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2. Internationaler Sportkongress in Rio Wurfverletzungen beim Judo

Ausgabe 03/2016

Der Laie ahnt es, die Expertin Dr. med. Anke Yacoub bestätigt: 90 Prozent der Verletzungen beim Judo treten bei den Würfen auf. Die Orthopädin aus Leipzig weiß es auch aus erster Hand: Ihr Sohn ist Judoka.

Uchi Mata, Harai Goshi, Teguruma – so heißen die Hüftwürfe, mittels derer Judoka versuchen, ihre Gegner auf die Matte zu befördern. Rund 40 gibt es davon. Die blitzartigen Würfe haben es in sich. Sie sind hauptverantwortlich für Frakturen, Distorsionen, Kontusionen und Bänderrisse (Ref. 1). Knie, Schulter und Sprunggelenk sind am häufigsten davon betroffen. Schwerwiegende Verletzungen seien aber selten, beruhigte Dr. Yacoub. Sie beträfen überwiegend Kopf und Wirbelsäule (Ref. 2).

Prävention durch Sprunggelenkbandage

Beste Prävention im Judosport sind Fallübungen. Sie gehören zum normalen Trainingspensum des Athleten. Intensives Aufwärmen sowie propriozeptives Training helfen ebenfalls, Verletzungen zu vermeiden, so Dr. Yacoub. Bandagen zur Stabilisierung des Sprunggelenks seien zusätzlich eine geeignete präventive Option, führte die Orthopädin weiter aus. Auch ihr Sohn war in Rio präsent: als aktiver Judoka.

Ref. 1: Sicherheit im Sport: Beiträge zum 4. Dreiländerkongress zur Sportunfallprävention; Deutschland – Österreich – Schweiz, 21.–23. September 2006 in Bochum.
Ref. 2: Review 2013 . Br J Sports Med, 2013; 47: 1139–1143.

Den kompletten Kongressbericht in englischer Sprachen bieten wir hier zum Download an.

Bild: Bauerfeind