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Begleitende Kompressionstherapie in der Schwangerschaft Angenehm entlastet

Ausgabe 02/2020

Medizinische Kompressionsstrümpfe unterstützen während der Schwangerschaft und im Wochenbett das stark beanspruchte Venensystem und tragen zur Thromboseprophylaxe bei.

Ein größeres Blutvolumen, die Weitung der Venenwände, ein erhöhtes Thromboserisiko – es gibt etliche Gründe, warum viele Experten spätestens ab der zwölften Schwangerschaftswoche medizinische Kompressionsstrümpfe (MKS) empfehlen. Das Tragen von MKS kann einer Studie1 zufolge sogar Übelkeit und Erbrechen in der Frühschwangerschaft lindern – in einem ähnlichen Ausmaß wie hierfür zugelassene Tabletten.

Spezialausführung für Schwangere

Der Kompressionsstrumpf VenoTrain micro ist für Schwangere als Strumpfhose mit einer extra breiten Dehnzone für den wachsenden Babybauch erhältlich. So wird die Gebärmutter und damit die Entwicklung des Kindes nicht eingeengt, aber die Venen- und Lymphbahnen im Ober- und Unterschenkel angenehm komprimiert und entlastet. Durch sein weiches Gestrick mit hohem Mikrofaseranteil ist der VenoTrain micro angenehm zu tragen und trägt so zum Wohlbefinden der werdenden Mütter bei.
Noch etwas strapazierfähiger ist der ­VenoTrain soft, der als Schwangerschaftsstrumpfhose in Maßanfertigung angeboten wird. Sein feinmaschiges Gestrick ist so verarbeitet, dass es die Haut sanft massiert und die Blutzirkulation sehr gut fördert.
Um die Tragebereitschaft zu unterstützen, ist es sinnvoll, Kompressionsstrumpfhosen frühzeitig zu verordnen, damit Schwangere das Anziehen üben können, wenn die Bewegungseinschränkungen durch den Bauch noch nicht so groß sind. Darüber hinaus können in Deutschland bei leichten Venenerkrankungen ohne ausgeprägte Ödemneigung in der Regel auch Strümpfe in Ccl 1 verordnet und abgerechnet werden, und zwar frei von Budget- und Richtgrößen. Mit Strümpfen einer niedrigeren Kompressionsklasse, die aufgrund des geringeren Drucks angenehmer zu tragen und auch leichter anzuziehen sind, lässt sich oft eine bessere Adhärenz erreichen. Allerdings gibt es innerhalb der Kompressionsklassen verschiedene Materialien und dadurch zum Beispiel auch verschiedene Elastizitäten, die einen Einfluss auf den Behandlungserfolg haben können. Daher ist in Deutschland auch eine namentliche Produktverordnung möglich.2

Das gehört aufs Rezept:

• Hilfsmittelnummer
• Diagnose / Indikation
• Produktname
• Anzahl der Strümpfe (Stück / Paar)
• Kompressionsklasse (Ccl)
• Länge bzw. Ausführung des Strumpfs
• Zusätze (Befestigungen)
• Angabe zur Maßanfertigung (falls erforderlich)
• bei namentlicher Verordnung2 Kurzbegründung für Produktauswahl

Für Hilfsmittel, die die Versicherte in Deutschland aufgrund ihrer Schwangerschaft benötigt, leistet sie im Übrigen keine gesetzliche Zuzahlung.³ In diesem Fall kreuzt der Arzt beim Ausstellen des Rezepts das Kästchen »gebührenfrei« an.

 

1 Mendoza, E. et al: Randomisierte Cross-Over-Studie zur Wirkung von medizinischen Kompressionsstrümpfen auf Übelkeit und Erbrechen sowie Abgeschlagenheit in der Frühschwangerschaft, erschienen in vasomed 3/2017.
2 Siehe Leitlinie zur medizinischen Kompressionstherapie, AWMF-Registernummer 037/005.
3 Siehe § 24e Sozialgesetzbuch (SGB) V.

 

Bilder: Bauerfeind


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