderer und Radler („13.000 Kilometer mit dem eBike in zwei Jahren“) ist die Arthrose eine massive Einschränkung. Heute, nach den ersten acht Wochen mit der GenuTrain OA, sagt Wolfgang Fuß: „Eine Reizung ist noch da. Aber die Schwelle, bis tatsächlich der Schmerz einsetzt, die liegt viel höher. Und mein Knie ist stabiler, auch auf Kopfsteinpflaster oder auf unebenen Waldwegen. Früher wäre nach längeren Strecken mein Knie heiß geworden. Aber jetzt: alles gut.“

Tobias Steinbrecher auf dem Weg zu seinem Kontrolltermin.
Wolfgang Fuß mit seinem eBike und GenuTrain OA unter der Jeans.

Werden die Messwerte seinen Eindruck bestätigen? Erst mit Schuhen, dann barfuß geht Wolfgang Fuß immer wieder die Strecke ab und achtet darauf, das Messfeld zu treffen. „Hier“, sagt Christopher Mayer und zeigt auf den Bildschirm, „die Kraft wird nicht mehr bis in die Hüfte projiziert. Der Vektor hat sich verbessert, er geht nun gerader durch das Kniegelenk, das vermindert die Druckbelastung auf die mediale Seite.“ Mit Schuhen ist das Ergebnis sogar noch besser. Daneben die Eingangsmessung vor ein paar Wochen: „Eine deutliche Varusstellung mit einem erhöhten Kraftvektor, der durch das Kniegelenk geleitet wird.“ Die Situation hat sich eindeutig verbessert, auch wenn eine gewisse Achsfehlstellung bleibt. „Dadurch gibt es keine gute ­Entlastungsphase, denn die Schockabsorption ist vermindert.“Wolfgang Fuß ist trotzdem zufrieden. Er trägt die Orthese ganztägig bis zum Abend: „Ich spüre sie gar nicht, nichts drückt und nichts rutscht.“ Was ihn begeistert ist das integrierte Boa® Fit System, mit dem sich die Wirkung der Orthese anpassen lässt: „Direkt durch das Hosenbein kann ich die Spannung der Bänder verändern, es also etwas straffer machen, wenn ich auf schwierigem Boden wandere.“ Genau richtig für einen aktiven Patienten wie Wolfgang Fuß, der gern viel unterwegs ist.

Christopher Mayer (links) und seine Kollegen Marcel Kempf (Mitte) und Jens Machacek (rechts) vom Zentrum für Bewegungsanalytik bei Schneider & Piecha in Offenbach am Main.

 

Bilder: Michael Bause


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