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Bauerfeind Phlebology Award 2011: Studiendesign schließt Forschungslücke

Ausgabe 01/2012

Im Rahmen des Chapter Meetings der International Union of Phlebology (IUP) vom 15. bis 17. September 2011 in Prag wurde Dr. Dragan J. Milić mit dem 6. Bauerfeind Phlebology Award ausgezeichnet. Die Jury würdigte damit das Studiendesign des am Universitätsklinikum von Nis, Serbien, tätigen Mediziners zur Untersuchung der
Prävention von Schwangerschaftsvarikosis.

Bereits seit 2001 vergibt Bauerfeind in Zu-sammenarbeit mit der IUP den mit 20.000 Euro dotierten Bauerfeind Phlebology Award (BPA) zur Unterstützung wegweisender me-
dizinischer Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der Kompressionstherapie. Zu diesen förderungswürdigen Vorhaben gehört das von Dr. Dragan J. Milić unter dem Titel „The influence of compression stockings in the prevention of venous disorders in ­pregnancy“ vorgelegte und 2011 ausgezeichnete
Forschungsprojekt. „Besonders mit Stolz erfüllt mich, dass dieser Preis meinem Team und mir von der internationalen Jury der größten und einflussreichsten phlebologischen Vereinigung verliehen wurde“, betont der Preisträger. „Die meisten phlebologischen Studien haben heute neue Hightech-Methoden zum Gegenstand. Der BPA hingegen bietet auch den Forschern einen Anreiz, die sich mit der vielleicht weniger profitablen, dafür aber höchst effektiven Kompressionstherapie befassen.“

Klärung einer offenen Frage

Zwar gilt eine Schwangerschaft erwiesenermaßen als Risikofaktor für Venenerkrankungen, jedoch wurde der prophylaktische Einsatz von Kompressionsstrümpfen in die-sem Zusammenhang noch nicht empirisch untersucht.
Das Studiendesign von Dr. Dragan J. Milić schließt diese Lücke. Es wird prüfen, inwieweit das regelmäßige Tragen von Kompressionsstrümpfen in der Schwangerschaft dem Auftreten von Krampfadern jeder Art , Hämorrhoiden, geschwollenen Beinen, venöser Thromboembolie sowie Symptomen venösen Bluthochdrucks vorbeugen kann. Die offene, prospektive Studie ist auf einen Zeitraum von sieben bis neun Monaten vor der Geburt bis sechs Monaten danach angelegt und schließt drei Studiengruppen mit jeweils 100 schwangeren Probandinnen ein. Die erste Gruppe wird während des Untersuchungszeitraums tagsüber Kompressionsstrümpfe in Klasse 1 (ca. 20 mm Hg) tragen, die zweite Gruppe erhält Kompressionsstrümpfe in Klasse 2 (ca. 25 mm Hg). Die dritte Gruppe fungiert als Kontrollgruppe. In diversen Untersuchungen und mittels Fragebögen werden während des Studien­zeitraums der Gesundheitszustand, die subjektiv empfundene Lebensqualität und insbesondere der Zustand der Venen erfasst und dokumentiert. „Ich hoffe, dass die Studie einige wesentliche Ergebnisse bezüglich der Entwicklung venöser Beschwerden bei Schwangeren erbringt“, so Dr. Dragan J. Milić. Letztendlich soll sie die Hypothese stützen, dass das Tragen von Kompressionsstrümpfen dem Auftreten schwangerschaftsbegleitender Venenbeschwerden vorbeugen kann und als Vorsorgeleistung in Betracht kommt.

Weitere Informationen

zum Bauerfeind Phlebology Award finden Sie unter www.bauerfeind.com/awards

Bilder: J. Vetrovec/CBT