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Arbeitsschutz für den Ellenbogen mit EpiTrain und EpiPoint  „Wir müssen Kompression auch präventiv umsetzen“

Ausgabe 02/2021

Nicht nur bei Sportlern treten Tennis- oder Golferellenbogen auf. Epikondylitis, die schmerzhafte Reizung der Sehnenansätze im Bereich des Unterarms, fordert auch am Arbeitsplatz viele Ausfalltage. So weit muss es nicht kommen.

Dr. med. Christoph Voigt

Beschwerden am Ellenbogen sind meist handgemacht. Die Beuger und Strecker der Finger setzen am Unterarm an, so dass sich Belastungen des Handgelenks auf das Ellenbogengelenk auswirken, sagt Dr. med. Christoph Voigt. Er ist Ärztlicher Leiter und Geschäftsführer am Zentrum für Arbeitsmedizin in Jena und betreut zusammen mit seinen ärztlichen Kollegen Firmen und Betriebe aus allen Bereichen der Arbeitsmedizin. Hierunter gehören auch Berufsgruppen wie Maler und Friseure, Büroangestellte und Produktionsmitarbeiter, aber auch Berufsmusiker, Köche oder Chirurgen. Sie alle gehören zu den Berufsgruppen, deren Risiko, an Epikondylitis zu erkranken, deutlich erhöht ist. „Oft ausgelöst von monotonen wiederkehrenden Handbewegungen, aber auch hochrepetitiven, feinmotorischen Handhabungen im Bereich der Finger, die die physiologischen Gelenkachsen verlassen. Hierzu zählt zum Beispiel das einfache Bedienen der Computermaus bei der Bildschirmarbeit, genauso wie die vollmotorische Bewegung der Finger bei Montagetätigkeiten oder das Spielen eines Instruments. Auch das Überstrecken der Hand mit hohem Kraftaufwand oder Heben schwerer Geräte kann zu einer Epikondylitis führen“, erklärt Dr. Voigt. 

Reizungen stören die Arbeitshand 

Bei der Epikondylitis sind die Ansätze der Fingerextensoren und -flexoren am Unterarm von schmerzhaften Reizzuständen betroffen. Epicondylitis humeri radialis, der sogenannte Tennisellenbogen, und die seltenere, an der Innenseite des Unterarms auftretende Epicondylitis humeri ulnaris, auch bekannt als Golferellenbogen, gelten als Ansatztendinopathien. „Das sind Mikrorisse im kollagenen Sehnengewebe, die durch zyklische und übermäßige Belastungen im Hand- und Ellenbogenbereich auftreten und Entzündungen verursachen und einen langwierigen Heilungsprozess nach sich ziehen“, schildert Dr. Voigt. „Starke Schmerzen, verbunden mit Funktionseinschränkungen des Unterarms und der Hand, sind die Folgen. Die Betroffenen können in der akuten Phase nicht einmal eine Tasse zum Mund führen und sind arbeitsunfähig.“ Als eine sinnvolle Maßnahme, sowohl bei Beschwerden als auch als präventive Maßnahme, betrachtet Dr. Voigt den Einsatz von Bandagen und Unterarmorthesen. 

„Ich plädiere dafür, bei Arbeitsabläufen mit kontinuierlichen Belastungen Mitarbeitern Bandagen und Orthesen zur Vorsorge anzubieten und bereitzustellen.“
Dr. med. Christoph Voigt

Kompression zur Therapie 

Sowohl im Anfangsstadium als auch in der akuten Phase der Sehnenansatzentzündungen können sie durch ihre schmerzlindernde Kompression Bewegung und damit den Heilungsprozess fördern. Sie unterstützen eine frühe Mobilisation und helfen so, die Beweglichkeit zu erhalten. Bei ausstrahlenden Schmerzen sieht der Arbeitsmediziner mehr eine Ellenbogenbandage wie die EpiTrain als geeignet an, da die großflächige Kompression nicht nur die Sehnenansatzpunkte entlastet, sondern auch die Muskulatur im Unterarmbereich unterstützt: „Sehnen und Muskeln können bei Bewegung schonend geführt werden, eine erhöhte Durchblutung und der induzierte Stoffwechsel bewirken ein Abklingen der entzündlichen Vorgänge in der Region.“
Bei punktuellen Beschwerden, die von einem Schmerzpunkt ausgehen, hilft punktuelle Kompression mit einer Unterarmorthese wie der EpiPoint. Die Spange kann ulnar oder radial den Muskelzug am knöchernen Sehnenansatz durch die Kompression ihrer Fünfpunktpelotte so verändern, dass es zu einem entlastenden Effekt kommt. „Damit kann man am Haupttriggerpunkt ansetzen und den Tennis- oder Golferellenbogen gezielt behandeln“, so Dr. Voigt. Die viskoelastischen Pelotten seien ein wichtiger Impuls für die Heilungsförderung. „Durch sie wird an den entscheidenden Stellen ein massierender Druck aufgebaut, der beim Tragen angenehm und schmerzlindernd wirkt.“ Vom Behandlungsansatz der EpiPoint und der EpiTrain zeigt sich Dr. Voigt überzeugt: „Zwar sehe ich als Betriebsarzt noch zu selten einen Krankheitsverlauf, aber ich kenne im Ergebnis die Evidenz der kurativen Therapie mit Kompression und weiß, dass wir das auch präventiv in den Betrieben vermitteln und anbieten müssen.“

Kompression zur Prävention

In seinem Beruf ist Dr. Voigt nicht nur das Hinführen zum erfolgreichen Return-to-Job wichtig: „Wenn die Beschwerden auftreten, sind wir ja schon am Beginn der ­Krankheit und das will ich als Präventivmediziner verhindern.“ Bevor ständig wiederholende Bewegungen der Hand und des Ellenbogens durchgeführt werden müssen, die länger als drei Stunden täglich dauern, empfiehlt er präventives Anlegen von Hilfsmitteln wie EpiTrain oder EpiPoint. Bei absehbaren Belastungsspitzen des Ellenbogens sollten Arbeitnehmer, die in der Vergangenheit bereits Beschwerden hatten, sich ebenfalls schützen, damit diese nicht erneut auftauchen und sich chronifizieren. Die Gefahr der Berufserkrankung sei sehr real. „Darum plädiere ich auch dafür, bei Arbeitsabläufen mit kontinuierlichen Belastungen Mitarbeitern Bandagen und Orthesen zur Vorsorge anzubieten und bereitzustellen.“

EpiTrain: Innovative Pelottentechnologie

Die Epicon+ Pads der EpiTrain sind sogenannte Zwei-Komponenten-Pelotten. In den viskoelastischen Pads, die sich bei Bewegung verformen und massieren, sind Noppen aus festerem Material eingearbeitet, die auf den Muskel-Sehnen-Übergang und den weiteren Muskelfaserverlauf einwirken. Die Epicon+ Pads liegen lateral und medial des Ellenbogens an und entlasten gezielt die Ansätze der Flexoren und Extensoren der Hand. Die beweglichen Massagenoppen setzen zudem punktuelle Reize, um die propriozeptive Stimulation der radialen und ulnaren Muskulatur anzuregen. Zum Schutz der Epikondylen vor Druckspitzen sind Aussparungen eingearbeitet.

 

Berufskrankheit Epikondylitis

In der Berufskrankheitenverordnung (BKV) ist Epikondylitis unter „BK 2101 Erkrankungen der Sehnenscheiden oder des Sehnengleitgewebes sowie der Sehnen- oder Muskelansätze“ aufgeführt. Um eine Anerkennung als Berufskrankheit zu erreichen, müssen bestimmte arbeitstechnische Voraussetzungen als kausale Kriterien erfüllt sein. Der Grenzwert liegt bei drei Stunden täglich für einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren (Auszug):

  • repetitive Arbeitsverrichtungen mit statischen und dynamischen Anteilen und grober Kraftanwendung, z. B. Montieren, Obst pflücken
  • kurzzyklische feinmotorische Handtätigkeiten mit hoher Bewegungsfrequenz (> 10.000 Bewegungsabläufe/h), z. B. Klavier spielen
  • hochfrequente feinmotorische Tätigkeiten, z. B. Stricken, Hand nähen, Stopfen
  • forcierte Dorsalextension der Hand, z. B. langes Hämmern, Rückhandschlag beim Tennis
  • monoton wiederholte oder ­plötzlich einsetzende Pro-
    und Supinationsbewegungen, z. B. Schrauben, Glühbirnen ­eindrehen

Weitere Informationen unter
www.dguv.de.

 

Bilder: Bauerfeind, zfa-jena/Grit Hiersemann


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